Auf der Wiese vor der Leibniz-Universität in Hannover tanzen zunächst nur drei Menschen in Ganzkörperkostümen, anscheinend unbemerkt von den Menschen um sie herum. Dann setzt der Bass ein, eine tiefe Stimme sagt „Do the Harlem Shake“ - und die Menge gerät in Ekstase. Bunt verkleidet, zwei sogar nackt, zucken sie mit dem Oberkörper, lassen die Arme schlackern und die Hüften kreisen. Sie tanzen den „Harlem Shake“, der mittlerweile als Nachfolger des „Gangnam Style“ gilt. „Wir wollten das selbst probieren“, sagt Florian Hannebaum, einer der beiden Organisatoren. Er hat sich in einem roten Bademantel und mit einer Paintball-Maske unter die Tanzwütigen gemischt, etwa 1200, wie er schätzt. Der „Harlem Shake“ ist ursprünglich ein Tanzstil, der Anfang der achtziger Jahre im New Yorker Stadtteil Harlem erfunden wurde. Der aktuelle Hype begann, als der Komiker Filthy Frank im Februar ein Video auf die Internetplattform Youtube hochlud, in dem vier Männer in Ganzkörperanzügen zu dem Lied „Harlem Shake“ von DJ Baauer aus New York tanzen.
Fünf australische Jugendliche übertrugen die Idee in ihren Alltag: Einer sitzt am Schreibtisch, zwei spielen ein Computerspiel, ein Junge mit Motorradhelm stößt seine Hüften vor und zurück. Dann setzt der Bass ein.
Der Tanz geht um die Welt
Die Australier traten eine Bewegung los, mit der sie wohl selbst nicht gerechnet hätten. Allein in den ersten beiden Wochen fand das Video mehr als 40.000 Nachahmer, auf Youtube gibt es inzwischen 379.000 Treffer. Darunter sind Videos von Soldaten der norwegischen Armee, von drei amerikanische Feuerwehrmännern und sogar von einem „Harlem Shake“ unter Wasser.
Auch in Kairo sind vor wenigen Tagen etwa 70 Jugendliche vor die Zentrale der Muslimbruderschaft in Kairo gezogen und haben dort eine Parodie des Tanzes aufgeführt. „Proteste und Aufmärsche verändern doch nichts mehr“, sagte der Organisator Farid Said in einem Interview. „Wir wollen die Realität auf die Schippe nehmen und den Leuten etwas bieten, mit dem sie sich eher identifizieren können.“ Die Muslimbrüder haben den Tanz bereits als „unschicklich“ bezeichnet.
“Nur ein bisschen Spaß“, wollten hingegen nach eigener Aussage 15 australische Kumpel haben, die in der Agnew-Goldmine im Westen des Landes den „Harlem Shake“ tanzten. Der Bergwerksbetreiber Barminco entließ die Bergarbeiter, weil sie die Sicherheitsstandards verletzt hätten. Die Bergleute wehren sich gegen die Entlassung. Sie hätten beim Tanzen, wie vorgeschrieben, Helme, Lampen und Schutzbrillen getragen, sagte einer von ihnen. Das Video wurde bis zum Montagnachmittag mehr als hunderttausendmal aufgerufen.
Katastrophe
Hans Miller (h.miller)
- 05.03.2013, 10:30 Uhr
Der Hirnriss trifft ein..
Uwe Wagner (view)
- 05.03.2013, 10:17 Uhr
Hannover lebt !?
Klaus Mueller (Jeeves3)
- 05.03.2013, 10:10 Uhr
"Did you ever see the devil with a night-cap on?"
Ralf Vormbaum (Vormbaum)
- 05.03.2013, 07:45 Uhr