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Fall Otto Warmbier : Gerichtsmedizinerin zweifelt an Foltervorwürfen

  • Aktualisiert am

Der amerikanische Student Otto Warmbier im März 2016 vor Nordkoreas höchstem Gericht in Pjöngjang. Bild: AP

Die Eltern von Otto Warmbier sind überzeugt, dass der Student in nordkoreanischer Haft gefoltert wurde. Bei einer Untersuchung nach seinem Tod sei darauf jedoch kein Hinweis gefunden worden, sagt die Gerichtsmedizinerin.

          Eine Gerichtsmedizinerin in den Vereinigten Staaten hat keine Beweise dafür gefunden, dass der nach seiner Rückkehr aus Nordkorea verstorbene amerikanische Student Otto Warmbier gefoltert wurde. Warmbiers Leichnam habe keine eindeutigen Folterspuren aufgewiesen, sagte Lakshmi Sammarco, Gerichtsmedizinerin im Bundesstaat Ohio, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Der 22 Jahre alte Warmbier habe aufgrund von Sauerstoffmangel Hirnschäden erlitten. Was seine Verletzung verursacht habe, sei unklar.

          Sammarco reagierte auf Folter-Vorwürfe von Warmbiers Eltern sowie des amerikanischen Präsidenten Donald Trump vom Dienstag. In einem Interview hatten die Eltern gesagt, die Zähne ihres Sohnes seien bei seiner Rückkehr aus Nordkorea „neu angeordnet“ gewesen, seine Hände und Füße entstellt. „Sie haben Otto entführt, sie haben ihn gefoltert, sie haben ihn absichtlich verletzt“, sagte der Vater Fred Warmbier in der Sendung „Fox and Friends“.

          Nach der Ausstrahlung des Interviews im Sender Fox News beschuldigte Trump erstmals die nordkoreanische Führung, Warmbier gefoltert zu haben. Er nannte das Interview der Eltern „großartig“ und sagte: „Otto wurde von Nordkorea unvorstellbar gefoltert.“

          Sammarco, die den Studenten nach dessen Tod im Juni untersucht hatte, sagte hingegegen, es gebe keinen eindeutigen Beweis für körperliche Misshandlung. „Wir wissen nicht, was mit ihm passiert ist“, sagte sie. „Wir werden es nie wissen, es sei denn, dass diejenigen, die dabei waren, es uns sagen.“ Warmbiers Leichnam hatte kleinere Wunden aufgewiesen, die laut Sammarco bis auf eine Ausnahme von medizinischen Geräten stammen könnten. Sammarco bezog sich damit auf eine Narbe an Warmbiers Fuß. Die Gerichtsmedizinerin hatte Warmbier nach dessen Tod lediglich äußerlich untersucht, da die Eltern des Studenten eine Autopsie ablehnten.

          Die Gerichtsmedizinerin sagte, sie habe sich nach den Interview-Äußerungen von Warmbiers Eltern veranlasst gesehen, ihre Erkenntnisse öffentlich zu machen. „Sie sind trauernde Eltern“, sagte sie. „Ich kann ihre Sichtweise nicht kommentieren.“

          Warmbier war während einer Nordkorea-Reise im März 2016 wegen Diebstahls eines Propaganda-Posters zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Er fiel ins Koma und wurde schließlich „aus humanitären Gründen“ freigelassen. Im Juni starb er wenige Tage nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten.

          Die amerikanische Regierung erließ daraufhin ein Reiseverbot für amerikanische Bürger nach Nordkorea. Gleichzeitig spitzte sich der Konflikt zwischen Washington und Pjöngjang um das nordkoreanische Atomprogramm weiter zu.

          Beitrag vom 21. Juni : Video soll Warmbier im nordkoreanischem Hotel zeigen

          Quelle: AFP

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