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Abtreibung Katholiken protestieren gegen Freigabe der „Pille danach“

Der Bundesrat will die „Pille danach“ rezeptfrei in Apotheken verkaufen lassen. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken warnt vor einer „falschen Entwicklung“.

© dpa Bald rezeptfrei?

Der Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, warnt vor einer Freigabe der „Pille danach“. Dieses Medikament rezeptfrei abzugeben, wie es der Bundesrat am Freitag gefordert hatte, sei „nicht im Sinne eines qualitativen Gesundheitsschutzes“, sagte Glück dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Ich halte das für eine falsche Entwicklung, zumal es auch mit gesundheitlichen Risiken verbunden ist.“

Der Bundesrat hatte am Freitag beschlossen, dass das Verhütungsmittel von den Apotheken ohne ärztliche Verordnung abgegeben werden soll. Entsprechende Forderungen gab es in den Ländern seit Jahren. Dem Beschluss zufolge sollen die Krankenkassen vom Mai kommenden Jahres an die Kosten übernehmen. Ob eine Neuregelung wirklich kommt, ist aber fraglich. Die neue Bundesregierung muss der Verordnung aus dem Bundesrat zustimmen.

Infografik / Wie wirkt die Pille danach? © F.A.Z. Vergrößern Wie wirkt die Pille danach?

Die Bundesländer argumentieren, die „Pille danach“ sei in zahlreichen Ländern wie den Vereinigten Staaten, Großbritannien, der Schweiz, Frankreich und den skandinavischen Ländern ohne Rezept erhältlich. Es seien überall gute Erfahrungen gemacht worden.

Im Januar hatte der Fall einer jungen Frau aus Köln für Empörung gesorgt: Zwei katholische Krankenhäuser hatten es abgelehnt, sie zu untersuchen, um Spuren einer möglichen Vergewaltigung zu sichern und eventuell die „Pille danach“ zu verschreiben. Katholikinnen sind Abtreibungen und die Verwendung von Verhütungsmitteln verboten. Ärzte in katholischen Kliniken dürfen deshalb die „Pille danach“ nicht verschreiben.

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Quelle: FAZ.NET mit epd

 
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