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Abzug der Bundeswehr De Maizière fordert Geduld in Afghanistan

06.10.2011 ·  Verteidigungsminister de Maizière hat in Brüssel Erwartungen gedämpft, der Abzug der Nato-Truppen aus Afghanistan könne schnell vollzogen werden. Er betonte, eine Verkleinerung des deutschen Kontingents sei nur in Absprache mit den Verbündeten möglich.

Von Nikolas Busse, Brüssel
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Verteidigungsminister De Maizière hat am Donnerstag bei der Nato in Brüssel Gespräche über eine Truppenreduzierung in Afghanistan geführt. Er hat aber Erwartungen gedämpft, der Abzug könne schnell vollzogen werden. In Afghanistan sei „strategische Geduld“ nötig, sagte der Minister. „Von einem Baum herunterzuklettern ist komplizierter als schnell hinaufzugehen.“ De Maizière hob hervor, dass eine Verkleinerung des deutschen Kontingents nur in Absprache mit den Verbündeten möglich sei, insbesondere denen, die im Norden eingesetzt sind. Dort hat die Bundeswehr das Kommando.

Die Nato will bis 2014 ihre Kampftruppen abziehen und das Land den einheimischen Sicherheitskräften übergeben. Auf Bitten de Maizières kamen im Brüsseler Nato-Hauptquartier die Truppensteller aus dem Norden zusammen, um über die Lage in diesem Landesteil zu reden, nachdem die Vereinigten Staaten bereits mit einer Reduzierung ihrer Truppen begonnen haben. Diplomaten berichteten, es herrsche Einigkeit, dass man nicht zu früh abziehen solle. Außerdem sei allen der Grundsatz „Gemeinsam rein, gemeinsam raus“ wichtig.

Deutsche müssen auf Pläne der Amerikaner Rücksicht nehmen

Neben Deutschland und Amerika sind im Norden 16 Nationen im Einsatz, unter anderen Norwegen, Schweden, die Türkei und Ungarn mit Wiederaufbaulagern. Hier hat sich dem Vernehmen nach eine doppelte Abhängigkeit ergeben: Die Deutschen, die derzeit knapp 5000 Soldaten in Afghanistan haben, müssen auf die Abzugspläne der Amerikaner Rücksicht nehmen, etliche andere wiederum richten sich nach der Planung der Deutschen. Die Bundeswehr ist vor allem auf amerikanische Hilfe durch Kampfhubschrauber, Verwundetentransport, Spezialkräfte und bei der Sprengfallenbeseitigung angewiesen.

Deshalb hat das Verteidigungsministerium mit Erleichterung aufgenommen, dass die Amerikaner diese Einsatzkräfte vorerst nicht abziehen wollen, auch wenn sie ihre Verbände im Norden bis Jahresende um 900 Soldaten verringern wollen. Bisher betrifft der amerikanische Abzug vor allem Stabskräfte und Kampftruppen. Was in der zweiter Phase geschieht, die bis September 2012 abgeschlossen sein soll, ist noch nicht bekannt.

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Jahrgang 1969, politischer Korrespondent für die Nato und die EU mit Sitz in Brüssel.

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