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Im Porträt: Gerhard Schröder Der Schiedsrichter

21.08.2008 ·  Gerhard Schröder ist nun Ombudsmann bei Continental. Die Arbeitnehmervertreter hatten einen „Garantor“ verlangt, der über die Einhaltung der von Schaeffler gemachten Zusagen wacht. Seine Ernennung stieß auf große Zustimmung.

Von Henning Peitsmeier
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Wenn es um die Weltpolitik geht, ist der Alt-Bundeskanzler ein gefragter Mann. Aktuell warnte Gerhard Schröder, der Aufsichtsratsvorsitzender des vom russischen Energiekonzern Gasprom geführten Konsortiums der Ostseepipeline ist, im Kaukasus-Konflikt vor einer Verschlechterung der Beziehungen zu Russland. Damit hat sich der Duzfreund von Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin in der Heimat wieder einmal viel Kritik zugezogen, wie so oft seit seiner Abwahl als Bundeskanzler im Herbst 2005.

Unumstrittener ist Schröder in seiner jüngsten Aufgabe, die ihn noch dazu in seiner Wahlheimat Hannover ereilt hat. Schröder ist nun Ombudsmann bei Continental. Im Zuge der Übernahme hatten die Arbeitnehmervertreter einen „Garantor“ verlangt, der über die Einhaltung der von Schaeffler gemachten Zusagen wacht. Bei Missachtung sollen hohe Vertragsstrafen fällig werden.

Schröders Ernennung stieß am Donnerstag auf große Zustimmung. „Das ist ein echtes Schwergewicht, einer, der nicht sofort umfällt“, hieß es etwa im Gewerkschaftslager. Und auch aus der Autoindustrie gab es lobende Worte für den einstigen „Auto-Kanzler“. Selbst im „feindlichen politischen Lager“ konnte Schröder ausnahmsweise mal punkten: „Er kennt Niedersachsen, er kennt Hannover und er kennt Conti“, hieß es in der niedersächsischen CDU.

Schröder wird es freuen. Zuletzt war es ruhig geworden um den Mann, der seit Jahren mit seiner vierten Frau Doris in Hannover wohnt, nach wie vor in jener Doppelhaushälfte im Zooviertel, die schon zu Kanzlerzeiten sein Zuhause war. Gelegentlich hat man Schröder in Hannover gesehen, beim Einkaufen oder beim Sommerfest der SPD. Nur in offizieller Funktion war er in der Landeshauptstadt nirgends anzutreffen. Seine Aufgaben in der Wirtschaft hatte er nach der verlorenen Bundestagswahl international gestreut. Schon im November 2005 unterzeichnete Schröder bei der Schweizer Verlagsgruppe Ringier einen Beratervertrag, dann folgte sein schlagzeilenträchtiges Engagement bei Gasprom. In Niedersachsen ist der 64 Jahre alte Frührentner gern gesehen. Auch beim politischen Gegner: Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat Schröder zu einer China-Reise im Oktober eingeladen.

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Jahrgang 1968, Wirtschaftskorrespondent in München.

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