22.07.2004 · kum. Die Vereinten Nationen müssen wieder einmal zusehen, wie sie für vordergründige Zwecke mißbraucht werden. Während sich die Vollversammlung der Pflege politischer Moral in Sachen Sperrzaun widmet, liegt der amerikanische Entwurf für eine Sudan-Resolution unbearbeitet im Sicherheitsrat.
Die Vereinten Nationen müssen wieder einmal zusehen, wie sie für vordergründige Zwecke mißbraucht werden. Während sich die Vollversammlung der Pflege politischer Moral in Sachen Sperrzaun widmet, liegt der amerikanische Entwurf für eine Sudan-Resolution unbearbeitet im Sicherheitsrat.
Da geht es um einen eklatanten Fall von Völkermord, ein Wort, das freilich vermieden wird, weil es die maßgeblichen UN-Mächte in Zugzwang setzen könnte. Das wollen Frankreich, China und Rußland verhindern, weil geschäftliche (Öl-)Interessen in Sudan auf dem Spiel stehen.
Der ehemalige UN-Berichterstatter für Sudan, Baum, hat den Finger in die Wunde gelegt, dürfte allerdings wenig Gehör finden, schon gar nicht für seine (unrealistische) Forderung nach einer Militärintervention.
Wenigstens könnten die UN aber ein Zeichen setzen, daß sie sich von der Regierung in Khartum nicht auf der Nase herumtanzen lassen wollen, indem sie wirkungsvolle humanitäre Hilfe durchsetzten.
Aber selbst das scheint sie zu überfordern. Khartum macht mit den Darfur-Vertriebenen, was es will, und nennt das "Rückführung". Sieht so internationaler Druck aus? Aber vermutlich ist es ohnehin zu spät.
| Name | Kurs | Prozent |
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