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Wissenschaft Kunstschnee hat wenig mit Schnee gemein

 ·  Skiläufer fühlen es, für Wissenschaftler ist es augenscheinlich und Charles Knight vom US-Nationalen Zentrum für Atmosphärenforschung fomuliert es so: „Ich würde das Zeug nicht Schnee nennen.“

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Skiläufer fühlen es, für Wissenschaftler ist es augenscheinlich: Kunstschnee ist nicht wirklich Schnee. Charles Knight vom US-Nationalen Zentrum für Atmosphärenforschung hat unter das Mikroskop gelegt, was Skigebiete in niederschlagsarmen Zeiten synthetisch aus Wasser und Druckluft auf die Pisten pusten. „Ich würde das Zeug nicht Schnee nennen“, sagte der Meteorologe auf der Jahrestagung der Amerikanischen Wissenschaftsgesellschaft (AAAS) in Denver.

Der Entstehungsprozess dessen, was aus Schneemaschinen kommt hat, auch nicht allzuviel gemein mit dem von den Flocken, die Kinderlieder besingen und die sachte vom Himmel rieseln. Erstere entstehen dadurch, dass Wasser unter null Grad gekühlt wird, die kleinen entstehenden Eisklümpchen haben mehr mit „crushed ice“ in der Cola zu tun, als mit dem, was aus der Atmosphäre auf den Berghängen landet.

Eiskerne sind nötig

Die Flocken nämlich brauchen vor allem eins: Eiskerne. Denn das Wasser in der Atmosphäre, sei es als Wasserdampf oder als Wassertropfen, kondensiert nicht von allein in die Flocken. Bis zur Kondensation in einem keimfreien Raum kann Wasser bis zu minus 20 Grad Celsius erreichen.

Was sind nun diese Eiskerne: Es handelt sich dabei um Partikel, die in der Luft herumfliegen. Vorzugsweise sucht sich Wasser zum Kondensieren solche Kerne, die gut zu ihm passen. Wasser besteht aus zwei Wasser- und einem Sauerstoffmolekül und hat so eine innere Struktur. Partikel, die eine ähnliche innere Struktur haben, bilden einen besonders guten Untergrund für Tropfen, respektive Eiskristalle. „Molekül für Molekül wachsen in den Wolken die komplexen Strukturen, die wir mit Schneekristallen assoziieren“, erklärte Knight. Und je nach Temperatur ergeben sich Platten, Stäbchen oder eben Sterne aus dem Eis.

Silberjodid „macht“ Regen

Die Stukturabhängigkeit von Wasser ist ein Grund dafür, dass Silberjodid in Wolken gegeben wird, um Regen oder Schnee zu erzeugen. Denn das Silberjodid ähnelt dem Wasser sehr und deshalb können Wolkentröpfchen, die vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt regneten, zur vermehrten Kondensation angehalten werden - sie regnen früher.

Weil der Eismaschine Eiskerne fehlen, sind einige Skigebiete inzwischen dazu übergegangen, der Wintersport-Fertigmischung künstliche „Eiskerne“ zuzumischen, darunter auch bestimmte Bakterien. Dass diese die Qualität des Kunstprodukts allerdings deutlich erhöhen, bezweifeln Experten. Und der Weg, den Schneeflocken durch die Atmosphäre nehmen, ist so einfach halt nicht nachzubilden.

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