20.05.2008 · Das magische Kürzel für eine große Berufskarriere in der Wirtschaft hat drei Buchstaben: MBA - ein akademischer Abschluss in allgemeiner Unternehmensführung. Fallstudien und Projekte ersetzen klassische Vorlesungen.
Von Dyrk ScherffDas magische Kürzel für eine große Berufskarriere in der Wirtschaft hat drei Buchstaben: MBA. Dieser "Master of Business Administration" ist ein akademischer Abschluss in allgemeiner Unternehmensführung. Er ist ein Türöffner für Führungspositionen in internationalen Großunternehmen - und für ein üppiges Gehalt.
Es ist daher nicht überraschend, dass die MBA-Programme immer begehrter werden. Und dass immer mehr Universitäten sie anbieten. Vor allem Deutschland holt auf. Die Zusatzqualifikation sollte dabei jedoch nicht mit den Bachelor- und Master-Studiengängen verwechselt werden, die zunehmend das traditionelle Diplom ersetzen.
Den großen Karrieresprung bieten nur die ein- bis zweijährigen MBA-Programme im Ausland, vor allem in den Vereinigten Staaten. "Was zählt, ist nicht der Titel, sondern das Ansehen der Schule, an der ein MBA absolviert wurde. Und die besten sind immer noch im Ausland", unterstreicht Karl-Friedrich Raible von der Personalberatung Kienbaum.
Für bis zu 100.000 Euro vermittelt ein MBA nicht nur praxisrelevantes Wissen für Führungskräfte, sondern auch Fachvokabular und die Fähigkeit, sich in einem Spezialgebiet mit Menschen aus anderen Kulturen und in einer fremden Sprache auszutauschen. Ein Anteil von mehr als 40 Prozent ausländischer Studenten ist daher an den Business Schools in Amerika oder England üblich. Gerade das macht MBA-Absolventen für internationale Unternehmen so attraktiv.
Gruppenarbeit, Praxisbezug, kleine Kurse und international renommierte Professoren sorgen für optimale Ausbildung. Fallstudien und Projekte ersetzen die klassischen Vorlesungen. Geschult werden auch Entscheidungsfähigkeit, Präsentationstechnik und Verhandlungsführung. Das ist umso effektiver, je mehr die Teilnehmer vorher schon gearbeitet haben. Die Erfahrungen daraus können sie in den Unterricht gut einbringen.
Im Gegensatz zum MBA verliert die Promotion für angehende Manager an Bedeutung. "Nur bei Unternehmen mit nationaler Ausrichtung ist sie noch gefragt", sagt Raible. Wichtig für den Aufstieg ist sie eher für Naturwissenschaftler und Juristen.
Dyrk Scherff Jahrgang 1971, Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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