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Zoologie Neue Tierart im Stuttgarter Zoo entdeckt

 ·  Eine bisher unbekannte Tierart wird nicht häufig entdeckt - schon gar nicht in einem Zoo. Doch in der Stuttgarter Wilhelma ist genau das geschehen.

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Da wird alljährlich der gesamte Tierpark auf den Kopf gestellt, jedes Tier - auch das kleinste - wird sorgfältig gezählt, und nun das. Im Stuttgarter Tierpark „Wilhelma“ hatte unbemerkt aller Inventuren und möglicher Kehrwochen eine bisher unbekannte Tierart versteckt. Doch den sorgfältigen Schwaben entging das Tierchen schließlich doch nicht, womit auch der Zoologisch-Botanischen der Schwabenmetropole einen festen Platz in der Zoologie bekommen wird.

„Tethya Wilhelma“ lautet nämlich der Name, den Michael Nickel und Franz Brümmer von der Universität Stuttgart ihrem Zufallsfund gegeben haben. Er setzt sich zusammen aus der Bezeichnung der Gattung (Tethya) und dem Namen für die neue Art (Wilhelma). Bei dem Geschöpf handelt es sich um eine Schwamm-Art, die in einem tropischen Becken des Aquariums bis jetzt unbemerkt ihr Dasein fristete.

Kugelrunder weißer Körper

Der Körper des Tierchens ist ein bis vier Zentimeter im Durchmesser groß, kugelrund und weiß. Das Skelett besteht aus feinsten mineralischen Nadeln, die sich - das ist nach Angaben der Uni Stuttgart zumindest unter dem Mikroskop erkennbar - teilweise zu regelrechten „Weihnachtssternen“ in unterschiedlicher Größe gruppieren. An der Beschaffenheit ihrer Skelett-Struktur lassen sich die verschiedenen Schwammarten gut unterscheiden. Schwammforscher schätzen, dass es weltweit etwas mehr als 40.000 Arten gibt. Tethya Wilhelma kennzeichnet zudem eine Besonderheit. Während andere an Stein fest gewachsene Schwämme in der Regel bewegungslos sind, wandert das Stuttgarter Schwammtier mehrere Zentimeter pro Tag über Steine und Wände. Wie das im Detail funktioniert, ist noch nicht geklärt.

Pharmazeutisch wirksame Stoffe

Die Wissenschaft interessiert sich für Schwämme nicht nur aus zoologischem Interesse, sondern auch auf Grund zahlreicher pharmazeutischer Wirkstoffe, die sie in sich tragen. Um diese Stoffe - beispielsweise gegen diverse Viren oder auch gegen Krebs - gewinnen zu können, müssen die Schwammtierchen kultiviert werden. Während der Suche nach leicht kultivierbaren Schwämmen stießen die Stuttgart Wissenschaftler im Rahmen eines Forschungsprojektes auch auf die neue Art.

Verwandtschaft im Badezimmer

Mit den Badeschwämmen ist Tethya Wilhelma übrigens durchaus verwandt. Was wir unter der Dusche oder in der Badewanne benutzen, sind die Überreste des faserigen Skeletts eines toten Tieres. Allerdings ist das Schwaben-Schwämmchen zu klein, um daraus einen Hygieneartikel zu fertigen.

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