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Umfrage in zehn EU-Staaten : Mehrheit für Aufnahme von Flüchtlingen

  • Aktualisiert am

Aus Seenot gerettete Flüchtlinge kamen im Juni mit der „Aquarius“ im Hafen Valencias an. Bild: dpa

Laut einer Studie unterstützt eine Mehrheit in acht von zehn EU-Staaten – darunter Deutschland – die Aufnahme von Flüchtlingen. Allerdings lehnt auch eine Mehrzahl der Bürger die EU-Flüchtlingspolitik ab.

          Drei Jahre nach dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise als über eine Millionen Flüchtlinge nach Europa kamen, hat sich eine Mehrheit der befragten Bevölkerung in acht von zehn EU-Staaten für die Aufnahme von Flüchtlingen ausgesprochen. Eine Mehrzahl der Befragten ist allerdings nicht mit der EU-Flüchtlingspolitik einverstanden. Das geht aus einer Studie des amerikanischen Pew Research Centers hervor.

          Für die Studie wurden im vergangenen Frühjahr Bürger aus zehn EU-Ländern zu ihrer Haltung zur Aufnahme von Flüchtlingen befragt. Die Teilnehmer sollten unter anderem angeben, ob sie es unterstützen würden, dass Flüchtlinge, die vor Gewalt und Krieg fliehen, aufgenommen werden. In acht der zehn Staaten sprach sich mehr als die Hälfte der Befragten dafür aus.

          Am größten ist die Unterstützung in Spanien. Dort befürworteten 86 Prozent die Aufnahme. Deutschland liegt mit 82 Prozent an dritter Stelle. Auch in den Niederlanden, Schweden, Frankreich und Großbritannien unterstützten etwa dreiviertel der Befragten die Aufnahme. Auffällig ist, dass sich in Italien und Griechenland, zwei der Hauptankunftspunkte von Flüchtlingen, mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer für eine Aufnahme aussprachen. Nur in Polen und Ungarn taten das weniger als 50 Prozent der Befragten. In Ungarn sprachen sich sogar 54 Prozent dagegen aus.

          Außerhalb Europas ist die Stimmung geteilt. So gaben die Befragten in Nordamerika mehrheitlich an, für eine Aufnahme von Flüchtlingen zu sein. In den Vereinigten Staaten zum Beispiel sprachen sich 66 Prozent der Befragten dafür aus. In Südafrika, Russland und Israel fand die Aufnahme von Flüchtlingen allerdings keine Mehrheit.

          Gleichzeitig zeigt die Studie, dass eine Mehrheit der Befragten die EU-Flüchtlingspolitik ablehnt. In keinem der zehn Länder ist eine Mehrheit mit der Politik der EU einverstanden. Dabei wurden die Befragten nicht gefragt, gegen welche konkreten Aspekte oder Maßnahmen der EU-Politik sie sind.

          In Griechenland ist die Ablehnung besonders ausgeprägt. 92 Prozent der Befragten sind dort mit der EU-Flüchtlingspolitik nicht einverstanden. Auch in Schweden, Ungarn und Italien missbilligten etwa 80 Prozent der Befragten die Arbeit der EU. In Deutschland sind es 66 Prozent.

          Die Unzufriedenheit mit der EU-Flüchtlingspolitik deckt sich mit den Erkenntnissen aus einer anderen Studie des Pew Research Centers aus dem vergangenen Jahr. Eine Mehrheit in allen neun untersuchten EU-Ländern bevorzugte damals, dass ihre nationalen Regierungen in Fragen der Migration entscheide – und nicht die EU. Die untersuchten Länder waren mit Ausnahme Großbritanniens dieselben wie in der aktuellen Studie.

          Die Forscher betonten ebenfalls, dass die EU-Flüchtlingspolitik noch stärker missbilligt werde als die EU-Wirtschaftspolitik. Diese Schlussfolgerung stammt aus einem Vergleich zu einer Studie desselben Instituts aus dem Jahr 2017. In der Studie wurde damals ermittelt, dass eine knappe Mehrheit der Befragten in neun untersuchten EU-Ländern nicht mit Brüssels Wirtschaftspolitik einverstanden waren.

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