http://www.faz.net/-gum-43cm
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Best Ager - Für Senioren und Angehörige

Veröffentlicht: 01.01.2003, 18:05 Uhr

Wirbelsturm Schicksal tausender Menschen auf den Salomonen ungewiss

Wie verheerend hat Wirbelsturm Zoe wirklich auf den Salomonen-Inseln im Südpazifik gewütet? Ein Flugzeugpilot berichtet von mehr als tausend Opfern.

© dpa Zerstörtes Inselparadies auf der polynesischen Insel Tikopia

Der Wirbelsturm „Zoe“ hat auf drei kleinen Inseln der Solomon-Gruppe im Südpazifik schwere Schäden hinterlassen. Wieviele Menschen starben, ist unklar.

Dass es schwere Verwüstungen gab, geht aus dem Bericht und aus Luftaufnahmen des freien Fotografen und Filmemachers Geoff Mackley hervor, der als erster am Neujahrstag die winzige Inselgruppe in einer privaten Cessna überflog und die Einschätzung der Schäden am Mittwoch auf seiner Internet-Seite (www.geoffmackley.com) veröffentlichte. Mackley vermutet, dass es allein auf der Insel Tikopia, wo rund 2.000 Menschen leben, über Tausend Tote gegeben haben könnte.

Mehr zum Thema

Unklarheit über Opferzahlen

Der Zyklon habe praktisch alle Bäume auf der nur rund fünf Kilometer großen Insel umgeknickt und zerfetzt, die gesamte Vegetation dort sei praktisch weggefegt worden, alle Häuser schienen zerstört zu sein, heißt es in dem Bericht. Flutwellen seien durch einige Orte mit massiver Wucht hindurch gerollt. Wenn die Zahl der Opfer nicht extrem hoch sei, „dann käme dies einem Wunder gleich", berichtete Mackley.

Betroffen von dem Zyklon waren auch die noch kleineren vulkanischen Inseln Fataka und Anuta. Die aus 2.000 Eilanden bestehende Inselgruppe der Solomon Islands liegt rund 1.000 Kilometer südöstlich von der Hauptstadt Honiara und 1.700 Kilometer nordöstlich von Australien. Seit dem Sturm am Sonntag sind alle Telefonverbindungen zu den Inseln abgerissen.

Einwohner wissen sich zu schützen

Auch Vertreter der staatlichen australischen Hilfsorganisation AusAid überflogen die Inseln am Mittwoch in einem Militärflugzeug. Eine Landung war nicht möglich, weil es auf den Inseln keine Landebahnen gibt. Dem Bericht von AusAid zufolge könnten die Schäden auf Tikopia und den anderen beiden Inseln weniger gravierend sein, als zunächst befürchtet.

Es gebe dort traditionelle Schutzvorrichtungen gegen Wirbelstürme, teilte ein AusAid-Sprecher mit. Die Crew habe aus einer Überflughöhe von 500 Metern zwar Zerstörungen an Häusern und Gärten gesehen, aber auch viele Inselbewohner, die ihren üblichen Alltagsbeschäftigungen - Fischen und Gartenarbeit - nachgegangen seien. Einige hätten dem Flugzeug sogar fröhlich zugewinkt. Dies könnte bedeuten, dass die schlimmsten Befürchtungen nicht zutreffend seien. Von Honiara aus soll am Freitag eine Hilfslieferung auf die dreitägige Fahrt per Schiff zu den Inseln abgehen.

Quelle: Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Unwetter in Ostwestfalen Tornado sucht Minden heim

Ein Unwetter hinterlässt in Ostwestfalen eine Schneise der Verwüstung. Und macht auch vor einer 70 Meter hohen Windkraftanlage nicht halt. Feuerwehr und Polizei sind im Dauereinsatz. Mehr

23.05.2016, 11:55 Uhr | Aktuell
Provinz Alberta Erleichterung in kanadischen Waldbrandgebieten

Das Ausmaß der Schäden der Waldbrände in der kanadischen Stadt Fort McMurry ist nicht so groß, wie ursprünglich befürchtet. Die seit gut einer Woche wütenden Brände hatten mehr als 2000 Gebäude zerstört, doch fast 25 000 sind noch intakt. Der Kampf der Feuerwehrleute gegen die Brände ist allerdings noch lange nicht zu Ende. Kühle Temperaturen und leichte Regenfälle helfen ihnen beim Kampf gegen die Flammen. Mehr

10.05.2016, 14:49 Uhr | Gesellschaft
Wie erklär ich’s meinem Kind? Warum wir uns vor Zika fürchten

Bald sollen die Olympischen Spiele in Rio stattfinden. Doch die Furcht geht seit Monaten um, seit das Zika-Virus sich in Südamerika ausbreitet, dass die Sportler und Besucher nicht sicher genug sind. Warum hat man das Virus noch immer nicht im Griff? Mehr Von Joachim Müller-Jung

20.05.2016, 14:51 Uhr | Feuilleton
Madagaskars Lemuren Süße Waldbewohner bald ohne Heimat?

Die Heimat-Wälder der Lemuren auf Madagaskar schrumpfen schnell. In einem Waldgebiet im Westen der Insel versuchen Forscher, die Zerstörung aufzuhalten und die Heimat der bedrohten Halbaffen zu retten. Mehr

27.04.2016, 02:00 Uhr | Wissen
Ecuador Weiteres starkes Erdbeben

Nach den heftigen Erdbeben vor einem Monat, wird Ecuador innerhalb eines Tages von zwei weiteren Stößen erfasst. Die Folgen für das Land sind noch nicht abzusehen. Mehr

18.05.2016, 20:53 Uhr | Politik

Masterplan fürs Älterwerden Herbert Grönemeyer will 96 Jahre alt werden

Herbert Grönemeyer glaubt, man entscheidet selbst, wie alt man wird, Paul McCartney bekennt, wer ihn vor vielen Jahren rettete, und Bill Cosby muss am Dienstag vor Gericht erscheinen – der Smalltalk. Mehr 12

Frankfurter Allgemeine Stil auf Facebook
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden