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Gault Millau 19 Punkte für die Tradition

Der Restaurantführer Gault Millau macht Christian Jürgens vom „Gourmetrestaurant Überfahrt“ zum „Koch des Jahres“. Für Fernsehkoch Alexander Herrmann hat die Ausgabe dagegen nur noch 15 Punkte übrig.

© No Limit Fotodesign Vergrößern Christian Jürgens ist vom Gault Millau zum „Koch des Jahres“ ernannt worden.

Die erste Ausgabe des Gault Millau unter der neuen Chefredakteurin Patricia Bröhm dürfte viele alte Freunde des wortreichen Restaurantführers enttäuschen. Nachdem man lange Zeit mit mutigen Bewertungen der zuverlässigste Verbündete der modernen Küche unter den Restaurantführern gewesen war, deutet sich nun eine Tendenz zu konventionellen Formen an.

Patricia Bröhm beteuert in ihrem Vorwort zwar, dass man sich weiter als „Jäger auf der Suche nach dem guten Geschmack“ verstehe, hat davon aber anscheinend eine traditionelle Vorstellung, die sich mit Avantgarde kaum verträgt. Ihre Kritik an neuerdings bei jüngeren Köchen häufiger verwendeten Stilmitteln wie etwa „Gänseleber-Eis“ oder „Rote-Bete-Macaron“ muss verwundern, weil in früheren Zeiten fast alle Köche das Gleiche produziert haben. Dass sie vor diesem Hintergrund Christian Jürgens vom „Gourmetrestaurant Überfahrt“ am Tegernsee zum „Koch des Jahres“ macht, ist erstaunlich.

Auch in der Arbeit von Jürgens sind immer wieder Ähnlichkeiten zu anderen Köchen zu entdecken. Zu den Details: Nach einer Abwertung von Sven Elverfeld vom „Aqua“ in Wolfsburg (jetzt 19 von 20 möglichen Punkten) hat der Führer für Deutschland mit vier Namen (Wohlfahrt, Wissler, Thieltges, Erfort) nur noch die gleiche Anzahl von Restaurants mit 19,5 Punkten wie die Niederlande - mit einem Unterschied: Unsere Nachbarn haben in Sergio Herman auch noch einen Koch mit 20 Punkten.

Menü des Jahres kommt aus Rosenberg

Wichtige Aufwertungen betreffen Claus-Peter Lumpp („Bareiss“, Baiersbronn, jetzt 19 Punkte), Peter-Maria Schnurr („Falco“, Leipzig), Christian Scharrer („Buddenbrooks“, Travemünde), Ronny Siewert („Friedrich Franz“, Bad Doberan), Dennis Feix („Il Giardino“, Bad Griesbach) und Christoph Rüffer („Haerlin“, Hamburg, alle jetzt 18 Punkte). Bei den Abwertungen trifft es im zweiten Jahr hintereinander Christian Lohse von „Fischers Fritz“ in Berlin, der nur noch 17 Punkte hat.

Während Fernsehkoch Johann Lafer wieder auf 16 Punkte gestiegen ist, hat man zum Beispiel für seinen Kollegen Alexander Herrmann (vom gleichnamigen Restaurant in Wirsberg) nur noch 15 Punkte übrig. Besondere Ehrungen gibt es unter anderen für Sarah Henke vom „Spices“ auf Sylt (Aufsteiger des Jahres), Oliver Röder von „Bembergs Häuschen“ in Euskirchen (Entdeckung des Jahres), Thomas Sommer vom „Gourmetrestaurant Lerbach“ (Sommelier des Jahres) und René Frank vom „La Vie“ in Osnabrück (Patissier des Jahres). Das Menü des Jahres kommt von Josef Bauer vom „Landgasthof Adler“ in Rosenberg, der für eine dezent modernisierte Regionalküche steht.

Quelle: F.A.Z.

 
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