Home
http://www.faz.net/-gpf-7j9fd
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Abtreibung Katholiken protestieren gegen Freigabe der „Pille danach“

 ·  Der Bundesrat will die „Pille danach“ rezeptfrei in Apotheken verkaufen lassen. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken warnt vor einer „falschen Entwicklung“.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (108)

Der Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, warnt vor einer Freigabe der „Pille danach“. Dieses Medikament rezeptfrei abzugeben, wie es der Bundesrat am Freitag gefordert hatte, sei „nicht im Sinne eines qualitativen Gesundheitsschutzes“, sagte Glück dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Ich halte das für eine falsche Entwicklung, zumal es auch mit gesundheitlichen Risiken verbunden ist.“

Der Bundesrat hatte am Freitag beschlossen, dass das Verhütungsmittel von den Apotheken ohne ärztliche Verordnung abgegeben werden soll. Entsprechende Forderungen gab es in den Ländern seit Jahren. Dem Beschluss zufolge sollen die Krankenkassen vom Mai kommenden Jahres an die Kosten übernehmen. Ob eine Neuregelung wirklich kommt, ist aber fraglich. Die neue Bundesregierung muss der Verordnung aus dem Bundesrat zustimmen.

Die Bundesländer argumentieren, die „Pille danach“ sei in zahlreichen Ländern wie den Vereinigten Staaten, Großbritannien, der Schweiz, Frankreich und den skandinavischen Ländern ohne Rezept erhältlich. Es seien überall gute Erfahrungen gemacht worden.

Im Januar hatte der Fall einer jungen Frau aus Köln für Empörung gesorgt: Zwei katholische Krankenhäuser hatten es abgelehnt, sie zu untersuchen, um Spuren einer möglichen Vergewaltigung zu sichern und eventuell die „Pille danach“ zu verschreiben. Katholikinnen sind Abtreibungen und die Verwendung von Verhütungsmitteln verboten. Ärzte in katholischen Kliniken dürfen deshalb die „Pille danach“ nicht verschreiben.

  Weitersagen Kommentieren (3) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
Notdienst-Pauschale für Apotheker Auf dem Land schläft der Apotheker eher durch

Seit einigen Monaten erhalten Apotheken für den Notdienst eine Pauschale. Finanziert wird sie von allen Patienten. Vor allem die Apotheker auf dem Land profitieren davon, sie haben nachts nur wenige Kunden. Mehr

05.04.2014, 18:05 Uhr | Rhein-Main
„Public Viewing“ während WM 2014 Es darf auch nachts gejubelt werden

Die Bundesregierung billigt eine Sonderverordnung, mit der der Lärmschutz vorübergehend gelockert wird. „Public Viewing“ wird mit einem Stadion-Besuch gleichgestellt. Mehr

02.04.2014, 11:52 Uhr | Sport
Cannabis als Medikament Ein Joint macht die Muskeln locker

Ingrid Wunn nutzt Cannabis, um die Folgen einer unheilbaren Krankheit zu lindern. Ihr Arzt findet das gut. Sie selbst setzt sich für eine generelle Freigabe des berauschenden Krauts ein. Mehr

06.04.2014, 10:23 Uhr | Rhein-Main

09.11.2013, 10:27 Uhr

Weitersagen
 

Flagge zeigen

Von Berthold Kohler

Die Nato brauchte ihre Zeit, um aus dem Winterschlaf zu erwachen. Jetzt muss sie an ihrer Ostgrenze Flagge zeigen, um nach innen und nach außen glaubwürdig zu bleiben. Mehr 62 22

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden