06.01.2007 · „Die beste Strategie für Privatleute ist, nur in Indexfonds zu investieren“, rät der Vermögensverwalter der Yale-Universität. Mit Musterportfolio: So setzen Privatanleger Indexfonds richtig ein.
Der Vermögensverwalter der Yale-Universität muss es wissen: „Die beste Strategie für Privatleute ist, nur in Indexfonds zu investieren.“ Die geben zu niedrigen Kosten die Erträge von Aktien, Anleihen und Immobilienanlagen weiter. „Es gibt eine genügend große Auswahl, um ein Portfolio gut zu diversifizierten, also breit aufzustellen“, sagt David Swensen. Selbst setzt er auf Hedgefonds, Private Equity und andere aktive Vermögensverwalter. Dem Privatanleger rät er, die Finger davon zu lassen - auch von klassischen Investmentfonds.
„Das erste Problem sind die hohen Kosten und die schlechte Wertentwicklung der meisten Investmentfonds, das zweite der Wankelmut der Privatanleger“, sagt der Anlageprofi. Die kauften und verkauften allzu oft zum ungünstigsten Zeitpunkt und brächten sich so um Gewinne (siehe auch: „Privatanleger investieren am besten in Indexfonds“).
Swensen sieht einen Ausweg aus der Malaise: passiv verwaltete und börsengehandelte Indexfonds (ETFs), die Anlegern einfach die Marktrendite garantieren, abzüglich geringer Kosten. Die Kunst besteht nun darin, ein Portfolio zu konstruieren, in dem jede Anlageklasse angemessen vertreten ist. Langfristig orientierte Anleger müssen darauf achten, dass genügend Aktien im Depot sind, denn es sind vor allem Dividendenpapiere, die Rendite bringen. Nun haben sich schon Generationen von Ökonomen mit der Frage befasst, wie das optimale Portfolio aussieht. Der Klassiker ist ein Depot, das je zur Hälfte in Aktien und Anleihen investiert.
Musterportfolio eines Vermögensverwalters
In Amerika, wo Indexinvestments schon längst etabliert sind, gibt es viele Vermögensverwalter und Internetseiten, die Anlegern mit Rat und Tat zur Seite stehen. In Deutschland ist das noch eine Rarität, weil Bankberater mit Vorliebe Fonds und Zertifikate verkaufen, an denen sie selbst gut verdienen. Der Vertrieb von ETFs ist dagegen wenig lukrativ.
Zu den deutschen Vermögensverwaltern, die gegenüber ETFs aufgeschlossen sind, zählt Markus Kaiser. Der renommierte Dachfondsmanager der Veritas SG setzt in seinen Fonds selbst ETFs ein: „Bei uns steht ganz klar die Auswahl der einzelnen Märkte im Vordergrund, nicht die Auswahl einzelner Aktien. Was liegt da näher, als einen börsengehandelten Indexfonds zu kaufen, wenn man in einen Markt investieren will?“ Schließlich werde der Markt am Index gemessen. Wer deutscher Aktienmarkt sagt, meint meist den Dax. Das Angenehme an ETFs: „Wir müssen den Fondsmanagern nicht ständig auf die Finger schauen, um zu wissen, wie unser Geld investiert ist. Was draufsteht, ist auch drin.“
Für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat Kaiser ein einfaches Musterportfolio für langfristig orientierte Anleger entworfen, das mühelos mit ETFs bestückt werden kann (siehe Grafik). Selbstverständlich muss ein solches Portfolio persönlichen Vorlieben und individuellen Lebensumständen angepasst werden. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass am Depot auch während unvermeidlicher Durststrecken festgehalten wird. Kaiser selbst vertraut noch nicht ausschließlich auf die Newcomer: „Sie können heute noch nicht alle Märkte mit ETFs abdecken, aber das Spielfeld wird immer größer.“