26.08.2006 · Elmos-Vorstandschef Anton Mindl erklärt im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, wie er unabhängiger von den Autoherstellern werden und der Industrie mehr Chips verkaufen will.
Elmos-Vorstandschef Anton Mindl erklärt im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, wie er unabhängiger von den Autoherstellern werden und der Industrie mehr Chips verkaufen will.
Herr Mindl, sind Sie zu stark von der Autoindustrie abhängig?
Wir entwickeln und verkaufen Halbleiter-Chips. 90 Prozent gehen an die Autoindustrie. Lange haben wir dies als Vorteil betrachtet. Als intimer Kenner konnten wir die Trends in der Branche mitbestimmen. Klimaanlagen zum Beispiel wären heute ohne Elmos-Chips undenkbar. Oder die Ultraschall-Parkhilfe. Heute sehen wir den Nachteil: Wir haben Chancen in anderen Märkten nicht genutzt.
Und hatten Umsatzausfälle?
Wenn die Autobranche im Keller ist, kommt das bei den Chipherstellern zuletzt an. Aufgrund der langen Kette sind wir der Schwanz, mit dem der Hund wackelt. 2005 ging es nur um ein Projekt, das ohnehin ausgelaufen wäre. Überraschend war der schnelle Wechsel. Kurzfristig ersetzte der Hersteller das System durch ein günstigeres - auch von uns übrigens.
Steigt der Kostendruck?
Wir müssen auch künftig unter Kostengesichtspunkten Systeme entwickeln. Es zählt nicht nur der Preis des Chips, sondern auch der Preis der gesamten Anwendung. Bisher haben wir meist Kundenaufträge erfüllt. Künftig werden wir stärker mit Standardbausteinen arbeiten, so daß viele Hersteller unsere Produkte kaufen können.
Warum stellen Analysten Ihr Geschäftsmodell in Frage?
Weil wir Zusagen nicht gehalten haben. Das kommt nicht gut an. Wir müssen erst wieder beweisen, daß wir Prognosen auch umsetzen. Zuletzt ist uns dies drei Quartale in Folge immer besser gelungen.
Wie läuft 2006?
Bisher gut, es ist ein Jahr des Um- und Aufbruchs. Der Umsatz soll um zehn Prozent steigen. Die Bruttomarge erwarten wir bei 45 Prozent. Die Marge beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll 14 und die Reingewinnmarge sieben Prozent betragen. Das Ebit-Ziel ist aus heutiger Sicht am schwierigsten zu erreichen. Netto bedeutet dies ein Gewinn von rund 11 nach 10 Millionen Euro im Vorjahr.
Wie wird 2007?
Für 2007 nennen wir Details im Herbst - mittelfristig peilen wir ein Umsatzwachstum von mindestens zehn Prozent an. In den kommenden Jahren wollen wir auch die Gewinnmargen wieder hochbringen: die Bruttomarge von 45 auf 50 Prozent, die Ebit-Marge von 14 auf 20 und die Nettomarge von 7 auf 10. Diese Ziele werden wir aber wohl kaum 2007, sondern erst später erreichen.
Zahlen Sie Dividende?
Wir würden eine zahlen, wenn der Free Cash-flow deutlich positiv ist. Entscheidend für Aktionäre ist, daß der Unternehmenswert steigt.
Werden Sie Ihre Abhängigkeit von der Autoindustrie verringern?
In den nächsten drei bis fünf Jahren soll sich der Umsatzanteil anderer Branchen von 10 auf 20 Prozent verdoppeln. Wir haben jede Menge Chips, die nicht nur in Autos, sondern in allen möglichen Geräten eingesetzt werden können.
Hat Ihnen der Rauswurf aus dem Tec-Dax geschadet?
Das war ohne spürbare Auswirkungen. Die Investoren müssen neues Vertrauen gewinnen. Das geschieht nicht von heute auf morgen. Die ersten betrachten uns aber wieder differenzierter.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |