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Marktbericht Aktienmarkt unter Druck

 ·  Das mangelnde Vertrauen der Kreditmärkte in Italiens Zahlungsfähigkeit hat die Finanzmärkte erschüttert. Zweifel an einem raschen Schuldenabbau in Italien haben den Dax deutlich gedrückt.

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Das mangelnde Vertrauen der Kreditmärkte in Italiens Zahlungsfähigkeit hat am Mittwoch die internationalen Finanzmärkte erzittern lassen. Vor allem am Rentenmarkt kam es zu einem Beben, nachdem die Renditen für die italienischen Staatsanleihen auf Rekordniveau geklettert waren. Trotz des absehbaren Rücktritts des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi stieg die Angst, die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone könnte ohne finanzielle Hilfen auch noch umfallen. „Der exorbitante Anstieg der Renditen für italienische Staatsanleihen ist schon sehr bedenklich“, sagte ein Händler.

Der Dax fiel um 2,2 Prozent auf 5833 Punkte. Erst ein laut Händlern “aggressives“ Eingreifen der EZB am Sekundärmarkt für Anleihen brachte am frühen Nachmittag etwas Entspannung, so dass die meisten Indizes ihre Verluste eingrenzten.

Auslöser der Verkaufswelle: Am Rentenmarkt waren die Renditen für italienische Staatsanleihen über alle Laufzeiten massiv gestiegen. Sowohl für die zehn- als auch für die fünfjährigen Papiere muss Italien nunmehr klar über sieben Prozent berappen - so viel wie noch nie seit der Einführung des Euro am 1.1.1999 an den Finanzmärkten. Metzler-Bank-Analyst Mario Mattera warnte, bei Renditen über sieben Prozent werde die Lage für ein Land derzeit kritisch. So sei es zumindest bei Irland und Portugal gewesen. Als Grund für den Rendite-Anstieg nannten Händler die Anhebung der Abschläge durch den britischen Wertpapier-Abwickler LCH. Clearnet für italienische Anleihen.

“Allein die Tatsache, dass die Rendite der zehnjährigen italienischen Anleihen die wichtige Marke von sieben Prozent übersprungen hat, deutet darauf hin, dass die Krise mit dem quälend langsamen Abgang Berlusconis nicht zu Ende ist“, fasste Joshua Raymond, Chef-Marktstratege des Handelshauses City Index zusammen. Die Aktienmärkte hatten zunächst noch auf die Ankündigung Berlusconis mit vorsichtigen Käufen reagiert. Der umstrittene langjährige Regierungschef will erst nach der Umsetzung der Wirtschaftsreformen zurücktreten. „Da haben viele natürlich Angst, dass er seine Meinung noch einmal ändert“, erklärte ein Händler. Und „es gibt keine Garantie, dass Berlusconis Nachfolger einen besseren Job macht“, sagte Fondsmanager Christian Jimenez von der Vermögensverwaltung Diamant Bleu Gestion.

Auch an den Devisenmärkten flohen die Anleger in Scharen aus dem Euro . Die Gemeinschaftswährung verlor rund zwei Cent bis auf 1,3581Dollar.

Finanzwerte unter Druck

Viele Anleger warfen europaweit die Finanzwerte aus ihren Portfolios. Der Stoxx-Banken-Index büßte bis zu 4,5 Prozent ein. Unter die Räder kamen im Dax die Aktien der Allianz. Vor allem über seine italienische Tochter hatte Europas größter Versicherer Ende 2010 28,2 Milliarden Euro in italienische Staatsanleihen investiert. In Mailand verloren Unicredit - in Deutschland durch die HVB vertreten - und Intesa Sanpaolo jeweils bis zu fast acht Prozent. „Jetzt wird mal durchgerechnet, was die Banken so an italienischen Anleihen in den Portfolien halten, und was an Abschreibungen auf sie zukommen könnte“, sagte Kapitalmarktstratege Jens Beulke von Silvia Quandt Research.

Mit einem Abschlag von rund sechs Prozent standen nach der Vorlage von Zahlen auch die Aktien der britischen Großbank HSBC in London unter Druck. Kaum eine Aktie konnte sich dem Trend entziehen. Zu den wenigen Gewinnern europaweit zählten die Titel Deutschen Post, die nach einem starken Quartalsergebnis ihre Gesamtjahresziele anhob.

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