06.01.2003 · Dort, wo niemand Pflanzen vermutet, könnten Algen durch Photosynthese der Luft Kohlendioxyd entziehen.
Der Treibhauseffekt beruht auf Gasen, die die Wärme in der Atmsphäre halten. Eines davon ist Kohlendioxyd, ein Gas das Menschen ausatmen und Pflanzen per Photosynthese verbrauchen und unter anderem zu Sauerstoff machen. Interessant für Klimaforscher ist dabei, wo Kohlendioxyd abgebaut wird. Die Antwort könnten Botaniker geben.
William Williams und seine Kollegen von der Australian National University haben herausgefunden, dass Rotlagen, die in Schneefeldern der ganzen Welt zu Hause sind, Kohlendioxyd "fressen". Die Algen leben dort, wo niemand Leben erwartet - in Kälte, bei hoher UV-Strahlung und sehr hellem Licht.
Plexiglaskästchen mit Gassensor
Wie viel Kohlendioxyd die Algen bei der Photosynthese umsetzen, maßen Williams und sein Team folgendermaßen. Sie entwarfen einen Plexiglaskasten mit Gassensor. Den stellten sie über verschiedene Algenflecken in den Rocky Mountains und maßen die Gaskonzentrationen im Kasten in Abhängigkeit vom einfallenden Licht. Wenn es am hellsten war, absorbierten die Algen am meisten Kohlendioxyd aus Erde und Luft. Wenn die Box mit einem dunklen Tuch abgedeckt war, nahmen sie gar nichts von dem Gas auf. Der Kohlendioxydgehalt in dem Kasten stieg sogar, weil das Gas, das Organismen auch in der Erde erzeugen, in die Luft entwich.
Die Forscher folgerten, dass die Algen große Mengen an Kohlendioxyd im Sommer aufnehmen, wenn das Licht hell ist und die Photosynthese vor sich geht. Eine wichtige Erkenntnis für die Klimaforschung.