19.03.2001 · Stille ist im Norden der Insel zuhause. Auf Maultier- und Karrenpfaden zogen schon die Ur-Kanarier ins Innere der Insel.
Von Monika GansterJa sicher, auch Gran Canaria ist als meidenswertes Ziel verschrieen. Bettenburgen ohne Ende, Sonnengrill, vollgepfropfte laute Amüsiermeilen. Aber der Norden der Insel gibt sich dagegen verschwiegen.
Von Agaete, Moya oder Teror aus führen Maultier- und Karrenpfade hinein in die zerklüftete Gebirgslandschaft mit teilweise schwindelerregenden Aussichten. Der Anstieg ist steil, insbesondere bei Touren, die noch weiter im Inselinneren beginnen. Von stillen Bergdörfern aus, wie Tejeda, sind Tagestouren durch Kastanienwäldern und verschiedene Vegetationszonen bis zu den kargen Bergspitzen hinaus möglich. Oder Abstiege hinunter zur fruchtbaren Talsohle, durch Terrassenfelder mit Mandel-, Mispel- oder Zitrusbäumen.
Wahrzeichen der Insel
Eine Tageswanderung von Tejeda entfernt ragt auch der Roque Nublo auf, ein Wahrzeichen der Insel. Der 1.806 Meter hohe Berg war für die Ureinwohner Gran Canarias ein heiliger Ort. Ein 80 Meter hoher Felsmonolith krönt den „Nebelfelsen“, auf dem sich die Ur-Kanarier zu ihren spirituellen Zusammenkünften versammelt hatten. Ringsherum sind die Berge heilig, der Roque Bentayga sowie der Pico de las Nieves, Gran Canarias höchster Gipfel.
Mietwagen erforderlich
Für die Anfahrt ist ein Mietwagen empfehlenswert. Die beiden Busgesellschaften der Insel, die den Norden beziehungsweise den Süden bedienen, treffen sich immer noch nicht in der Mitte. Jedenfalls stimmen sie ihre Abfahrtszeiten immer noch nicht aufeinander ab. Entlang der Küste funktioniert der Busverkehr dagegen reibungslos, ist pünktlich und preiswert. Und führt einfach zum Wanderziel ohne jede Steigung.
Dünen von Maspalomas
Das große Dünenfeld im Süden der Insel lädt zu Flachlandwanderungen ein. Nur mit einem mehrstündigen Marsch sind die Inseln zu umgehen. Das Branden der heranrollenden Wellen auf der einen Seite, die hohen Dünen mit Wüstenappeal auf der anderen. Auf dem angenehm harten feuchten Sand ist kein Urlauber allein, das geht nur querfeldein.
Mit leichtem Gepäck und großer Wasserflasche kann man sich auch auf die „Wüstendurchquerung“ machen. Immer in sicherer Umgebung: Auf jedem Dünenkamm tauchen auf der einen Seite die hässlichen Hochhausburgen auf, auf der anderen Seite das Meer. Dazwischen ist Versinken in der Einsamkeit menschenleerer Sandkuhlen möglich, nach einem Bad im Meer Trocknen in der Sonne, während der Wind über die Sandberge pfeift und die Haut streichelt. Die Trägheit der meisten Urlauber, die dicht an dicht auf ihren gemieteten Liegen in der Nähe des Hotelbüffets liegen bleiben, bewahrt die Dünen vor dem Massenansturm.
Dichter gedrängt und männlich dominiert zeigt sich die Gegend um den Leuchtturm: Die Gay-Szene aalt sich körperbetont im Strand. Zur Freude der umherflanierenden Gaffer präsentieren sich die gepflegten Körper gerne ohne alles. Da die Herren mit sich selbst beschäftigt sind, kommen hetero- und homosexuelle Paare friedlich nebeneinander aus.
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