http://www.faz.net/-gpc-81fyk

Die von Ihnen angeforderte Seite kann leider nicht ausgeliefert werden. Das tut uns leid. Interessiert Sie eine andere Geschichte von der aktuellen FAZ.NET-Homepage?

Klage gegen Mainz 05 : Sind befristete Verträge rechtswidrig?

Klage gegen den Klub: der frühere Mainzer Torhüter Heinz Müller Bild: Frank Röth

Juristisches Ungemach für Mainz 05: Der frühere Torwart Heinz Müller hat mit seiner Klage auf unbefristete Beschäftigung beim Bundesligaklub Recht bekommen. Dem Gericht zufolge rechtfertigt die Besonderheit eines Profispielers nicht die Befristung.

          Mainz 05 droht juristisches Ungemach: Der ehemalige Torwart Heinz Müller hat vor dem Mainzer Arbeitsgericht Recht bekommen mit einer Klage auf eine unbefristete Beschäftigung beim Fußball-Bundesligaklub. Das Gericht sieht mit Verweis auf § 14 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes die gängige Praxis einer grundsätzlich befristeten Anstellung von Fußballprofis als nicht rechtens an. „Die Eigenart der Arbeitsleistung als Profifußballspieler rechtfertigt danach als solche nicht eine Befristung des Vertrags“, teilt das Gericht in einer Pressemitteilung mit.

          Müller hatte zunächst einen Vertrag vom 1. Juli 2009 bis zum 30. Juni 2012 mit Mainz geschlossen, der im Jahr 2011 bis zum 30. Juni 2014 verlängert wurde. Eine solche Befristung entspricht nach Ansicht des Gerichts aber nicht den gesetzlichen Vorgaben; unter anderem, da eine Höchstbefristungsdauer von zwei Jahren überschritten sei. Schon zu Beginn der Rückrunde der Saison 2013/14 hatte der Klub seinem Torwart angekündigt, an einer weiteren Verlängerung des Vertrages kein Interesse mehr zu haben. Der Kontrakt hätte sich gemäß einer Klausel verlängert, wenn Müller eine bestimmte Anzahl an Spielen bestritten hätte.

          Vom Stammtorwart zum Ersatzmann

          Müller war vom damaligen Trainer Thomas Tuchel aber vom Stammtorwart zum Ersatzmann degradiert worden und durfte nur noch bei der zweiten Mannschaft mittrainieren. Er sah sich somit der Chance beraubt, die nötige Zahl der Spiele zu erreichen. Deshalb versuchte der mittlerweile 36 Jahre alte Profi sich nach Worten seines Beraters Klaus Gerster mit Mainz 05 auf eine Abfindung zu einigen, die der Klub abgelehnt hat. Im Lauf des Verfahrens musste Tuchel vor Gericht begründen, aus welchen sportlichen Gründen er auf Müller verzichtet hatte.

          “Heinz Müller hatte uns ursprünglich darauf verklagt, dass sein Arbeitsvertrag um ein weiteres Jahr verlängert wird“, sagt der Mainzer Manager Christian Heidel. „Er hat zudem einen Prämienanspruch geltend gemacht, da er nicht aus Leistungsgründen, sondern anderen Gründen nicht mehr berücksichtigt worden sei. In dieser Sache hat uns das Gericht Recht gegeben, sich dann aber dem Thema der Befristung von Arbeitsverträgen zugewandt.“ Da dem Verein das schriftliche Urteil noch nicht zugestellt wurde, hat sich der Klub noch nicht weiter geäußert. Präsident Harald Strutz, selbst Rechtsanwalt, hat aber angekündigt, dass Mainz 05 vor der nächsthöheren Instanz des Landesarbeitsgerichts Berufung gegen das Urteil einlegen wird. Sollte das Urteil bestätigt werden, würde dem Fußball eine ähnlich einschneidende Veränderung drohen wie nach dem „Bosman-Urteil“, das die Rechte von Spielern nach Vertragsende massiv stärkte.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          René Adlers Jungbrunnen

          Mainz 05 : René Adlers Jungbrunnen

          René Adler blüht bei Mainz 05 auf: Der Abschied vom kommenden Gegner HSV hat dem früheren Nationaltorwart gut getan. Ihm fehlt nur das eigene Bett beim prominenten Vermieter in Mainz.

          Tod nach Überstunden Video-Seite öffnen

          Japan : Tod nach Überstunden

          Arbeitnehmer, die wegen sehr vieler Überstunden gesundheitliche Schäden bis hin zum Tod erleiden, sind in Japan seit einiger Zeit ein wichtiges Thema. Ein Gericht in Tokio verurteilte nun den japanischen Werbeagentur-Giganten Dentsu.

          Hunderte demonstrieren gegen AfD Video-Seite öffnen

          Nach dem Wahlerfolg : Hunderte demonstrieren gegen AfD

          Sonntagabend in Berlin: Proteste gegen die AfD außerhalb des Gebäudes der Wahlparty der rechten Partei. Immer mehr Demonstranten versammelten sich und skandierten Sprüche wie „Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda“.

          Topmeldungen

          Krise in Katalonien : Mit harter Hand gegen die Separatisten

          Madrid greift in Katalonien härter als erwartet durch, aus Protest gehen viele Katalanen auf die Straße. Regionalpräsident Puigdemont, der entmachtet werden soll, will sich noch am Samstagabend erklären.
          Thomas Mayer ist Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Institutes und Professor an der Universität Witten/Herdecke.

          Mayers Weltwirtschaft : Griechenlands Bankrott

          Es ist nicht zu erwarten, dass Griechenland seine Schulden jemals zurückzahlen wird. Europa muss aufhören, sich etwas vorzumachen.

          Parlamentswahl in Tschechien : Populist Babis klarer Sieger

          Nichts scheint Andrej Babis aufzuhalten. Trotz zahlreicher Affären gewinnt der umstrittene Milliardär die Wahl in Tschechien klar. Wohin steuert der „tschechische Donald Trump“ das Land in der Mitte Europas nun?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.