Home
http://www.faz.net/-gpf-7j9fd
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Abtreibung Katholiken protestieren gegen Freigabe der „Pille danach“

Der Bundesrat will die „Pille danach“ rezeptfrei in Apotheken verkaufen lassen. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken warnt vor einer „falschen Entwicklung“.

© dpa Vergrößern Bald rezeptfrei?

Der Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, warnt vor einer Freigabe der „Pille danach“. Dieses Medikament rezeptfrei abzugeben, wie es der Bundesrat am Freitag gefordert hatte, sei „nicht im Sinne eines qualitativen Gesundheitsschutzes“, sagte Glück dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Ich halte das für eine falsche Entwicklung, zumal es auch mit gesundheitlichen Risiken verbunden ist.“

Der Bundesrat hatte am Freitag beschlossen, dass das Verhütungsmittel von den Apotheken ohne ärztliche Verordnung abgegeben werden soll. Entsprechende Forderungen gab es in den Ländern seit Jahren. Dem Beschluss zufolge sollen die Krankenkassen vom Mai kommenden Jahres an die Kosten übernehmen. Ob eine Neuregelung wirklich kommt, ist aber fraglich. Die neue Bundesregierung muss der Verordnung aus dem Bundesrat zustimmen.

Infografik / Wie wirkt die Pille danach? © F.A.Z. Vergrößern Wie wirkt die Pille danach?

Die Bundesländer argumentieren, die „Pille danach“ sei in zahlreichen Ländern wie den Vereinigten Staaten, Großbritannien, der Schweiz, Frankreich und den skandinavischen Ländern ohne Rezept erhältlich. Es seien überall gute Erfahrungen gemacht worden.

Im Januar hatte der Fall einer jungen Frau aus Köln für Empörung gesorgt: Zwei katholische Krankenhäuser hatten es abgelehnt, sie zu untersuchen, um Spuren einer möglichen Vergewaltigung zu sichern und eventuell die „Pille danach“ zu verschreiben. Katholikinnen sind Abtreibungen und die Verwendung von Verhütungsmitteln verboten. Ärzte in katholischen Kliniken dürfen deshalb die „Pille danach“ nicht verschreiben.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET mit epd

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Wandel der Apotheken Mal schauen, was Ihre Krankenkasse zahlt

Weil Apotheker um ihre Existenz fürchten, wollen sie wieder näher an den Patienten. Dafür wollen sie auch manches machen, was jetzt Ärzte tun. Kassen und Mediziner ärgert das. Aber die Kunden könnten sich freuen. Mehr Von Anna Schughart

23.09.2014, 23:17 Uhr | Gesellschaft
Marihuana aus dem Automaten

Im amerikanischen Bundesstaat Colorado geht in Kürze der weltweit erste Marihuana-Automat in Betrieb. Bestückt mit Gras und allerlei THC-haltigen Produkten soll er in Kürze in Apotheken stehen. Mehr

15.04.2014, 13:25 Uhr | Aktuell
Das Verbraucherthema Neuer Ärger in der Apotheke

Weil die Krankenkassen ihre Festbeträge für Arzneimittel zum 1. Juli gesenkt haben, müssen Patienten für ihre Tabletten zum Teil deutlich mehr zahlen. Mehr Von Petra Kirchhoff

20.09.2014, 12:23 Uhr | Rhein-Main
Deutsche Post schickt Drohne zur Insel Juist

Die Deutsche Post testet erstmals im Alltagsbetrieb den Einsatz von Drohnen: Der Paketkopter soll Medikamente zu einer Apotheke auf der Nordsee-Insel Juist liefern – ohne jeglichen Eingriff von außen. Mehr

24.09.2014, 15:02 Uhr | Wirtschaft
Kardinal Woelki Der vermeintliche Hardliner

Der Kardinal kehrt heim. Rainer Maria Woelki ist am Samstag als neuer Erzbischof von Köln eingeführt worden. Dort werden sich viele wundern. Berlin hat den Rheinländer verändert. Mehr Von Daniel Deckers, Berlin

18.09.2014, 17:47 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 09.11.2013, 10:27 Uhr

Peking hat Angst

Von Petra Kolonko, Hongkong

Aller Zensur zum Trotz verbreitet sich die Kunde von der Demokratiebewegung in Hongkong auch im chinesischen Binnenland. Doch Peking hat größere Sorgen als ein Übergreifen der Proteste – und Präsident Xi Jinping größere Pläne. Mehr 9 9

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden