22.02.2013 · In der Opposition wie im Regierungslager regen sich Bedenken gegen das Leistungsschutzrecht für Verlage. Der Profiteur dieser Entwicklung ist nicht der Nutzer des Internet, sondern Google.
Von Michael HanfeldRichtlinien für Lesermeinungen
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Die Logik von Google oder: Wer klaut, macht Kohle
In einer groß dimensionierten Werbekampagne, darunter auch in der FAZ, wirbt Google für seine Belange. Das ist konsequent, wobei (was auch konsequent sein mag) das gedankliche Niveau unterhalb der Nachweisschwelle liegt: Zeitungen, die sich das Abschreiben und Veröffentlichen von Passagen ihrer Artikel verbäten oder doch Honoraranteil dafür verlangten, verhielten sich wie Taxifahrer, die vom Restaurantbesitzer Geld verlangen, weil sie ihm Gäste zuführen. Dem anwenderfreundlichen Urheber dieser Sentenz (die man mit einer Medaille für nützliche Idiotie honorieren sollte) wird die Logik seiner Vergleichereien vielleicht nicht einleuchten, falls doch, wird er sie (und sich selbst gleich dazu) heftig verfluchen: denn Google benimmt sich nach eigenem Bekunden wie ein Taxifahrer, der die Restaurantküche beklaut.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.03.2013 15:29 Uhr@ Dieter Pawlik
Sie vergessen immer in Ihren Ausführungen, das Google keinen listet, der das nicht möchte. Jeder Verlag hat die Möglichkeit, im Kopf seiner Webseite mit ungefähr 40 sek Aufwand einen Befehl einzufügen (für den normalen User unsichtbar), der das Listen bei Google und anderen Suchmaschinen verhindert. Und wie an anderer Stelle schon erwähnt wurde, bei Google-News muss sich der Verlag durch mehrere Seiten Anmeldeformulare kämpfen... Es kann mir also kein VErlag erklären, das er gegen seinen Willen bei Google gelistet wird...
Zutreffender Einwand - akzeptiert!
Ich räume ein, Herrn Sixtus´ Vergleich nicht begriffen zu haben, dh wer Taxi und wer Restaurant sein soll. Wenn das Taxiunternehmen Speisekarten auslegte, dies im Einverständnis oder gar auf Bitten des Restaurants: keine Einwände hätte ich dann gegen Ihre (im übrigen durchaus pointierte und durchdachte) Kritik an meinen Ausführungen. Wobei man übrigens, um im Bilde (und bei dem, wie ich nach wie vor finde, schiefen Vergleich) zu bleiben, an eine pauschalierte Provision für das Taxiunternehmen denken könnte (es führt dem Restaurant Kunden zu) oder an eine für das Restaurant (es führt dem Taxiunternehmen Fahrgäste zu). Das Taxiunternehmen legt aber keine Visiten- oder Speisekarten aus, es serviert allerlei Happen vom Menü, die es sich, ich wiederhole es, aus der Restaurantküche besorgt hat.
Der Vergleich ist nicht korrekt wiedergegeben.
Google benimmt sich wie ein Taxiunternehmen, daß von Restaurants
mit deren Einverständnis im Fahrzeug Kunden die Speisekarten
vorlegt. Die können sich dann während der Fahrt Restaurant und
Gericht aussuchen. Das hat so gut geklappt, daß jetzt die
Restaurants einen Teil vom Fahrpreis haben wollen. Da das
Taxiunternehmen nicht zahlen will, belügen die Restaurants nun die
Öffentlichkeit und den Gesetzgeber und behaupten, sie hätten
gar keine Erlaubnis erteilt die Speiskarte im Taxi auszulegen. Obwohl
jeder der am Restaurant vorbeiläuft dort ein Schild lesen kann auf
dem steht: Taxiunternehmen Google darf unsere Speisekarte nutzen.
Google klaut nichts von den Verlagen. Die Verlage geben Ihre Inhalte
über robots.txt und meta tags zum indizieren frei. Um in Google
News reinzukommen muss man sich sogar über einen mehrseitigen
Anmeldeprozess anmelden.
Schauen wir uns mal den Quelltext des Artikels an:
meta name="robots" content="index, follow,
noarchive"steht da. D.h. die FAZ gibt Suchmaschinen die Erlaunis
den Artikel zu indizieren. Wenn man von Google Geld will, könnte
man ja reinschreiben: meta name="googlebot"
content="noindex, nofollow". Dann bei Google anrufen und
sagen: Hallo, wir haben die FAZ aus dem Googleindex genommen und
möchten zukünftig eine Gebühr für die Freigabe. Das
wäre Marktwirtschaft Dummerweise würde Google antworten: Eure
Inhalte sind nicht so gut und einmalig, daß es sich für uns
lohnen würde zu zahlen. Das ist auch Marktwirtschaft.
Nach dem Staat zu rufen und zu sagen: Hallo, bitte zwingt Google
für unsere Inhalte zu zahlen und diese in seinen Index aufzunehmen,
gleichgülltig welche Qualität diese haben. Das ist Sozialismus.
Verlage können Google jederzeit aussperren
Die in diesem Text zum Ausdruck kommende Position der Verlage erscheint
mir unredlich. Denn es wäre ihnen ein leichtes, mit zwei Zeilen in
einer Datei auf ihrem Webserver Google auszusperren. Das wollen sie aber
nicht, weil Google ihnen jede Menge Anzeigen-relevanten Webtraffic
bringt. Aber sie wollen dafür einfach so abkassieren. Dabei
könnten sie mit dieser Sperre sehr wohl Druck auf Google
ausüben, eine Lizenzvereinbarung abzuschließen.
Bei alledem ist ja bei Google nicht die Suchmaschine als solche oder das
Urheberrecht das Problem, sondern ihre Quasimonopolstellung. Dafür
gibt es aber kartellrechtliche Instrumente, die halt erforderlichenfalls
genutzt werden und vom Gesetzgeber auch generell verbessert werden
müssen, z.B. durch die Möglichkeit einer Zerschlagung von
Monopolen und Oligopolen oder der privaten Sammelklage (class action).
Sehr Richtig!
Den kurzen 2-Zeiler im Quelltext der Website können/dürfen die
Verlage nicht in ihren Seiten einbetten, da es diese dann in absehbarer
Zeit nicht mehr geben würde. Ich würde mal schätzen (ohne
nun nachzusehen; auf Google ;) ) das mindestens 70% der Nutzer der
Verlags-Seiten direkt von Google hier her kommen.
Verschlafen zu haben eine ähnlich starke Seite zu haben kann man
Google nicht ankreiden.
Und zum Thema Monopolstellung. Google ist nur deshalb ein Monopolist, da
es kein vergleichbares Gegen-Angebot gibt. Da wo es dieses gibt, liegt
auch Google als angeblicher Monopolist hinten. Siehe Facebook vs. Google+
„Mit der gleichen Logik könnte ein Restaurantbesitzer von
Taxifahrern Geld verlangen, die ihm Gäste bringen.“
In vielen Ländern ist's genau umgekehrt. Der Taxifahrer bekommt
Provisionen von Restaurants und Hotels denen er Kunden zuschustert.
ein klarer Sieg der Lobbyisten und eine Schande für die Parlamentarier, die sich "einwickeln" liessen.
Wie das mit Geschäftsmodellen ist, die auf Lohnsklaven und der Ausbeutung der Leistungen anderer beruhen, sollten Sie möglicherweise einmal mit Ihren "Festen Freien" Kollegen in der gesamten Branche oder dem Freischreiber e.V. erörtern. Sie werden staunen!
Google wäre nicht der Leidtragende
Der polemische Ton des Artikels ist schlimm. Ausbeutung, Propaganda und
Mario Sixtus als blinder Passagier - eine Nummer kleiner haben Sie's nicht?
Ich glaube nicht, dass Google die deutschen Verlage - beziehungsweise
alle deutschsprachigen Texte, denn wie wollte man feststellen, ob es
sich nicht um einen geschützen Presseartikel handelt? - aus der
News-Suche werfen würde. Dennoch wäre Google aber kaum der
Leidtragende, wenn das Leistungsschutzrecht käme. Die großen
Verlage wären möglicherweise in einer ausreichend starken
Verhandlungsposition, um mit Google einen Lizenzvertrag auszuhandeln.
Kleinere Publikationen nicht - dort gilt weiter: Wer gefunden werden
will, muss kostenlose Snippets zulassen. Ebenso chancenlos wären
kleine, hobbymäßig betriebene Aggregatoren mit ein, zwei
Werbebannern oder einem flattr-Button (wie früher Rivva), die sich
die "namentliche" Verlinkung von Presseartikeln nicht mehr
leisten könnten. Sieger wären Springer etc. und Google, die
Konkurrenz los würden.
Der Artikel ließt sich wie von einen bockigen Kind geschrieben, ohne das eigene Versagen auch nur zu erkennen. Das Leistungsschutzrecht ist nur die Verlängerung des Todes einer Branche die schon seit dem TV als Massenmedium kein Geschäftsmodell mehr hat. Artikel werden massenhaft von dpa kopiert, lokale Redaktionen mehr und mehr geschlossen und den Auftrag in einer Demokratie haben die Zeitungen auch nicht verstanden. Wie das die Geschäftsführung mancher Zeitungsverlage sieht konnte man bei Zapp vor ein paar Wochen am Beispiel Westfälische Rundschau sehen. Redaktion geschlossen, aber hauptsache der Kunde ist blöd und merkt es nicht. Das Google Monopol kommt von den täglichen Benutzer, die vorher Yahoo nutzten. Google machte bisher alles richtig und wenn es kein anderes Unternehmen mit entsprechenden, besseren Angebot gibt wird das so bleiben. Hättet Ihr den Menschen das Internet erklärt würde es anders aussehen und Ihr hättet euch das Weinen sparen können.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.02.2013 09:56 UhrDer Artikel von Hr. Hanfeld
ist ein gutes Beispiel dafür, wie Zeitung nicht funktionieren soll:
wäre dieser Artikel als Kommentar gekennzeichnet - OK! Jedem seine
Meinung... die muss man ja nicht teilen.
Hier aber wird der Versuch unternommen, unter dem Deckmantel eines
redaktionellen Artikels über Bedenken gegen das LSR im Bundestag
die Position der Verlage als Tatsache hinzustellen. Hätte Hr.
Hanfeld geschrieben: "nach Meinung der Verlage beruht das
Geschäftsmodell von Google auf der Ausbeutung der Leistung
anderer", wäre dies deutlich die Position einer der beiden
"Parteien". So verstößt der Artikel imo gegen Punkt
7 des Pressekodex: "Redaktionelle Veröffentlichungen
dürfen nicht durch private oder geschäftliche Interessen der
Journalisten, Verleger oder Dritter beeinflusst werden."
Die SZ hat dargestellt, dass 25 % ihrer Zugriffe im Monat von Google kommen, während nur ca. 8 % der Google - Zugriffe irgendwelchen vom Gesetz betroffenen Websites gelten. Was passiert denn, wenn Google strittige Seiten einfach streicht? Ich möchte hier auf die Erfahrungen in Belgien hinweisen, wo die Verleger ein Urteil gegen Google erstritten haben und anschließend die gesamte belgische Verlagsbranche im Internet pratisch nicht mehr vorkam. Im Übrigen: Im Gesetestext steht etwas von Geschäftsprinzip, aber bei nur 8% ist es zweifelhaft, ob das Gesetz Google überhaupt trifft.
Alternativen zu Google gibts zuhauf
Google hat wohl den besten Suchalgorithmus und somit Suchergebnisse. Aber es gibt jede Menge Alternativen, wie Benefind (mein Favorit, weil der Verdienst gespendet wird!), Yahoo, Fireball oder Microsofts Bing. Alle sind übrigens mit einem Punkt-DE am Ende zu erreichen... ;-)
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.02.2013 17:55 UhrFalsch!
Was Sie schreiben ist unwahr.
Ich habe eben, einfach um ihre "Wette" mal mitzuspielen, die
Begriffe "Cleavage-Theorie" und "Nockenwelle"
gegoogelt. Zwei zufällige Fachbegriffe also.
Das erste Ergebnis war jeweils der (werbefreie!) Wikipedia-Eintrag, auf
dem beides sehr gut erklärt wird. Auch die folgenden Ergebnisse
sind haben die Eigenschaften von Lexikon-Artikeln. Die Google-Suche ist
bei beiden Begriffen übrigens komplett werbefrei.
Vielleicht googeln Sie ja in einem Parallel-Internet...?!
Na ja - das mit den Suchergebnissen ist so eine Sache.
Ich weiß nicht, wie es anderen geht; Was mich persönlich bei Google nervt: sobald Sie einen etwas aktuelleren Begriff eingeben, erscheinen auf den ersten Seiten fast ausschließlich Zeitungsartikel (der bekannten großen Verlage). Auch ein Zeichen dafür, wie viel Zeit und Geld die Verlage darauf verwenden, in den Suchmaschinen möglichst weit vorne zu landen.
seine Sichtweise.
Google hat seine Interessen die von Google massiv vertreten werden. Die
Verlage und Journalisten haben Ihre Interessen, die eben auch massiv
vertreten werden.
Allen gemein ist, dass sie an unsere Brieftasche wollen.
Der Artikel ist eben durch und durch vom Eigeninteresse durchsetzt, was
nicht so schlimm wäre wenn nicht auch hier versucht wird den
Eindruck von Neutralität zu erwecken.
Schade nur dass auch hier wieder nicht einmal der versuch unternommen
wird das Problem aus Neutraler Sicht beleuchtet wird.
Es gibt eben verschiedene Interessengruppen die sich gegenüber stehen.
Google will alle Inhalte nutzbar machen um dann über die fremden
Inhalte Ihre Werbung zu verkaufen - Die Verlage wollen Ihre Produkte
(Zeitungen Bücher Internetseiten) verkaufen, der Staat will daran
mit Steuern partizipieren, die Bürgen verlangen nach neutraler
berichterstattung und ungefilterter unzensierter Berichterstattung um
sich zu bilden und sich eine EIGENE Meinung bilden zu könn
"Geschäftsmodell, das auf der Ausbeutung der Leistung anderer beruht"
Ist das so? Die Verlage hätten genug Möglichkeiten, ihre
Inhalte im Internet einzig kostenpflichtig zur Verfügung zu stellen
und sich dadurch vor Ausbeutung zu schützen. Fachzeitschriften
machen es so. Die Wortwahl ist daher wohl nicht so ganz zutreffend,
Selbstausbeutung träfe es da schon eher.
Interessant auch die Anspielung auf den zwangsfinanzierten ÖR. Auch
dagegen könnten sich die Medien, die nicht zwangsfinanziert werden,
durchaus zur Wehr setzen. Meinen Segen hätten sie. Vielleicht
würde das so vom Bürger gesparte Geld dann zum Teil auch ihnen
zufließen. Gönnen würde ich es ihnen.
Nüchtern betrachtet ist ein Internet ohne Suchmaschinen undenkbar,
da nicht handhabbar. Das Dilemma, daß Artikel in Zeitungen nicht
als Katze im Sack gekauft würden, bleibt. Denn wie will man den
potentiellen Kunden zum Kauf animieren, wenn man dazu den Inhalt schon
mehr oder weniger offenlegen muß.
Analog trifft dieses Problem aber auch den Handel, dessen Beratung auch
nicht honoriert wird.
nicht die Augen vor dem Wandel verschließen
Die Ergebnisse in Belgien und Frankreich (kein Leistungsschutzrecht,
Zahlungen an die Presse zur Unterstützung der Entwicklung
Internet-tauglicher Geschäftsmodelle) sind zwar ein Armutszeugnis
für die Presse, die ihr Geschäft selber entwickeln sollte,
aber der bessere Weg als das Leistungsschutzrecht.
Die Technologie im Internet entwickelt sich ständig weiter. Sich in
die Abhängigkeit eines momentan starken Dritten zu begeben, dem das
Pressegeschäft ziemlich egal sein kann, wird keine Dauerlösung
sein. Je später Presse und Handel es unternehmen, eigene Internet -
taugliche Geschäftsmodelle zu entwickeln, desto schwieriger wird es
sein, ehemalige Kunden, die sich auf andere Angebote umgestellt haben,
zurückzugewinnen.
Liebe Journalisten, ich höre von euch immer nur Rumgejammere! Wo
sind die klaren Fakten, die für das von euch geforderte
Leistungsschutzrecht sprechen? Überzeugt mich!
Bis jetzt habe ich nichts derartiges gelesen. Auch dieser Artikel
enthält dazu nichts, sondern hackt nur auf Google herum. Und was
bitteschön, hat das mit dem Versteuern der Gewinne im Ausland zu
tun? Nur um schlecht über Google zu schreiben? In diesem Punkt
stimme ich aber durchaus überein und fordere auch, dass in
Deutschland generierte Gewinne auch hier versteuert werden sollten.
Ansonsten hört auf die Leute für dumm zu verkaufen. Wenn ihr
nicht bei Google auftauchen wollt, baut das kleine Schnippselchen
einfach in euren Internetauftritt ein. Dadurch landet man auch nicht
zielgerichtet auf der gesuchten Nachricht und kann leider auch nicht auf
die Werbebanner an der Seite klicken. Dadurch sinkt der Erlös durch
Werbeeinnahmen und zusätzlich durch einen Rückgang der Seitenzugriffe.
Eigentlich hatte ich geglaubt,
dass die FAZ aus den Reaktionen der Leser auf die vollkommen einseitig
PRO-Leistungsschutzrecht ausgelegte Berichterstattung gelernt hätte
und zu einer etwas ausgewogeneren Berichterstattung zurückkehren
würde. Zarte Ansätze gab es ja, die Pro und Kontra wertfrei gegenüberzustellen...
Aber in einen redaktuellen Artikel über die Bedenken gegen das LSR
bei Regierung und Opposition, die Verlagsmeinung "Googles
Geschäftsmodell würde auf der Ausbeutung Leistungerer anderer
beruhen", als Tatsache (und eben nicht als Meinung) hinzustellen,
ist einfach nur: peinlich.
Bei solchen Versuchen, die eigene Macht zur Meinungsbeeinflussung der
Bevölkerung zu missbrauchen, wundert es mich nicht, dass der Beruf
des Journalisten inzwischen ungefähr genauso hoch angesehen ist wie
der des Schlachtermeister in einer Großschlachterei.
...denn sonst würde das Verlagssterben noch schneller gehen. Aber
das wird sicherlich noch von den Verlagen erkannt.
Faszinierend ist die - wirklich in der Qualität zu sonstigen
Kommentaren "unterirdischen" - Hetze (ja, Propaganda) gegen
Google. Was ist mit Bing? Jeder neue Windows 8-Anwender erhält auf
der Kachelseite ein News-Aggregat? Bekommen die Verlage jetzt schon Geld
von Microsoft?
Pardon, auch wenn ich nicht Googles-Geschäftspraktiken mag, aber
die Initiativen von Google enthielten weniger Propaganda als dieser
Artikel, der von einem seriösen Journalismus meilenweit entfernt
ist. (Auch wenn diese Kritik wieder gelöscht wird)
das Problem der Verlage ist ein tiefer gehendes/in der Zukunft liegendes. Um den "kurzen" Link, der derzeit bei Google angezeigt wird und auf die Seite der Zeitung führt, dürfte es wohl kaum gehen. Wie meine Vorredner sagten, das ist viel eher dringend notwendige Werbung als Infoabgreifen. Problematisch wird es, wenn Google Nachrichten der Zeitungsverlage in eigene Angebote verbaut (Nachrichtenticker, RSS Feeds o.ä.), oder künftig (wie offenbar schon angedacht ist) ausführliche "Previews" der Seiten anzeigen will, ohne dass man die eigtl. Seite aurufen muss (und Google verlassen muss). Letzteres würde nämlich dazu führen, dass man die auf der fraglichen Seite angezeigt Werbung nicht mehr sehen würde, was diese obsolet macht und den Anbieter in Geldschwierigkeiten bringt. Das Problem mit den Newstickern dürfte auf der Hand liegen. Google tut jedenfalls eher wenig, um (unberechtigte?) Bedenken der Verleger (und nicht nur von ihnen) zu zerstreuen.
Angreifbar und intellektuell unredlich...
diesen Vorwurf bin ich geneigt dem Autor selbst zu machen. Dass Sixtus
sich nicht zum Leistungsschutz äußern solle, weil er beim
öffentlich-rechtlichen Rundfunk arbeitet, leuchtet mir genauso
wenig ein, wie wenn Klaus Kleber die FAZ auffordern würde, nicht
über Rundfunkgebühren zu schreiben.
Google ist nicht verantwortlich dafür, dass die meisten Verlage
noch kein tragfähiges Geschäftsmodell für ihre
Internetangebote gefunden haben. Dafür dass Google den Verlagen
kostenlos Traffic und damit Werbeeinahnen vermittelt, schuldet es ihnen
selbstverständlich kein Geld.
Das Jammern über das ach so böse Google ist fruchtlos. Wenn es den Verlagen nicht gefällt - und sie konsequent sind -, veranlassen sie, dass Google sie nicht mehr verlinkt. Lässt sich übrigens auch verhältnismäßig leicht selbst im jeweiligen Quellcode der Web-Auftritte regeln. Dann sind die Verlagauftritte eben nur noch ohne die Suchmaschine erreichbar. Mit den Konsequenzen für die Erreichbarkeit und die Zahl der Zugriffe müssen die Verlage allerdings auch leben.
Google ist de facto Monopolist, weil es ein geniales win/win Konzept hat
und viel Geld damit verdient.
Die Verleger haben den Zug abfahren lassen und wollen nun per Gesetz
noch in die erste Klasse.
Das ist unredlich; wenn ein Verlag nicht von Google gefunden werden
möchte, steht es ihm ja frei...
Hier wurde auf durchsichtige Weise versucht, ein Stück vom fremden
Kuchen abzubekommen; vielleicht sollten die Verleger jetzt ein
steuerähnliches Bezahlmodell anstreben? "Einfach für
alle", eine "Demokratieabgabe"?
Der Verdruss darüber, dass nun selbst die ehemaligen
Befürworter des "Leistungsschutzrechts" Bedenken ob der
Rechtstaatlichkeit bekommen haben, ist verständlich.
Aber jetzt auf blindlings auf die bösen Monopolisten (an deren
Profiten man sich gerade noch beteiligen wollte) einzudreschen ist
schlicht dumm...
Auf den Punkt gebracht.
Ich denke, dieser Kommentar bringt die die fatale Fehleinschätzung
bez. des Unternehmens Google auf den Punkt. Es ist zwar richtig, dass
Google als Erster gesehen hat, wie man mit dem Internet tatsächlich
Geld verdienen kann und aus diesem Grund nun Quasi-Monopolist ist. Damit
sind aber weder das Geschäftsmodell an sich noch die
Monopolstellung automatisch wünschenswerte und nicht
hinterfragbare Zustände. Vollends daneben ist die Vorstellung vom
"Win/Win". Nein, das ist ganz sicher nicht Win/Win, es gibt
durchaus auch die Loser: Leute, die den den Verlust ihres
Persönlichkeitsrechts hinnehmen müssen, sowie Autoren,
Musiker, Künstler und anderweitig kreativ Tätige. Letztendlich
ist es die ganze Gesellschaft, denn Sprüche wie "Die
Privatsphäre ist abgeschafft" oder "Tun Sie Dinge, von
denen Sie nicht wollen, dass sie publik werden, lieber erst gar
nicht" passsen nicht unbedingt zu unseren Grundwerten.
Die Religion geht - die Autoritätshörigkeit bleibt. Schlimm,
schlimm.
Google soll nach Ihrer Meinung also dafür zahlen, dass sie
Überschrift und kurze Zusammenfassungen sowie den Link, der dann
zur Hauptseite z.B. der FAZ führt, anzeigen? Bezahlen Sie
dafür, dass Ihr Link an oberster Stelle eines Themas steht? Und
wenn nicht, warum nicht? Durch den Link an prominenter Stelle erzielen
Sie mehr Klicks, was Ihre Einnahmen durch Werbung in der Online-Ausgabe
der FAZ wesentlich steigert.
Das ist schon nörgeln auf sehr hohem Niveau.
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