08.06.2009 · Bei Gefechten mit Taliban in der nordafghanischen Provinz Kundus sind zwei Soldaten der Bundeswehr verletzt worden, einer davon schwer. Die Verletzten seien inzwischen mit einem Lazarett-Airbus nach Deutschland geflogen worden, bestätigte das Einsatzführungskommando in Potsdam.
Zwei Soldaten der Bundeswehr sind in der nordafghanischen Provinz Kundus bei einem Gefecht mit Kämpfern der radikal-islamischen Taliban verletzt worden. Wie das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam mitteilte, wurden die Deutschen nach dem Angriff am Sonntag im Feldlager Kundus medizinisch versorgt und dann mit einem Lazarett-Airbus nach Deutschland geflogen. Der Zustand des durch einen Schuss schwer verletzten Soldaten sei stabil, sagte ein Sprecher am Montag. Sein Kamerad sei von einem Streifschuss leicht verletzt worden. Beide würden im Zentralkrankenhaus der Bundeswehr in Koblenz behandelt.
Die Taliban bezichtigten sich des Anschlags. Mehrere Aufständische hätten den Angriff ausgeführt und dabei „acht deutsche Soldaten“ getötet sowie zwei Panzer zerstört, sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid am Montag. Angaben der Extremisten gelten jedoch als übertrieben und haben sich oft als gänzlich falsch herausgestellt.
Auf die Bundeswehr-Patrouille war am Sonntag um 11.30 Uhr Ortszeit etwa 15 Kilometer südlich von Kundus im Distrikt Chardara ein Sprengstoffanschlag verübt worden. Durch die Explosion wurde nach Angaben der Bundeswehr ein Fahrzeug beschädigt. Im Anschluss habe es eine Schießerei gegeben, bei der die Soldaten verletzt worden seien. Der Chef der Distriktverwaltung von Chardara, Abdul Wahid Omarkhel, erklärte, bei dem Feuergefecht sei auch mindestens ein Angreifer getötet worden.
Derzeit sind etwa 1100 deutsche Soldaten in der Region Kundus stationiert, wo es immer wieder zu Anschlägen auf die Bundeswehr kommt. Zuletzt war Ende April ein Soldat in der Nähe der Stadt Kundus getötet worden, als er mit seiner Patrouille in einen Hinterhalt der Taliban geraten war. Insgesamt sind in Afghanistan derzeit mehr als 3800 Bundeswehrangehörige stationiert. Seit Beginn des Einsatzes 2002 kamen 32 deutsche Soldaten ums Leben, davon 13 bei Anschlägen.