Der neue ägyptische Staatspräsident Mohammed Mursi, welcher der Muslimbruderschaft angehört, möchte die Beziehungen zu Iran wiederaufnehmen. Sie waren 1980 von Ajatollah Chomeini abgebrochen worden, weil Ägypten unter Präsident Sadat Israel anerkannt und mit ihm Frieden geschlossen hatte.
Das bedeutet nicht, dass Ägypten nun die Verträge von Camp David aufkündigt, doch ist ein Mann wie Mursi qua politischer Herkunft aus dem Islamismus viel skeptischer gegenüber Israel eingestellt als sein Vorgänger Husni Mubarak. Man wolle die Abkommen „prüfen“, sagte er in einem Interview mit iranischen Journalisten. Obwohl Sunnit, empfindet der Muslimbruder wohl auch die Isolation des schiitischen Iran, die von Saudi-Arabien noch gefördert wird, als ein Manko in der Umma, der islamischen Gemeinde. Auch der Türke Erdogan denkt so und hat die Beziehungen zu Iran verbessert. Mursi wird gewiss andere Akzente setzen, aber nicht alles umstoßen, was seine Vorgänger aufgebaut haben. Dafür ist auch der Einfluss des Militärs auf Ägyptens Politik viel zu stark.
"Neuanfang bei den Beziehungen...
Thomas Kobler (ThomasKobler)
- 26.06.2012, 09:39 Uhr