07.12.2011 · Biathletin Magdalena Neuner tritt zum Ende der Saison zurück. Der Gedanke beschäftigt sie schon lange - seit dem vermeintlichen Höhepunkt ihrer Karriere in Vancouver.
Von Claus Dieterle, LeogangWenn denn die offizielle Rücktrittserklärung von Magdalena Neuner ein emotionaler Moment war, dann wusste das die 24 Jahre alte Biathletin gut zu verbergen. Ganz im Gegensatz zu Cheftrainer Uwe Müssiggang, der am Mittwoch bei der Pressekonferenz in einem Tiroler Hotel zwei Tage vor dem Biathlon-Weltcup in Hochfilzen ganz schön schlucken musste.
Er verliert mit der zehnmaligen Weltmeisterin am Saisonende schließlich seine beste Athletin. „Das geht mir schon sehr nahe“, sagte er. Und sie umstimmen? „Keine Chance“, sagt Müssiggang. Und ihre Kolleginnen, wie haben die reagiert? „Alle sehr positiv“, sagt Magdalena Neuner.
Aber es gab auch Dinge, die „waren fast schon beängstigend.“ Beim Friseur sei sie gewesen, als die Nachricht von ihrem vorzeitigen Abschied im Radio lief. Dann sei sie zurück nach Wallgau gefahren und habe sich über den Ausnahmezustand in „ihrem“ Heimatörtchen gewundert: überall Kamerateams, überall Fotografen.
Auf der Suche nach ihr. „Ich war da wohl ein bisschen naiv.“ Es sei das erste Mal gewesen, dass sie das volle Paparazzi-Programm abbekommen habe. „So mit Verfolgung und allem.“
Und das alles nur, weil ihre Sehnsucht, mit 25 Jahren ein selbstbestimmtes Leben zu führen, größer sei als der Hunger nach weiteren Medaillen. „Sportlich habe ich keine Ziele mehr, aber ich freue mich auf das Zusammenleben mit meinem Freund“, sagt Magdalena Neuner. Aber wären nicht die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi noch ein Ziel? Da bekommt man Erstaunliches zu hören: „Olympia 2010 war für mich eine große Enttäuschung.“ Nicht sportlich, was bei zweimal Gold auch merkwürdig gewesen wäre, sondern als Ereignis.
Sie habe so ihre verklärten Vorstellungen gehabt: „Dass wir Sportler im Vordergrund stehen, dass ein besonderer olympischer Spirit herrscht, aber wir wurden nur herumgeschubst. Nein, das muss ich nicht noch einmal haben.“
Nach Vancouver 2010 habe sie sich übrigens das erste Mal ernsthaft mit dem Thema Rücktritt befasst, den Spaß aber wiedergefunden. Neuner betont bei dieser Gelegenheit noch einmal, dass ihre Karriere keineswegs so leicht gewesen sei, wie viele denken. 2007, nach ihrem erfolgreichen Einstand, sei sie nahe am Burnout gewesen. „Da habe ich nur gedacht: Ich will mein Leben zurück.“
Das holt sie sich bald wieder. Aber erst will die Athletin ihre Karriere mit dem Heimspiel bei der WM im März in Ruhpolding krönen. „Ich bin da schon noch hungrig“, sagt sie, zumal vor den eigenen Fans. Weil die ihr sehr wichtig seien, habe sie ihren Rückritt auch zuerst auf ihrer Homepage mitgeteilt und nicht die Pressekonferenz einen Tag später abgewartet.
Auf der fällt tatsächlich noch das Wort „Comeback“. Da grinst Magdalena Neuner: „Eine klitzekleine Chance besteht. 2 Prozent vielleicht.“ Allen, die jetzt hoffen, sei gesagt: Es war als Scherz gemeint.
Dient sie jetzt Wolfgang Schäuble
Claus Behrens (chipin)
- 08.12.2011, 14:17 Uhr
Bemerkenswert, dass selbst eine Sportlerin, die mit "dem ganzen
Rummel" ...
Rolf Jonasson (R.Jonasson)
- 08.12.2011, 12:28 Uhr
Woher kommt diese riesige Mediale Aufmerksamkeit?
Christopher Haku (Ulquiorra)
- 08.12.2011, 11:23 Uhr
Neuner: Olympia war eine große Enttäuschung
DANY FRANKY (danyandfrank)
- 08.12.2011, 11:20 Uhr
Persönlichkeit
Günter Blümel (guenterbluemel)
- 08.12.2011, 08:36 Uhr
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