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AfD in Mecklenburg-Vorpommern : Umstrittene Kandidatin von Wahlliste gestrichen

Die AfD-Politikerin Petra Federau gilt als sehr konservativ. Bild: dpa

Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern streicht Petra Federau von der Landesliste zur Landtagswahl. Sie soll einen Escort-Dienst betrieben haben. Das war allerdings nicht der einzige Vorwurf.

          Mit einer deutlichen Mehrheit von 84 Stimmen bei 137 Anwesenden hat ein Landesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) in Binz auf Rügen die Schweriner Kommunalpolitikerin Petra Federau von Listenplatz drei für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern gestrichen. Gegen Federau waren Vorwürfe laut geworden, sie habe früher einen Escort-Service betrieben mit Kunden im arabischen Raum und dafür Mädchen angeworben. Auch soll sie Steuern hinterzogen haben.

          Frank Pergande

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Allerdings war es zu dem Abwahlantrag weniger wegen der Vorwürfe selbst gekommen, sondern weil Federau nach Ansicht des Landesvorstandes sich nach deren Bekanntwerden jedem klärenden Gespräch verweigert und nichts zur Aufklärung beigetragen habe. Im Wahlkampf dürfe die Partei nicht erpressbar sein und eine künftige Landtagsfraktion der AfD müsse vertrauensvoll zusammenarbeiten, erklärte Spitzenkandidat Leif-Erik Holm, einer der Sprecher des Landesverbandes.

          Bevor entschieden wurde, gab es in Binz eine stundenlange hitzige Diskussion, die auch zeigte, dass mit der Person Federau auch ein Grundsatzstreit innerhalb der Partei ausgetragen wurde. Federau gilt als extrem konservativ, die Spitze der Landespartei will sich hingegen ein bürgerlich-liberales Ansehen geben. Dass die Vorwürfe gegen Federau möglicherweise sogar aus der eigenen Partei kolportiert wurden, dafür spricht, dass sie zuerst unmittelbar nach der Listenwahl im Februar aufkamen und kurz vor dem Binzer Parteitag auf einmal auch von Steuerhinterziehung die Rede war.

          Auf dem Parteitag meldete sich Federau zwar zu Wort, sagte zu den eigentlichen Vorwürfen aber nichts. Die Partei zieht nunmehr mit 26 Listenkandidaten in den Wahlkampf. Die jüngste Umfrage sieht sie bei 18 Prozent, so dass der Einzug in das Schweriner Schloss bei der Wahl am 4. September als sicher erscheint.

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