08.08.2003 · Die Entführer einer der beiden am 11. September 2001 gekaperten United-Airlines-Maschinen haben das Flugzeug laut einem FBI-Bericht, anders als angenommen, selbst zum Absturz bei Pennsylvania gebracht.
Der Absturz eines der vier am 11. September 2001 entführten Flugzeuge auf ein Feld in Pennsylvania ist offenbar von den Entführern selbst herbeigeführt worden. Bei dem Absturz starben alle 33 Passagiere, die sieben Besatzungsmitglieder sowie die vier Selbstmordattentäter.
FBI-Direktor Robert Mueller habe im vergangen Jahr in einer nicht öffentlichen Anhörung vor dem Kongreß ausgesagt, Tonbandaufnahmen aus dem Cockpit ließen darauf schließen, daß der Entführer und mutmaßliche Pilot Ziad Jarrah von einem anderen Entführer angewiesen worden sei, das Flugzeug zu Boden zu stürzen, um die Passagiere daran zu hindern, die Gewalt über das Flugzeug zu übernehmen. Das geht aus einem jetzt veröffentlichten Bericht der amerikanischen Bundespolizei FBI hervor. Unklar ist jedoch, ob Jarrah den Befehl ausführte.
„Let´s roll“
Bisher hatte man angenommen, Passagiere des entführten Fluzeuges, die über ihre Mobiltelefone von den Anschlägen in New York und Washington erfahren hatten, seien ins Cockpit eingedrungen und hätten ihrerseits das Flugzeug zum Absturz auf freiem Feld gebracht. Der Satz „Let's roll“, den einer der Passagiere an Bord der Maschine kurz vor Beginn des Kampfes sagte, wurde zum Motto für einen breit angelegten Feldzug der Amerikaner gegen den Terrorismus.
Es wird vermutet, daß die Entführer dieses vierten Flugzeuges, das Kurs auf Washington genommen hatte, einen Absturz auf das Weiße Haus oder das Kapitol geplant hatten. Am Umstand, daß der Kampf der Passagiere gegen die Entführer eine noch schlimmere Katastrophe verhindert habe, änderten die neuen Erkenntnisse nichts, heißt es in dem FBI-Bericht. Die Auswertung der Cockpit-Gespräche ist als kurze Passage in einem mehr als 850-seitigen Untersuchungsbericht enthalten, den der amerikanische Kongreß Ende Juli veröffentlichte. Die Aufzeichnungen selbst hält das FBI noch geheim. Sie wurden lediglich im April den Hinterbliebenen der Opfer vorgespielt.
Heldenhafter Einsatz
Vor allem sie sind überzeugt, daß ihre Angehörigen sich gewaltsam Zugang zum Cockpit verschafft hätten, um Schlimmeres zu verhindern. Eine Sprecherin des FBI sagte dazu, man werde niemals wissen, was genau sich in den letzten Minuten des Fluges 93 zugetragen habe, doch deute „jeder Beweisschnipsel“ darauf hin, daß das Flugzeug aufgrund des „heldenhaften Einsatzes der Passagiere“ abgestürzt sei.