05.09.2006 · Marc Faber ist immer auf der Suche nach dem nächsten Crash. Von Hongkong aus investiert er in Aktien, die alle anderen gerade abstoßen. Immer wieder hat er mit seinen pessimistischen Prognosen ins Schwarze getroffen.
Von Thomas SchmittMarc Faber ist immer auf der Suche nach dem nächsten Crash. Von Hongkong aus investiert er in Aktien, die alle anderen gerade abstoßen. Immer wieder hat er mit seinen pessimistischen Prognosen ins Schwarze getroffen.
Der Mensch
Er trägt einen Zopf und verwaschene Jeans. Schon mit 24 Jahren machte Marc Faber in Zürich seinen Doktor in Wirtschaftswissenschaften, bereits 1973 zog er nach Asien. In Hongkong und Thailand lebt der 60 Jahre alte Schweizer heute noch und verunsichert von dort am liebsten seine Kunden mit düsteren Prognosen. „Dr. Doom“ wird er genannt. Geld verdient er seit 1990 auch als Vermögensverwalter.
Bekannt wurde er aber, weil er den Zusammenbruch des japanischen Aktienmarktes 1990 oder den Kollaps der Technologieaktien 2000 richtig vorhersagte. Er ist ein beliebter Festredner, weil er die Torheiten der Anleger so plastisch beschreiben und mit schönen Beispielen aus der Geschichte garnieren kann. Unter Pessimisten hat er eine treue Fangemeinde - getreu dem Motto: Der nächste Crash kommt bestimmt.
Das Konzept
Erfolg hat nur, wer anders als die Masse investiert. Faber wendet sich aus Prinzip gegen die gerade herrschende Meinung - wo auch immer. Dahinter steckt die Idee, daß die Mehrheit meistens falsch liegt oder zu spät kommt. Er warnt früh, meist zu früh vor einer Blase oder einem Crash. Wenn andere massiv aussteigen, würde er reingehen.
Die Lehre
„Familien und Vorsorgestiftungen sollten mehr Werte in Asien als in Amerika halten“, rät Faber. Er lobt Afrika, weil da keiner hingeht, und findet Aktien gut, die fast alle Analysten zum Verkauf empfehlen. Das seien meist die nächsten Gewinner.
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