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Missgunst in Regierungskreisen Madonna muss Kritik aus Malawi einstecken

Die Sängerin Madonna setzt sich seit Jahren für Kinder in Malawi ein und hat dort zwei Kinder adoptiert. Die Regierung des afrikanischen Landes wirft ihr vor, „ewige Dankbarkeit“ zu erwarten.

© AP Die Sängerin Madonna bei ihrem jüngsten Besuch in Malawi.

Ungeachtet ihres Engagements in Malawi ist Madonna im Heimatland ihrer Adoptivkinder nicht mehr hochwillkommen. Erstmals entzog die Regierung von Präsidentin Joyce Banda der 54 Jahre alten Popsängerin den Prominenten-Status. Nur weil Madonna zwei Kinder aus Malawi adoptiert habe und dort in Schulen investiere, erwarte sie „ewige Dankbarkeit“, kritisierte Bandas Regierung am Mittwoch. Vertraute der Sängerin vermuten hinter den Angriffen Rache von Frau Bandas Schwester Anjimile Oponyo: Die heutige Staatssekretärin im Bildungsministerium war vor zwei Jahren von Madonna als Leiterin eines Schulprojekts gefeuert worden.

Madonna war Anfang April in Begleitung ihrer beiden Adoptivkinder David Banda und Mercy James in das südostafrikanische Land gereist, um von ihr finanzierte Schulen zu besuchen. Erstmals durften sie und ihre Entourage nicht in den gesonderten Flughafen-Bereich für Prominente, sondern wurden wie normale Passagiere behandelt. Schon vorher musste Madonna Kritik von Bildungsministerin Eunice Kazembe einstecken, die ihr vorwarf, ihre Rolle als Wohltäterin zu übertreiben.

Madonna: Die Vorwürfe seien „lächerlich“

Die Sängerin engagiert sich seit längerem in Malawi, unter anderem spendete sie über ihre Stiftung „Raising Malawi“ mehrere Millionen Dollar für die Betreuung von Waisenkindern. Im Dezember teilte sie mit, dass ihre Stiftung zehn Schulen in Malawi gebaut habe und mit ihrer Hilfe 4871 Kinder unterrichtet werden könnten. Frau Kazembe dementierte umgehend: „Raising Malawi“ habe lediglich zehn bereits bestehenden Schulen jeweils ein weiteres Klassenzimmer hinzugefügt. In der Erklärung der Regierung wurde die Kritik nun bekräftigt: Madonna solle wenigstens „soviel Anstand haben, die Wahrheit zu sagen“.

Der amerikanische Popstar widersprach den Vorwürfen heftig und nannte sie „lächerlich“. „Ich bin betrübt, das Malawis Präsidentin sich entschieden hat, Lügen darüber zu verbreiten, was wir erreicht haben, über meine Absichten und wie ich mich persönlich während meines Besuchs in Malawi verhalten habe“, zitierte die britische Nachrichtenagentur PA eine Stellungnahme Madonnas. Sie werde an ihrem Engagement für die Kinder in Malawi festhalten.

Die Regierung weist Vorwürfe zurück

Madonnas Umfeld vermutet Anjimile Oponyo, die Schwester der seit einem Jahr amtierenden Präsidentin, hinter der Kampagne. Sie war Leiterin eines Schulprojekts der Sängerin, das vor zwei Jahren wegen Missmanagements komplett eingestellt wurde. Ursprünglich wollte Madonna für 15 Millionen Dollar eine Schule für 500 Mädchen bauen, 2010 legte ihre Stiftung dafür den Grundstein in dem kleinen Dorf Chinkhota. Rund ein Jahr später wurde das Projekt nach Klagen von insgesamt acht gefeuerten Angestellten gegen Madonnas Stiftung wieder abgeblasen; 3,8 Millionen Dollar waren da bereits in den Sand gesetzt.

Zu den Entlassenen gehörte auch Frau Oponyo, sie hat ebenfalls Klage gegen die Stiftung eingereicht. „Madonna ist Malawis größte Wohltäterin, und es erstaunt uns etwas, dass die Präsidentin ihr Amt für die finanziellen Interessen ihrer Schwester einsetzt“, erklärte Madonnas Manager Trevor Neilson. Er bekräftigte, die Stiftung werde ihre Arbeit fortsetzen. Die Regierung wies die Vorwürfe zurück.

Malawi gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Erde. Von den 13 Millionen Einwohnern leben knapp 40 Prozent von weniger als einem Dollar pro Tag.

Quelle: AFP/dpa

 
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