28.10.2005 · An diesem Sonntag endet in Deutschland die Sommerzeit. Um drei Uhr werden die Uhren um eine Stunde auf zwei Uhr zurückgestellt. Was längst Routine ist, muß nicht so bleiben. Im Frühjahr ist die Zeitumstellung ein Thema für die EU-Kommission.
Es wird nicht ruhig um die Sommerzeit, die sich nun doch allmählich fest etabliert haben sollte. Nicht nur, daß Privatpersonen, Experten aller Art, Organisationen und Institutionen immer noch und immer wieder etwas an der alljährlichen Zeitumstellung auszusetzen haben. Auch amtlicherseits macht man sich an ihr zu schaffen - und das hat mitunter gewaltige Folgen.
In den Vereinigten Staaten beispielsweise dauert die Sommerzeit als Folge eines neuen Gesetzes künftig praktisch von Winter zu Winter. Auch in Europa ist die geltende Regelung nicht für alle Zeiten abgesegnet. Die 2002 wirksam gewordene EU-Richtlinie 2000/84/EG besagt, daß die Sommerzeit in allen Mitgliedsländern einheitlich vom letzten Sonntag im März bis zum letzten Sonntag im Oktober dauert. An diese Regelung halten sich auch viele nicht zur EU gehörende europäischen Länder.
Lebensqualität statt Energieersparnis
Die Europäische Union veröffentlicht jeweils in fünfjährigem Abstand die Dauer der Sommerzeitperioden in den folgenden fünf Jahren; derzeit sind sie bis zum Jahr 2008 festgelegt. Spätere Änderungen sind nicht ausgeschlossen. Die Richtlinie besagt, daß die Mitgliedsländer bis spätestens 30. April 2007 der EU-Kommission Informationen über die Auswirkungen der Sommerzeitregelung in allen betroffenen Lebensbereichen liefern müssen. Anhand dieser Angaben muß die Kommission bis Ende 2007 einen Bericht für das Europaparlament, den EU-Rat und den Wirtschafts- und Sozialausschuß erstellen. Je nachdem, wie die Schlußfolgerungen ausfallen, soll die Kommission „erforderlichenfalls geeignete Vorschläge“ vorlegen.
In Europa ist man längst von der ursprünglichen Annahme abgekommen, daß mit Hilfe der Sommerzeit-Regelung Energie eingespart werden könne. Jetzt lobt man stattdessen, daß sie mehr Lebensqualität bringe, weil es abends „länger hell“ sei. Wer aufgrund des um eine Stunde in den Morgen zurückgeschobenen Zeitrasters früher zu arbeiten anfängt, kann entsprechend früher den Feierabend genießen.
Zeit zur besseren Nutzugn des Tageslichts
In den Vereinigten Staaten heißt die Sommerzeit Daylight Saving Time (DST), also Zeit zur besseren Nutzung des Tageslichts, und die Amerikaner glauben unverdrossen an die energiesparende Wirkung. Wer früh ins Bett gehe, schalte Licht, Fernseher, Videorekorder und Stereoanlage aus, heißt es. Studien in den siebziger Jahren hätten eine landesweite Stromersparnis von einem Prozent ergeben.
Gemäß dem im vergangenen August von Präsident George W. Bush unterzeichneten Energiepolitikgesetz 2005 wird die DST-Periode von 2007 an um einen Monat verlängert. Dann dauert sie vom zweiten März-Sonntag bis zum ersten November-Sonntag und nicht wie bisher vom ersten Sonntag im April bis zum letzten Sonntag im Oktober. In dem Gesetz sind die Termine bis zum Jahr 2015 bereits festgelegt. Der Kongreß kann eine Rückkehr zu der alten Regelung beschließen, wenn der zuständige Minister einen Bericht über die Auswirkungen der Neuerung vorgelegt hat.
Lebensqualität?-Ausschlafen bringt mehr!
Jana Friemelt (Winterland)
- 28.10.2005, 13:20 Uhr
Sommerzeitunfug
Christian Mitterdorfer (cactus)
- 28.10.2005, 13:33 Uhr
Verbiesterte, moralinsaure Sommerzeitgegner
gisbert heimes (gisbert4)
- 28.10.2005, 16:58 Uhr
Rotation
Christian Tschuschke (Tschuschke)
- 29.10.2005, 21:39 Uhr