25.11.2009 · Unter zartem Vorbehalt der Afghanistankonferenz hat Verteidigungsminister zu Guttenberg den Verbündeten eine deutsche Truppenverstärkung zugesagt. Ob so viel Offensivgeist von der Kanzlerin mitgetragen wird?
Von Stephan LöwensteinVollen Einsatz müsse jeder in Afghanistan Beteiligte zeigen, hat Verteidigungsminister zu Guttenberg den Generalstabschefs der Isaf-Nationen aus dem Nordbezirk gesagt.
Für die Verbündeten muss das wie ein Versprechen klingen. Bei ihnen ist die Vorstellung verbreitet, die Deutschen stellten ihre Truppen nur unter Vorbehalten zur Verfügung und hielten sich aus Kampfhandlungen heraus. Dass die Bundeswehr den Kampf annimmt und darin besteht, wenn er an sie herangetragen wird, hat sie spätestens in diesem Jahr bewiesen; sie hat mit Gefallenen den bitteren Preis gezahlt. Wenn, wie kürzlich bei Kundus, feindliche Kämpfer offensiv gesucht und in großer Zahl getötet werden, bleibt das aber bislang meist noch den Amerikanern überlassen.
Guttenbergs Worte - auch seine Aussage zum Luftschlag vom 4. September, es hätte auf jeden Fall so kommen müssen - klingen so, als wolle er das ändern. Außerdem hat er schon ziemlich klar eine Truppenverstärkung in Aussicht gestellt, unter zartem Vorbehalt der Afghanistankonferenz. Ob so viel Offensivgeist von der Kanzlerin mitgetragen wird?
(Siehe auch: F.A.Z.-Blog „Zur Sicherheit” von Stephan Löwenstein)