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Leistungsschutzrecht für Verlage Platz und Sieg für Google

 ·  In der Opposition wie im Regierungslager regen sich Bedenken gegen das Leistungsschutzrecht für Verlage. Der Profiteur dieser Entwicklung ist nicht der Nutzer des Internet, sondern Google.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (38)
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Michael Vorwerk

Die Logik von Google oder: Wer klaut, macht Kohle

In einer groß dimensionierten Werbekampagne, darunter auch in der FAZ, wirbt Google für seine Belange. Das ist konsequent, wobei (was auch konsequent sein mag) das gedankliche Niveau unterhalb der Nachweisschwelle liegt: Zeitungen, die sich das Abschreiben und Veröffentlichen von Passagen ihrer Artikel verbäten oder doch Honoraranteil dafür verlangten, verhielten sich wie Taxifahrer, die vom Restaurantbesitzer Geld verlangen, weil sie ihm Gäste zuführen. Dem anwenderfreundlichen Urheber dieser Sentenz (die man mit einer Medaille für nützliche Idiotie honorieren sollte) wird die Logik seiner Vergleichereien vielleicht nicht einleuchten, falls doch, wird er sie (und sich selbst gleich dazu) heftig verfluchen: denn Google benimmt sich nach eigenem Bekunden wie ein Taxifahrer, der die Restaurantküche beklaut.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.03.2013 15:29 Uhr
Simon Müller
Simon Müller (Simon-M) - 01.03.2013 15:29 Uhr

@ Dieter Pawlik

Sie vergessen immer in Ihren Ausführungen, das Google keinen listet, der das nicht möchte. Jeder Verlag hat die Möglichkeit, im Kopf seiner Webseite mit ungefähr 40 sek Aufwand einen Befehl einzufügen (für den normalen User unsichtbar), der das Listen bei Google und anderen Suchmaschinen verhindert. Und wie an anderer Stelle schon erwähnt wurde, bei Google-News muss sich der Verlag durch mehrere Seiten Anmeldeformulare kämpfen... Es kann mir also kein VErlag erklären, das er gegen seinen Willen bei Google gelistet wird...

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Michael Vorwerk

Zutreffender Einwand - akzeptiert!

Ich räume ein, Herrn Sixtus´ Vergleich nicht begriffen zu haben, dh wer Taxi und wer Restaurant sein soll. Wenn das Taxiunternehmen Speisekarten auslegte, dies im Einverständnis oder gar auf Bitten des Restaurants: keine Einwände hätte ich dann gegen Ihre (im übrigen durchaus pointierte und durchdachte) Kritik an meinen Ausführungen. Wobei man übrigens, um im Bilde (und bei dem, wie ich nach wie vor finde, schiefen Vergleich) zu bleiben, an eine pauschalierte Provision für das Taxiunternehmen denken könnte (es führt dem Restaurant Kunden zu) oder an eine für das Restaurant (es führt dem Taxiunternehmen Fahrgäste zu). Das Taxiunternehmen legt aber keine Visiten- oder Speisekarten aus, es serviert allerlei Happen vom Menü, die es sich, ich wiederhole es, aus der Restaurantküche besorgt hat.

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Juan Llamazares
Juan Llamazares (Llamaj) - 23.02.2013 16:03 Uhr

Der Vergleich ist nicht korrekt wiedergegeben.

Google benimmt sich wie ein Taxiunternehmen, daß von Restaurants mit deren Einverständnis im Fahrzeug Kunden die Speisekarten vorlegt. Die können sich dann während der Fahrt Restaurant und Gericht aussuchen. Das hat so gut geklappt, daß jetzt die Restaurants einen Teil vom Fahrpreis haben wollen. Da das Taxiunternehmen nicht zahlen will, belügen die Restaurants nun die Öffentlichkeit und den Gesetzgeber und behaupten, sie hätten gar keine Erlaubnis erteilt die Speiskarte im Taxi auszulegen. Obwohl jeder der am Restaurant vorbeiläuft dort ein Schild lesen kann auf dem steht: Taxiunternehmen Google darf unsere Speisekarte nutzen.
Google klaut nichts von den Verlagen. Die Verlage geben Ihre Inhalte über robots.txt und meta tags zum indizieren frei. Um in Google News reinzukommen muss man sich sogar über einen mehrseitigen Anmeldeprozess anmelden.

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Juan Llamazares
Juan Llamazares (Llamaj) - 23.02.2013 10:33 Uhr

Schauen wir uns mal den Quelltext des Artikels an:

meta name="robots" content="index, follow, noarchive"steht da. D.h. die FAZ gibt Suchmaschinen die Erlaunis den Artikel zu indizieren. Wenn man von Google Geld will, könnte man ja reinschreiben: meta name="googlebot" content="noindex, nofollow". Dann bei Google anrufen und sagen: Hallo, wir haben die FAZ aus dem Googleindex genommen und möchten zukünftig eine Gebühr für die Freigabe. Das wäre Marktwirtschaft Dummerweise würde Google antworten: Eure Inhalte sind nicht so gut und einmalig, daß es sich für uns lohnen würde zu zahlen. Das ist auch Marktwirtschaft.
Nach dem Staat zu rufen und zu sagen: Hallo, bitte zwingt Google für unsere Inhalte zu zahlen und diese in seinen Index aufzunehmen, gleichgülltig welche Qualität diese haben. Das ist Sozialismus.

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Martin Weigele

Verlage können Google jederzeit aussperren

Die in diesem Text zum Ausdruck kommende Position der Verlage erscheint mir unredlich. Denn es wäre ihnen ein leichtes, mit zwei Zeilen in einer Datei auf ihrem Webserver Google auszusperren. Das wollen sie aber nicht, weil Google ihnen jede Menge Anzeigen-relevanten Webtraffic bringt. Aber sie wollen dafür einfach so abkassieren. Dabei könnten sie mit dieser Sperre sehr wohl Druck auf Google ausüben, eine Lizenzvereinbarung abzuschließen.

Bei alledem ist ja bei Google nicht die Suchmaschine als solche oder das Urheberrecht das Problem, sondern ihre Quasimonopolstellung. Dafür gibt es aber kartellrechtliche Instrumente, die halt erforderlichenfalls genutzt werden und vom Gesetzgeber auch generell verbessert werden müssen, z.B. durch die Möglichkeit einer Zerschlagung von Monopolen und Oligopolen oder der privaten Sammelklage (class action).

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.03.2013 08:55 Uhr
Rainer Freimuth
Rainer Freimuth (Kor123) - 01.03.2013 08:55 Uhr

Sehr Richtig!

Den kurzen 2-Zeiler im Quelltext der Website können/dürfen die Verlage nicht in ihren Seiten einbetten, da es diese dann in absehbarer Zeit nicht mehr geben würde. Ich würde mal schätzen (ohne nun nachzusehen; auf Google ;) ) das mindestens 70% der Nutzer der Verlags-Seiten direkt von Google hier her kommen.

Verschlafen zu haben eine ähnlich starke Seite zu haben kann man Google nicht ankreiden.

Und zum Thema Monopolstellung. Google ist nur deshalb ein Monopolist, da es kein vergleichbares Gegen-Angebot gibt. Da wo es dieses gibt, liegt auch Google als angeblicher Monopolist hinten. Siehe Facebook vs. Google+

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Glariana Bauer

Falscher Vergleich.

„Mit der gleichen Logik könnte ein Restaurantbesitzer von Taxifahrern Geld verlangen, die ihm Gäste bringen.“

In vielen Ländern ist's genau umgekehrt. Der Taxifahrer bekommt Provisionen von Restaurants und Hotels denen er Kunden zuschustert.

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Wolfgang Sunderbrink
Wolfgang Sunderbrink (seew) - 23.02.2013 09:26 Uhr

Das ist

ein klarer Sieg der Lobbyisten und eine Schande für die Parlamentarier, die sich "einwickeln" liessen.

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Johannes Korn

Und zum Geschäftsmodell...

Wie das mit Geschäftsmodellen ist, die auf Lohnsklaven und der Ausbeutung der Leistungen anderer beruhen, sollten Sie möglicherweise einmal mit Ihren "Festen Freien" Kollegen in der gesamten Branche oder dem Freischreiber e.V. erörtern. Sie werden staunen!

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Johannes Korn

Google wäre nicht der Leidtragende

Der polemische Ton des Artikels ist schlimm. Ausbeutung, Propaganda und Mario Sixtus als blinder Passagier - eine Nummer kleiner haben Sie's nicht?
Ich glaube nicht, dass Google die deutschen Verlage - beziehungsweise alle deutschsprachigen Texte, denn wie wollte man feststellen, ob es sich nicht um einen geschützen Presseartikel handelt? - aus der News-Suche werfen würde. Dennoch wäre Google aber kaum der Leidtragende, wenn das Leistungsschutzrecht käme. Die großen Verlage wären möglicherweise in einer ausreichend starken Verhandlungsposition, um mit Google einen Lizenzvertrag auszuhandeln. Kleinere Publikationen nicht - dort gilt weiter: Wer gefunden werden will, muss kostenlose Snippets zulassen. Ebenso chancenlos wären kleine, hobbymäßig betriebene Aggregatoren mit ein, zwei Werbebannern oder einem flattr-Button (wie früher Rivva), die sich die "namentliche" Verlinkung von Presseartikeln nicht mehr leisten könnten. Sieger wären Springer etc. und Google, die Konkurrenz los würden.

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Silvio Siefke

Ist die Enttäuschung so groß?

Der Artikel ließt sich wie von einen bockigen Kind geschrieben, ohne das eigene Versagen auch nur zu erkennen. Das Leistungsschutzrecht ist nur die Verlängerung des Todes einer Branche die schon seit dem TV als Massenmedium kein Geschäftsmodell mehr hat. Artikel werden massenhaft von dpa kopiert, lokale Redaktionen mehr und mehr geschlossen und den Auftrag in einer Demokratie haben die Zeitungen auch nicht verstanden. Wie das die Geschäftsführung mancher Zeitungsverlage sieht konnte man bei Zapp vor ein paar Wochen am Beispiel Westfälische Rundschau sehen. Redaktion geschlossen, aber hauptsache der Kunde ist blöd und merkt es nicht. Das Google Monopol kommt von den täglichen Benutzer, die vorher Yahoo nutzten. Google machte bisher alles richtig und wenn es kein anderes Unternehmen mit entsprechenden, besseren Angebot gibt wird das so bleiben. Hättet Ihr den Menschen das Internet erklärt würde es anders aussehen und Ihr hättet euch das Weinen sparen können.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.02.2013 09:56 Uhr
Markus Dres
Markus Dres (dres1988) - 23.02.2013 09:56 Uhr

Der Artikel von Hr. Hanfeld

ist ein gutes Beispiel dafür, wie Zeitung nicht funktionieren soll: wäre dieser Artikel als Kommentar gekennzeichnet - OK! Jedem seine Meinung... die muss man ja nicht teilen.

Hier aber wird der Versuch unternommen, unter dem Deckmantel eines redaktionellen Artikels über Bedenken gegen das LSR im Bundestag die Position der Verlage als Tatsache hinzustellen. Hätte Hr. Hanfeld geschrieben: "nach Meinung der Verlage beruht das Geschäftsmodell von Google auf der Ausbeutung der Leistung anderer", wäre dies deutlich die Position einer der beiden "Parteien". So verstößt der Artikel imo gegen Punkt 7 des Pressekodex: "Redaktionelle Veröffentlichungen dürfen nicht durch private oder geschäftliche Interessen der Journalisten, Verleger oder Dritter beeinflusst werden."

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A. Meyer
A. Meyer (admeyer53) - 22.02.2013 21:04 Uhr

Vorsicht

Die SZ hat dargestellt, dass 25 % ihrer Zugriffe im Monat von Google kommen, während nur ca. 8 % der Google - Zugriffe irgendwelchen vom Gesetz betroffenen Websites gelten. Was passiert denn, wenn Google strittige Seiten einfach streicht? Ich möchte hier auf die Erfahrungen in Belgien hinweisen, wo die Verleger ein Urteil gegen Google erstritten haben und anschließend die gesamte belgische Verlagsbranche im Internet pratisch nicht mehr vorkam. Im Übrigen: Im Gesetestext steht etwas von Geschäftsprinzip, aber bei nur 8% ist es zweifelhaft, ob das Gesetz Google überhaupt trifft.

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F. Ehrlich
F. Ehrlich (fraenk_e) - 22.02.2013 20:44 Uhr

Alternativen zu Google gibts zuhauf

Google hat wohl den besten Suchalgorithmus und somit Suchergebnisse. Aber es gibt jede Menge Alternativen, wie Benefind (mein Favorit, weil der Verdienst gespendet wird!), Yahoo, Fireball oder Microsofts Bing. Alle sind übrigens mit einem Punkt-DE am Ende zu erreichen... ;-)

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.02.2013 17:55 Uhr
Sandro Dillinger

Falsch!

Was Sie schreiben ist unwahr.

Ich habe eben, einfach um ihre "Wette" mal mitzuspielen, die Begriffe "Cleavage-Theorie" und "Nockenwelle" gegoogelt. Zwei zufällige Fachbegriffe also.

Das erste Ergebnis war jeweils der (werbefreie!) Wikipedia-Eintrag, auf dem beides sehr gut erklärt wird. Auch die folgenden Ergebnisse sind haben die Eigenschaften von Lexikon-Artikeln. Die Google-Suche ist bei beiden Begriffen übrigens komplett werbefrei.

Vielleicht googeln Sie ja in einem Parallel-Internet...?!

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Markus Dres
Markus Dres (dres1988) - 23.02.2013 10:10 Uhr

Na ja - das mit den Suchergebnissen ist so eine Sache.

Ich weiß nicht, wie es anderen geht; Was mich persönlich bei Google nervt: sobald Sie einen etwas aktuelleren Begriff eingeben, erscheinen auf den ersten Seiten fast ausschließlich Zeitungsartikel (der bekannten großen Verlage). Auch ein Zeichen dafür, wie viel Zeit und Geld die Verlage darauf verwenden, in den Suchmaschinen möglichst weit vorne zu landen.

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Michael Lemke
Michael Lemke (M-Lemke) - 22.02.2013 20:18 Uhr

Jedem

seine Sichtweise.
Google hat seine Interessen die von Google massiv vertreten werden. Die Verlage und Journalisten haben Ihre Interessen, die eben auch massiv vertreten werden.

Allen gemein ist, dass sie an unsere Brieftasche wollen.

Der Artikel ist eben durch und durch vom Eigeninteresse durchsetzt, was nicht so schlimm wäre wenn nicht auch hier versucht wird den Eindruck von Neutralität zu erwecken.

Schade nur dass auch hier wieder nicht einmal der versuch unternommen wird das Problem aus Neutraler Sicht beleuchtet wird.

Es gibt eben verschiedene Interessengruppen die sich gegenüber stehen.

Google will alle Inhalte nutzbar machen um dann über die fremden Inhalte Ihre Werbung zu verkaufen - Die Verlage wollen Ihre Produkte (Zeitungen Bücher Internetseiten) verkaufen, der Staat will daran mit Steuern partizipieren, die Bürgen verlangen nach neutraler berichterstattung und ungefilterter unzensierter Berichterstattung um sich zu bilden und sich eine EIGENE Meinung bilden zu könn

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Otto Meier

"Geschäftsmodell, das auf der Ausbeutung der Leistung anderer beruht"

Ist das so? Die Verlage hätten genug Möglichkeiten, ihre Inhalte im Internet einzig kostenpflichtig zur Verfügung zu stellen und sich dadurch vor Ausbeutung zu schützen. Fachzeitschriften machen es so. Die Wortwahl ist daher wohl nicht so ganz zutreffend, Selbstausbeutung träfe es da schon eher.

Interessant auch die Anspielung auf den zwangsfinanzierten ÖR. Auch dagegen könnten sich die Medien, die nicht zwangsfinanziert werden, durchaus zur Wehr setzen. Meinen Segen hätten sie. Vielleicht würde das so vom Bürger gesparte Geld dann zum Teil auch ihnen zufließen. Gönnen würde ich es ihnen.

Nüchtern betrachtet ist ein Internet ohne Suchmaschinen undenkbar, da nicht handhabbar. Das Dilemma, daß Artikel in Zeitungen nicht als Katze im Sack gekauft würden, bleibt. Denn wie will man den potentiellen Kunden zum Kauf animieren, wenn man dazu den Inhalt schon mehr oder weniger offenlegen muß.

Analog trifft dieses Problem aber auch den Handel, dessen Beratung auch nicht honoriert wird.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.02.2013 10:39 Uhr
Axel Schubert
Axel Schubert (Axelmuc) - 24.02.2013 10:39 Uhr

nicht die Augen vor dem Wandel verschließen

Die Ergebnisse in Belgien und Frankreich (kein Leistungsschutzrecht, Zahlungen an die Presse zur Unterstützung der Entwicklung Internet-tauglicher Geschäftsmodelle) sind zwar ein Armutszeugnis für die Presse, die ihr Geschäft selber entwickeln sollte, aber der bessere Weg als das Leistungsschutzrecht.
Die Technologie im Internet entwickelt sich ständig weiter. Sich in die Abhängigkeit eines momentan starken Dritten zu begeben, dem das Pressegeschäft ziemlich egal sein kann, wird keine Dauerlösung sein. Je später Presse und Handel es unternehmen, eigene Internet - taugliche Geschäftsmodelle zu entwickeln, desto schwieriger wird es sein, ehemalige Kunden, die sich auf andere Angebote umgestellt haben, zurückzugewinnen.

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Tobias Richter
Tobias Richter (tobi09) - 22.02.2013 18:48 Uhr

Argumente?

Liebe Journalisten, ich höre von euch immer nur Rumgejammere! Wo sind die klaren Fakten, die für das von euch geforderte Leistungsschutzrecht sprechen? Überzeugt mich!
Bis jetzt habe ich nichts derartiges gelesen. Auch dieser Artikel enthält dazu nichts, sondern hackt nur auf Google herum. Und was bitteschön, hat das mit dem Versteuern der Gewinne im Ausland zu tun? Nur um schlecht über Google zu schreiben? In diesem Punkt stimme ich aber durchaus überein und fordere auch, dass in Deutschland generierte Gewinne auch hier versteuert werden sollten.
Ansonsten hört auf die Leute für dumm zu verkaufen. Wenn ihr nicht bei Google auftauchen wollt, baut das kleine Schnippselchen einfach in euren Internetauftritt ein. Dadurch landet man auch nicht zielgerichtet auf der gesuchten Nachricht und kann leider auch nicht auf die Werbebanner an der Seite klicken. Dadurch sinkt der Erlös durch Werbeeinnahmen und zusätzlich durch einen Rückgang der Seitenzugriffe.

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Markus Dres
Markus Dres (dres1988) - 22.02.2013 18:42 Uhr

Eigentlich hatte ich geglaubt,

dass die FAZ aus den Reaktionen der Leser auf die vollkommen einseitig PRO-Leistungsschutzrecht ausgelegte Berichterstattung gelernt hätte und zu einer etwas ausgewogeneren Berichterstattung zurückkehren würde. Zarte Ansätze gab es ja, die Pro und Kontra wertfrei gegenüberzustellen...

Aber in einen redaktuellen Artikel über die Bedenken gegen das LSR bei Regierung und Opposition, die Verlagsmeinung "Googles Geschäftsmodell würde auf der Ausbeutung Leistungerer anderer beruhen", als Tatsache (und eben nicht als Meinung) hinzustellen, ist einfach nur: peinlich.

Bei solchen Versuchen, die eigene Macht zur Meinungsbeeinflussung der Bevölkerung zu missbrauchen, wundert es mich nicht, dass der Beruf des Journalisten inzwischen ungefähr genauso hoch angesehen ist wie der des Schlachtermeister in einer Großschlachterei.

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Michael Thomas

Sieg für die Verlage

...denn sonst würde das Verlagssterben noch schneller gehen. Aber das wird sicherlich noch von den Verlagen erkannt.

Faszinierend ist die - wirklich in der Qualität zu sonstigen Kommentaren "unterirdischen" - Hetze (ja, Propaganda) gegen Google. Was ist mit Bing? Jeder neue Windows 8-Anwender erhält auf der Kachelseite ein News-Aggregat? Bekommen die Verlage jetzt schon Geld von Microsoft?

Pardon, auch wenn ich nicht Googles-Geschäftspraktiken mag, aber die Initiativen von Google enthielten weniger Propaganda als dieser Artikel, der von einem seriösen Journalismus meilenweit entfernt ist. (Auch wenn diese Kritik wieder gelöscht wird)

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Benedikt Hotz

Naja, ich glaube,

das Problem der Verlage ist ein tiefer gehendes/in der Zukunft liegendes. Um den "kurzen" Link, der derzeit bei Google angezeigt wird und auf die Seite der Zeitung führt, dürfte es wohl kaum gehen. Wie meine Vorredner sagten, das ist viel eher dringend notwendige Werbung als Infoabgreifen. Problematisch wird es, wenn Google Nachrichten der Zeitungsverlage in eigene Angebote verbaut (Nachrichtenticker, RSS Feeds o.ä.), oder künftig (wie offenbar schon angedacht ist) ausführliche "Previews" der Seiten anzeigen will, ohne dass man die eigtl. Seite aurufen muss (und Google verlassen muss). Letzteres würde nämlich dazu führen, dass man die auf der fraglichen Seite angezeigt Werbung nicht mehr sehen würde, was diese obsolet macht und den Anbieter in Geldschwierigkeiten bringt. Das Problem mit den Newstickern dürfte auf der Hand liegen. Google tut jedenfalls eher wenig, um (unberechtigte?) Bedenken der Verleger (und nicht nur von ihnen) zu zerstreuen.

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Joachim Tillessen

Angreifbar und intellektuell unredlich...

diesen Vorwurf bin ich geneigt dem Autor selbst zu machen. Dass Sixtus sich nicht zum Leistungsschutz äußern solle, weil er beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk arbeitet, leuchtet mir genauso wenig ein, wie wenn Klaus Kleber die FAZ auffordern würde, nicht über Rundfunkgebühren zu schreiben.
Google ist nicht verantwortlich dafür, dass die meisten Verlage noch kein tragfähiges Geschäftsmodell für ihre Internetangebote gefunden haben. Dafür dass Google den Verlagen kostenlos Traffic und damit Werbeeinahnen vermittelt, schuldet es ihnen selbstverständlich kein Geld.

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Klaas Hartmann
Klaas Hartmann (KHA) - 22.02.2013 18:15 Uhr

Fruchtlos

Das Jammern über das ach so böse Google ist fruchtlos. Wenn es den Verlagen nicht gefällt - und sie konsequent sind -, veranlassen sie, dass Google sie nicht mehr verlinkt. Lässt sich übrigens auch verhältnismäßig leicht selbst im jeweiligen Quellcode der Web-Auftritte regeln. Dann sind die Verlagauftritte eben nur noch ohne die Suchmaschine erreichbar. Mit den Konsequenzen für die Erreichbarkeit und die Zahl der Zugriffe müssen die Verlage allerdings auch leben.

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Kay Peters
Kay Peters (Kaypeters) - 22.02.2013 18:13 Uhr

Macht es besser,

Google ist de facto Monopolist, weil es ein geniales win/win Konzept hat und viel Geld damit verdient.
Die Verleger haben den Zug abfahren lassen und wollen nun per Gesetz noch in die erste Klasse.
Das ist unredlich; wenn ein Verlag nicht von Google gefunden werden möchte, steht es ihm ja frei...

Hier wurde auf durchsichtige Weise versucht, ein Stück vom fremden Kuchen abzubekommen; vielleicht sollten die Verleger jetzt ein steuerähnliches Bezahlmodell anstreben? "Einfach für alle", eine "Demokratieabgabe"?
Der Verdruss darüber, dass nun selbst die ehemaligen Befürworter des "Leistungsschutzrechts" Bedenken ob der Rechtstaatlichkeit bekommen haben, ist verständlich.
Aber jetzt auf blindlings auf die bösen Monopolisten (an deren Profiten man sich gerade noch beteiligen wollte) einzudreschen ist schlicht dumm...

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.02.2013 08:34 Uhr
Eduard Wegener
Eduard Wegener (eddiW) - 23.02.2013 08:34 Uhr

Auf den Punkt gebracht.

Ich denke, dieser Kommentar bringt die die fatale Fehleinschätzung bez. des Unternehmens Google auf den Punkt. Es ist zwar richtig, dass Google als Erster gesehen hat, wie man mit dem Internet tatsächlich Geld verdienen kann und aus diesem Grund nun Quasi-Monopolist ist. Damit sind aber weder das Geschäftsmodell an sich noch die Monopolstellung automatisch wünschenswerte und nicht hinterfragbare Zustände. Vollends daneben ist die Vorstellung vom "Win/Win". Nein, das ist ganz sicher nicht Win/Win, es gibt durchaus auch die Loser: Leute, die den den Verlust ihres Persönlichkeitsrechts hinnehmen müssen, sowie Autoren, Musiker, Künstler und anderweitig kreativ Tätige. Letztendlich ist es die ganze Gesellschaft, denn Sprüche wie "Die Privatsphäre ist abgeschafft" oder "Tun Sie Dinge, von denen Sie nicht wollen, dass sie publik werden, lieber erst gar nicht" passsen nicht unbedingt zu unseren Grundwerten.

Die Religion geht - die Autoritätshörigkeit bleibt. Schlimm, schlimm.

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Anna Menz
Anna Menz (Anna_Menz) - 22.02.2013 17:42 Uhr

Versteh' ich nicht

Google soll nach Ihrer Meinung also dafür zahlen, dass sie Überschrift und kurze Zusammenfassungen sowie den Link, der dann zur Hauptseite z.B. der FAZ führt, anzeigen? Bezahlen Sie dafür, dass Ihr Link an oberster Stelle eines Themas steht? Und wenn nicht, warum nicht? Durch den Link an prominenter Stelle erzielen Sie mehr Klicks, was Ihre Einnahmen durch Werbung in der Online-Ausgabe der FAZ wesentlich steigert.
Das ist schon nörgeln auf sehr hohem Niveau.

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22.02.2013, 15:23 Uhr

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