Home
http://www.faz.net/-gpc-757of
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Gesundheitspolitik Patienten auf dem Land sollen besser versorgt werden

Um die Patientenversorgung auch auf dem Land langfristig sicherzustellen, sollen sich in den kommenden Jahren bis zu 5900 Allgemein- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten zusätzlich niederlassen können.

© dpa Gut gut 1000 zusätzliche Hausarztsitze sollen entstehen - vor allem auf dem Land

Um die Patientenversorgung auch auf dem Land langfristig sicherzustellen, sollen sich in den kommenden Jahren bis zu 5900 Allgemein- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten zusätzlich niederlassen können. Die Voraussetzungen dafür hat die Selbstverwaltung der Ärzte, Kassen und Krankenhäuser, der Gemeinsame Bundesausschuss, am Donnerstag in Berlin festgelegt.

Andreas Mihm Folgen:

Das Gremium beschloss dafür eine vom Gesetzgeber vorgegebene Änderung am Zulassungsverfahren. Die Planungsbezirke sollen künftig nicht mehr den Landkreisgrenzen entsprechen, sondern kleiner gefasst werde. So soll verhindert werden, dass sich die Ärzte beispielsweise in der Kreisstadt, aber nicht im Umland ansiedeln und damit unterversorgte Gebiet entstehen, obwohl rechnerisch genügend Ärzte vorhanden wären.

Mehr zum Thema

Bundesweit führe die neue, kleinteiligere Planung dazu, dass annähernd 3000 freie Hausarztsitze ausgewiesen würden, sagte der Vorsitzende des Bundesausschusses, Josef Hecken. Davon müssten heute nicht besetzte Sitze abgezogen werden. Netto dürften damit gut 1000 zusätzliche Hausarztsitze entstehen. Die Kosten dafür werden auf mehr als 200 Millionen Euro beziffert. Derzeit gibt es nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gut 60.000 Allgemeinmediziner mit Kassenarztzulassung.

Auch die Planung für Fachärzte wird angepasst. Hier werden 1500 neue Zulassungsmöglichkeiten ausgewiesen. Aktuell sind 77.000 Fachärzte ambulant tätig. Die Zahl der niedergelassenen Psychotherapeuten soll um 1350 steigen. Das hält deren Berufsvereinigung für unzureichend, um einen wachsenden Bedarf zu decken.

Hecken sagte, die größer werdenden Besetzungsprobleme könnten mit der neuen Planung zielgerichtet angegangen werden, Versorgungslücken schneller erkannt und geschlossen werden. Für die KBV sagte Vorstand Regina Feldmann, die wohnortnahe Versorgung der Patienten werde verbessert. Die Krankenkassen wiesen darauf hin, dass eine besser Planung allein keine besser Versorgung bedeute. Junge Mediziner müssten überzeugt werden, sich für den Hausarztberuf zu entscheiden, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Spitzenverbands der Kassen, Johann Magnus von Stackelberg.

Quelle: F.A.Z.

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ärztemangel Doktor Google und Mister Freizeit

Eigentlich gibt es in Deutschland so viele Ärzte wie nie zuvor. Warum ist trotzdem von einem Mangel an Medizinern die Rede? Mehr Von Claus Peter Müller

29.08.2015, 14:56 Uhr | Politik
45 Milliarden Dollar Kosten Ägypten plant eine neue Hauptstadt

Östlich von Kairo soll eine neue ägyptische Hauptstadt entstehen. Es wird mit Kosten in Höhe von 45 Milliarden Dollar gerechnet. Mehr

14.03.2015, 13:49 Uhr | Gesellschaft
Krankenkasse AOK macht Verlust von 110 Millionen Euro

Deutliche Steigerungen bei den Ausgaben für Arzneimittel und Behandlungen im Krankenhaus belasten die gesetzlichen Krankenkassen. Durch das Defizit drohen den Versicherten höhere Zusatzbeiträge. Mehr Von Andreas Mihm

20.08.2015, 06:47 Uhr | Wirtschaft
Entblößung auf heiligem Berg Malaysia weist respektlose Touristen aus

Vier Touristen hatten auf einem Berg für Fotos nackt posiert, der den Einheimischen als heilig gilt. Das Land Malaysia hat die Touristen nun ausgewiesen. Mehr

13.06.2015, 13:45 Uhr | Gesellschaft
Prognose korrigiert Ein Drittel mehr Flüchtlinge erwartet

Auch das Land Hessen hat die Zahl der Menschen, die nach Hessen kommen könnten, neu berechnet. Es geht nun von 55.000 Menschen aus. Pensionierte Beamte und zusätzliche Ärzte sollen helfen. Mehr

19.08.2015, 19:53 Uhr | Rhein-Main

Veröffentlicht: 20.12.2012, 17:11 Uhr

Osteuropa darf sich nicht verkriechen

Von Thomas Gutschker

Der Flüchtlingsstrom zieht in eine Richtung – in den Norden. Der Osten Europas hat bisher nur wenige Menschen aufgenommen. Es wird Zeit für mehr Solidarität und ein faires Quotensystem für Flüchtlinge in der EU. Mehr 6

3D-Druck Architektur aus dem Drucker

Die Technologie des 3D-Drucks wird zunehmend auch in der Architektur eingespannt. Die niederländische Firma MX3D will durch Roboter neue Brücken für Fußgänger aus Metall und Kunstharz über die unzähligen Kanäle in Amsterdam schaffen. Mehr 2

Segelfliegen Thermik aus der Steckdose

Die Außenlandung eines Segelflugzeugs auf dem Acker muss nicht sein. Mit einem elektrisch angetriebenen Propeller kann der Pilot entspannt sein Ziel erreichen. Mehr Von Reinhold Wagner 8

Großkanzleien im Abwärtstrend Juristen wollen weniger Zeit im Büro verbringen

Lange galten sie als die Streber unter den Arbeitnehmern. Doch mehr und mehr Nachwuchsjuristen wollen auch Zeit für Freunde und Familie haben. Großkanzleien rutschen deshalb auf der Beliebtheitsskala weiter ab. Es lockt der Staatsdienst. Mehr Von Leonie Heim 4 10