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Zeitzeugen berichten (3) Die erste Lohntüte nach drei Monaten

19.06.2008 ·  Die Währungsreform wurde für Alfons Dülmer zur Geduldsprobe. Erst nach drei Monaten hielt er seine erste Lohntüte in den Händen. Denn der Tischlereibetrieb, in Lönne, wo er damals als Lehrling arbeitete, war durch die Einführung des neuen Zahlungsmittels in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

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Die Währungsreform wurde für Alfons Dülmer zur Geduldsprobe. Erst nach drei Monaten hielt er seine erste Lohntüte in den Händen. Denn der Tischlereibetrieb, in Lönne, wo er damals als Lehrling arbeitete, war durch die Einführung des neuen Zahlungsmittels in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Selbst Dülmers schmales Salär, ein Stundenlohn von 70 Pfennig, konnte der Betrieb nicht aufbringen. Doch der 26 Jahre alte Emsländer ließ sich nicht verdrießen und war auf dem Bauernhof seiner Mutter vorerst ohnehin bestens versorgt. Kartoffeln, Speck und Eier gab es reichlich.

Die Währungsumstellung kam für ihn ziemlich überraschend. „Über Nacht war die D-Mark auf einmal da. Man war ja immer in dem Glauben: Eines Tages wird's besser.“ Für die besseren Tage hatte er sich noch zu Reichsmarkzeiten einen Anzug kaufen wollen. Doch nun schaffte er sich erst mal neue Reifen für sein Fahrrad an. Das brauchte er schließlich, um die sechs Kilometer entfernte Tischlerei zu erreichen. Den Anzug kaufte er später, als das Gehalt wieder pünktlich kam.

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