Home
http://www.faz.net/-gpc-77835
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Merkel in Ankara Für Erdogan ist die Türkei „de facto“ schon EU-Mitglied

Das Treffen von Angela Merkel mit dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan verlief ohne greifbare Ergebnisse. Die Kanzlerin sagte, sie stehe einem türkischen EU-Beitritt weiter skeptisch gegenüber.

© AP Vergrößern Verlässliche Partner? Die Kanzlerin, hinter ihr der türkische Ministerpräsident

Die Gespräche von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Ankara sind ohne greifbare Ergebnisse verlaufen. Weder auf dem Gebiet der Achtung der Menschenrechte in der Türkei noch beim Thema der Erleichterungen der Visa-Vergabe und auch nicht zu den Verhandlungen über einen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union präsentierten die beiden Fortschritte. Erdogan vermied es, eine Einhaltung des sogenannten Ankara-Protokolls anzukündigen, was innerhalb der EU und vor allem seitens der Bundesregierung als Voraussetzung dafür gilt, sogenannte Kapitel der Beitrittsverhandlungen abzuschließen oder neu zu eröffnen.

Günter Bannas Folgen:    

Das Ankara-Protokoll bezieht sich auch auf die Anerkennung Zyperns durch die Türkei. Erdogan sprach von „Südzypern“ und „Nordzypern“. Frau Merkel sagte, sie stehe weiterhin einem Beitritt der Türkei zur EU skeptisch gegenüber. Sie versicherte lediglich, für einen „ergebnisoffenen“ Verhandlungsprozess einzutreten. Ihre Formel von einer anzustrebenden „privilegierten Partnerschaft“ für die Türkei wiederholte sie allerdings nicht. Das geht offenbar auf die türkische Position zurück, eine „privilegierte Partnerschaft“ abzulehnen. Erdogan sagte, mit den fünf Millionen Türken in der EU sei die Türkei „de facto“ schon jetzt deren Mitglied.

Bei der gemeinsamen Pressekonferenz sprach Erdogan die Differenzen nicht an. Er würdigte den wachsenden Handelsaustausch und die Entwicklung des Tourismus. Die Vorbereitungsarbeiten an einer deutsch-türkischen Universität könnten fortgesetzt werden. Er dankte für den Einsatz der deutschen Patriot-Raketen-Einheiten. Frau Merkel sagte, in der Zeit des Kalten Krieges sei die Türkei ein „verlässlicher Partner“ gewesen. Sie setze sich dafür ein, dass alle Religionsgemeinschaften sich auch in der Türkei frei betätigen könnten. Sie kritisierte die Inhaftierung von Journalisten in der Türkei. Erdogan erwiderte, diese seien nicht wegen ihrer Meinung, sondern wegen Waffenbesitzes, Terrorismusverdachts und Putschversuchen inhaftiert.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 25.02.2013, 20:52 Uhr

Lösegeld

Von Thomas Gutschker

Die Bundesregierung kauft deutsche Geiseln von Terroristen frei - für viele selbstverständlich. Ist es aber nicht: Sie fördert damit Terroristen und gefährdet das Leben anderer Staatsbürger. Der Rechtsstaat darf nicht erpressbar sein. Mehr 17 27

Täglich von 18 Uhr an Kurzfilme auf FAZ.NET

Beim State-Filmfestival geht es um das Thema „Zeit“. Bis Montag zeigen wir jeweils einen Tag lang einen ausgewählten Kurzfilm. Den Anfang macht „On/Off“ des französischen Regisseurs Thierry Lorenzi. Mehr Von Marco Dettweiler 2 3

Das besondere Restaurant (17) Eine Prise Frankreich an der Elbe

Es bekommt Beachtung von Gourmetführern und hat ungewöhnlich großen Zuspruch von einer unterschiedlichen Gästeschar. Dabei behält das „Fischereihafen-Restaurant“ vor allem eines: eine große Authentizität. Mehr Von Jürgen Dollase 2 1

Hochwertige Brillengläser Da blicke noch einer durch

Hochwertige Brillengläser sind individuell angepasste technische Kunstwerke. Ihre Form wird, vom Computer gesteuert, punktgenau gefräst, dann erhalten sie bis zu elf Schichten. Mit dem Komfort steigen die Preise. Mehr Von Lukas Weber 3 2

Quotendebatte Deutschland sucht die Superfrau

Wo sind die Heldinnen der Wirtschaft? Die strahlendste Chefin kommt aus dem Maschinenbau und liebt Thomas Mann. Eine unschlagbare Mischung. Mehr Von Georg Meck 7 8

Robbie Williams #Nachwuchs

Robbie Williams bleibt sich treu und verbreitet den Namen seines Sohnes über Twitter, Julia Roberts führt ihre straffen Züge auf Yoga zurück und Jennifer Lawrence trennt sich nach nur vier Monaten von Chris Martin – der Smalltalk. Mehr 1