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Designer-ABC McCartney, Stella

Zu Beginn ihrer Karriere wurde ihr vorgeworfen, nur die in Mode machende Tochter eines Beatles-Sängers zu sein. Völlig zu unrecht: Stella McCartney ist eine erstklassig ausgebildete Designerin und hat mit ihren frechen Entwürfen ihr Talent schon längst unter Beweis gestellt.

Die Britin Stella McCartney gehört zu jener Generation junger Designer, die mit frechen und sexy Entwürfen ihr Debüt in der Mode gegeben haben. Die Tochter des Beatles-Sängers studierte an der renommierten Modeschule Central Saint Martins in London. Nur zwei Jahre nach ihrem Abschluss, 1997, wurde sie bereits von dem französischen Modehaus Chloé als Chefdesignerin engagiert – jener Marke also, die schon ihre Mutter Linda McCartney bevorzugt in den siebziger Jahren getragen hatte.

Die Britin verjüngte das Label, indem sie es cooler und frecher machte. Sie hatte selbstbewusste Frauen vor Augen, die sich gerne sexy, aber nicht ordinär kleideten. Fester Bestandteil waren ihre eng geschnittenen Hosenanzüge. Auch ging es McCartney, 1971 in London geboren, immer um Humor, indem sie freche Sprüche auf T-Shirts druckte oder Ananas-Bikinis präsentierte.

Demnächst muß sie schwarze Zahlen schreiben

McCartney wurde oft, aber zu Unrecht, vorgeworfen, dass ihr früher Erfolg mit ihrem Namen zusammenhänge und damit, daß sie als Portobello-Party-Girl in London berühmte Freundinnen wie Kate Moss, Gwyneth Paltrow und Madonna habe. Tatsächlich sind ihre Modenschauen, bei denen meistens auch Vater Paul McCartney in der ersten Reihe sitzt, durchaus glamourös, gleichzeitig gilt sie als bodenständig und äußerst fleißig. 2001 verließ die Britin Chloé und zeigt seitdem ihre Kollektionen unter eigenem Namen, finanziert durch den Gucci-Konzern, der allerdings im vergangenen Jahr anmahnte, daß sie demnächst schwarze Zahlen schreiben muss, will sie eine Zukunft haben.

McCartney, die mittlerweile Mutter von vier Kindern ist, hat in den vergangenen Saisons eine deutlich femininere Seite gezeigt und verzichtet weitgehend auf die vorlaut-freche Anmutung – man könnte auch sagen, daß sie konventioneller geworden ist.

Kollektion für H&M

Trotz des wirtschaftlichen Drucks weigert sich die Vegetarierin bis heute, Leder oder Pelz zu verarbeiten. Taschen und Schuhe sind ausschließlich aus PVC gefertigt. Als äußerst erfolgreich gilt ihre Zusammenarbeit mit dem Sportartikelhersteller Adidas, für den sie seit 2004 eine eigene Linie entwirft. Bemerkenswert ist, dass es sich nicht um Lifestyle-Produkte handelt, sondern um Sportausstattung im engeren Sinne, die auf die Bedürfnisse verschiedener Sportarten eingeht.

Im Winter 2005 präsentierte McCartney eine eigene Kollektion, die sie für die schwedische Modekette Hennes & Mauritz entworfen hatte. Seither entwarf sie Kleidung in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern – vom Opernensemble bis zur Sportmannschaft.

Das Designer ABC:

Ihre Träume sind aus Samt und Seide und spazieren auf langen Beinen über den Laufsteg: Passend zum Start der Modeschauen in New York, London, Mailand und Paris präsentiert FAZ.NET in einer werktäglichen Serie die großen Designer unserer Zeit. Von A wie Armani bis Z wie Zegna wirft das „Designer ABC“ jeden Tag Licht auf die Biographie eines Klassikers. Spot on!

Lesen Sie morgen im „Designer ABC“: „N wie Dries van Noten“

Quelle: FAZ.NET

 
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