29.05.2003 · Ein deutscher Soldat der internationalen Schutztruppe für Afghanistan (Isaf) ist bei einer Minen-Explosion in Kabul getötet worden.
Ein deutscher Soldat der internationalen Schutztruppe für Afghanistan (Isaf) ist bei einer Minen-Explosion in Kabul getötet worden. Ein zweiter sei verletzt worden, teilte ein Sprecher der Isaf am Donnerstag mit.
Bei dem neuerlichen Zwischenfall bei der Isaf-Schutztruppe in Afghanistan fuhr am Donnerstag in Kabul ein Laster 15 Kilometer vom deutschen Camp entfernt auf eine Mine. Ein Geländefahrzeug vom Typ „Wolf“ sei gegen 13 Uhr Ortszeit in unwegsamem Gelände auf eine Mine gefahren. Ein Soldat wurde getötet, ein weiterer habe sich den Arm gebrochen und Verletzungen im Gesicht, sei aber nicht in Lebensgefahr, sagte der Sprecher. Damit sind seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes elf deutsche Soldaten ums Leben gekommen.
Untersuchungskommission am Werk
Bundesverteidigungsminister Peter Struck sprach vor Journalisten von einem „tragischen Unglücksfall“ für die Bundeswehr. Seinen Angaben zufolge bestand die Patrouille aus einem Konvoi von zwei Geländewagen, die versetzt auf einem unbefestigten Weg fuhren. Das hintere der beiden Fahrzeuge sei um 10.41 Uhr MESZ auf den Sprengsatz aufgefahren. Hinweise auf einen gezielten Anschlag gebe es jedoch nicht. Die Patrouille habe den Befehl gehabt, einen Weg zu vermessen. Das Unglück ereignete sich demnach vier Kilometer außerhalb des Verantwortungsbereichs der Brigade, jedoch nicht außerhalb des Zuständigkeitsgebiets der Schutztruppe Isaf, sagte Struck weiter.
Unklar war zunächst, aus welcher Zeit die Mine stammte. Isaf-Sprecher Oberst Paul Kolken sagte in Kabul, der Vorfall werde untersucht. Afghanistan gehört nach jahrzehntelangen bewaffneten Auseinandersetzungen neben Angola und Kambodscha zu den am stärksten verminten Ländern der Welt. In Afghanistan sterben jedes Jahr hunderte Menschen durch liegengebliebene Sprengsätze. Eine Kommission wird nach Angaben des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr den Vorfall untersuchen.
Mehrere Angriffe in der Vergangenheit
Deutschland führt derzeit gemeinsam mit den Niederlanden die Internationale Afghanistan-Schutztruppe Isaf, die nach dem Ende der radikal-islamischen Taliban-Regierung in Kabul und am nahen Flughafen für Sicherheit sorgen soll. Deutschland stellt rund 2.500 der 4.500 Isaf-Soldaten. Die Truppe wurde in der Vergangenheit mehrfach angegriffen. Am 21. Dezember vergangenen Jahres waren sieben Bundeswehrangehörige beim Absturz eines Hubschraubers in Kabul getötet worden. Beim Versuch, eine russische Rakete zu entschärfen, starben am 6. März 2002 zwei deutsche und drei dänische Soldaten.