Home
http://www.faz.net/-gpc-78d5z
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Aktuelle Nachrichten online - FAZ.NET

Magnizkij-Affäre Russland verhängt Sanktionen gegen Amerikaner

 ·  Unmittelbar nach den erweiterten amerikanischen Sanktionen gegen russische Funktionäre zieht Moskau in der Magnizkij-Affäre nach. Russland legt eine „Schwarze Liste“ mit Einreiseverboten für 18 Amerikaner vor.

Artikel Lesermeinungen (19)

Der Tod eines russischen Anwalts in einem Moskauer Untersuchungsgefängnis hat zu einem „Krieg der Listen“ und einer Verstimmung in den russisch-amerikanischen Beziehungen geführt. Russland verhängte am Samstag Einreiseverbote gegen 18 amerikanische Bürger, nachdem die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen 18 russische Beamte erlassen hatten.

Die „schwarze Liste“ mit russischen Funktionären, die am Tod des Anwalts Sergej Magnitskij schuld sein sollen, sei eine „Einmischung in innere Angelegenheiten“, teilte das Außenamt in Moskau mit. „Der Krieg der Listen ist nicht unsere Wahl, aber offene Erpressung können wir nicht ignorieren“, sagte Sprecher Alexander Lukaschewitsch.

Russland verhänge Sanktionen unter anderem gegen amerikanische Bürger, die „am Foltern von Häftlingen“ im Gefangenenlager Guantánamo beteiligt seien oder die Rechte von Russen verletzt hätten, betonte er. Man bedaure das „absurde“ amerikanische Gesetz, das „unter dem Druck russophober amerikanischer Kongressabgeordneter“ zustande gekommen sei, sagte Lukaschewitsch.

Umstrittenes Adoptionsverbot

Heftige Kritik kam auch vom Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma, Alexej Puschkow. Der unter Präsident Barack Obama begonnene „Neustart“ in den russisch-amerikanischen Beziehungen sei nun „begraben“, teilte Puschkow per Kurznachrichtendienst Twitter mit. „Wir wollen keinen politischen Krieg, aber wir werden reagieren“, unterstrich der Abgeordnete.

Als Antwort auf den „Magnitsky Act“ hatte Moskau bereits unter anderem ein umstrittenes Adoptionsverbot für amerikanische Familien beschlossen. An diesem Montag wird Obamas Nationaler Sicherheitsberater Thomas Donilon in Moskau erwartet. Ob er wie gewünscht Kremlchef Wladimir Putin einen persönlichen Brief des amerikanische Präsidenten übergeben kann, war offen. Das hänge „von Putins Zeitplan ab“, hieß es im Kreml.

Die vom Finanzministerium in Washington am Vortag veröffentlichte Liste führt russische Amtsträger auf, die unter den sogenannten „Magnitsky Act“ fallen. Dabei handelt es sich um ein Gesetz, das Obama im Dezember unterschrieben hatte. Es geht zurück auf den 2009 in einem Gefängnis angeblich zu Tode geprügelten Anwalt Magnitskij. Die Vereinigten Staaten werfen Russland in dem Fall grobe Menschenrechtsverstöße vor.

  Weitersagen Kommentieren (15) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
Krise in der Ukraine Trügerische Signale der Entspannung

Nach Putins Fernsehauftritt und der Einigung von Genf zeigen sich Russlands Medien milde wie selten. Doch nicht nur in der Ukraine gibt es Zweifel am wahren Willen des russischen Präsidenten zur Deeskalation. Mehr

18.04.2014, 18:02 Uhr | Politik
Ukraine-Krise Kiew: Russland will dritten Weltkrieg

Der ukrainische Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk wirft Russland vor, einen dritten Weltkrieg beginnen zu wollen. Der russische Außenminister beschuldigt die Ukraine, einen „Krieg gegen ihr eigenes Volk“ zu führen - für das sie sich verantworten müsse. Mehr

25.04.2014, 04:50 Uhr | Politik
Region Donezk Ukrainische Truppen ziehen sich zurück

Im Osten der Ukraine ziehen sich die Regierungstruppen aus dem Gebiet Donezk zurück. Zuvor hatten Bewaffnete einen Stützpunkt der Nationalgarde angegriffen. Drei Separatisten sollen dabei getötet worden sein. Mehr

17.04.2014, 08:01 Uhr | Politik

13.04.2013, 11:43 Uhr

Weitersagen

Goldene Zeiten unter Vorbehalt

Von Sven Astheimer

Durch die Krise in der Ukraine rücken auch ihre Nachbarstaaten in den Fokus. Polen boomt. Doch der Konflikt vor der eigenen Haustür offenbart zugleich die Schwächen der Wirtschaft an der Weichsel. Mehr 2 10

Honda CB 650 F Rückschritt als Fortschritt

Jahrzehntelang ging die Motorradentwicklung in Richtung stets höherwertiger Technik. Mit der neuen CB 650 F hat Honda diesen unumkehrbar scheinenden Trend gestoppt und radikal umgekehrt. Mehr 1 3

Frankfurter Allgemeine Magazin Es ist Uhrzeit

Tatsache: Manche Uhren eignen sich auch als Dessert. Nachzulesen ist das in der neuen Ausgabe des Frankfurter Allgemeine Magazins. Das Uhren-Spezial liegt am Samstag der F.A.Z. bei. Hier ein kleiner Vorgeschmack. Mehr 3

Kuriose Stellenausschreibung Suche Chef, biete Mediamarkt

Sind Sie ein Mannschaftsspieler und haben keine Angst vor Kontrollverlust? Und sind auch nicht ganz blöd? Dann haben wir hier was für Sie! Mehr 1