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Afghanistan-Einsatz Bundeswehrverband kritisiert Käßmann

04.01.2010 ·  Die Kritik geht weiter: Nun hat auch der Bundeswehrverband die Äußerungen Bischöfin Margot Käßmanns zum Afghanistan-Einsatz kritisiert. Käßmann bestritt unterdessen, den sofortigen Abzug der der Bundeswehr aus Afghanistan verlangt zu haben.

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Der Bundeswehrverband kritisiert die Äußerungen der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Der Verbandsvorsitzende, Ulrich Kirsch, sagte der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ laut Vorabbericht: „Es wäre besser gewesen, wenn Käßmann vor ihrer Predigt das Gespräch mit den Soldaten über ihre schwierige Aufgabe gesucht hätte.“

Käßmanns Nein zum Afghanistan-Einsatz schaffe nur neue Frustrationen für deutsche Soldaten. Käßmann sei von der Position ihres Vorgängers Wolfgang Huber abgerückt. Dieser habe sich immer zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr bekannt

Käßmann weist Kritik zurück

Käßmann hatte in ihrer Neujahrspredigt mit Blick auf den Afghanistan-Einsatz kritisiert, alle Strategien hätten lange darüber hinweggetäuscht, dass Soldaten Waffen einsetzen und Zivilisten getötet werden. Nötig seien „ganz andere Formen“ der Konfliktbewältigung.

Käßmann sagte der „Bild“, sie habe nie den sofortigen Abzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan verlangt. Die Kirche fordere aber einen erkennbaren Plan für den Abzug. „Immer mehr Militär zu schicken ist doch offensichtlich keine Lösung und bringt keinen dauerhaften Frieden“, sagte Käßmann.

Die hannoversche Landesbischöfin sagte, ein Einsatz wie in Afghanistan sei nur zu rechtfertigen, wenn die zivile Komponente klar dominiere. „Der Vorrang des Zivilen aber ist doch beim Bundeswehreinsatz längst infrage gestellt. Und er wird vollends zerstört, wenn Deutschland weitere Einsatztruppen nach Afghanistan schickt“, sagte sie.

Homburger: CSU will ablenken

Käßmann wehrte sich gegen den Vorwurf, sie lasse die deutschen Soldaten im Stich. Dies sei eine perfide Unterstellung. Seelsorger begleiteten die Soldaten in Afghanistan und auch nach ihrer Rückkehr. „Wir sprechen mit Traumatisierten und wir begraben die Toten, wenn sie nach Deutschland zurückkehren, und stehen ihren Angehörigen bei“, sagte sie.

FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger hat CSU-Kritik an der Afghanistan-Politik von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) scharf zurückgewiesen. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt hatte der Zeitschrift „Der Spiegel“ gesagt, wenn Westerwelle Ende Januar nicht zur internationalen Afghanistan-Konferenz nach London reisen wolle, müsse eben Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) alleine für Deutschland verhandeln und angefügt: „Mal schau'n, ob es auffällt.“

Homburger sagte daraufhin der „Berliner Zeitung“, die Aussagen von Dobrindt seien „ein Ablenkungsversuch von seiner eigenen Konzeptionslosigkeit“. Die FDP habe „im Gegensatz zu Herrn Dobrindt eine klare inhaltliche Vorstellung, was in London passieren soll“. Es müsse dort um ein politisch-strategisches Gesamtkonzept gehen, das die Rolle der internationalen Staatengemeinschaft in dem Land neu bestimme, aber auch die afghanische Regierung in die Verantwortung nehme. Westerwelle hatte kürzlich gesagt, falls das Treffen eine reine Truppenstellerkonferenz werden sollte, werde er nicht hinfahren.

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