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Dienstag, 18. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Windenergie Windräder auf hoher See

 ·  Seeluft ist gesund. In Zukunft soll sie auch helfen, sauberen Strom zu produzieren: 550 Windräder sollen ab 2004 in der Nordsee Dienst tun.

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In der Deutschen Bucht plant die Projektierungsgesellschaft für regenerative Energiesysteme mbH (Projekt GmbH) den ersten Offshore-Windpark der Multi-Megawatt-Klasse. 120 Kilometer vor der Insel Sylt, hinter dem Horizont, sollen 550 Windräder aufgestellt werden und in Zukunft Atomkraftwerken echte Konkurrenz machen.

Sandbank24 heißt das Projekt, das auf See sauberen Strom erzeugen soll. Genehmigt sind die Windanlagen noch nicht, allerdings haben die Planer den Standort günstig ausgewählt: Das 700 Quadratkilometer große Areal - das entspricht der Gesamtfläche der Städte Braunschweig, Bremen, Hannover, Oldenburg und Osnabrück - ist kein Naturschutzgebiet und verzeichnet nur wenig Schiffsverkehr, der die Windräder beeinträchtigen oder beschädigen könnte.

Geschäftsführer Ubbo de Witt erwartet daher eine schnelle Genehmigung des Projekts. Auch Touristen und Küstenbewohner sollten die Windanlagen nicht stören: Sie sind von der Küste und den vorgelagerten Inseln aus nicht zu sehen. Trotzdem gab es Proteste von Bürgern, die Sorge um ihre Sicht, Ruhe und die heimische Tierwelt hatten

Geldgeber gesucht

Die 550 Anlagen sollen in vier Phasen in Betrieb gehen und haben eine Gesamtleistung von 2.600 Megawatt. Allein in der ersten Phase mit 120 Windrädern prognostiziert die Projekt GmbH einen jährlichen Energieertrag von 1,6 Terawattstunden. Zum Vergleich: Das AKW Brunsbüttel produziert pro Jahr 2,4 Terawattstunden.

Der Preise dafür ist allerdings enorm: Für das Eigenkapital von fünf Millionen Euro wurde ein Venture Capital-Fonds aufgelegt, mit dem Gutachten, Untersuchungen und dergleichen finanziert werden sollen. Für die Gesamtinvestition der ersten Phase von einer Milliarde Euro sucht die Projekt GmbH momentan noch finanzkräftige Geldgeber.

Um eine möglichst lange Lebensdauer und möglichst geringe Beeinträchtigungen untereinander zu gewährleisten, haben die Anlagen einen Abstand von einem Kilometer zueinander. Auch sonst wird für größtmögliche Sicherheit gesorgt: Die Oldenburger Firma Overspeed setzt bei diesem Windpark ihr neues Überwachungssystem OptiFarm ein.

Know-how und innovative Technik sollen zum Erfolg führen

OptiFarm überwacht denWindpark in allen Belangen. Er misst von der Leistungen bis zur Vibration der einzelnen Rotoren alles, passt sie den Windverhätlnissen an und vermeidet Schäden an den relativ schwer erreichbaren Geräten. Sogar videoüberwacht werden die Windräder. Mit fernsteuerbaren Kameras lassen sich beispielsweise nach Blitzeinschlägen erste Diagnosen stellen.

Die Projekt GmbH mit Sitz in Oldenburg hat in Deutschland bereits die Entstehung von Windkraftanlagen mit über 260 Megawatt begleitet. Besondere Beachtung im Zusammenhang mit dem Offshore-Windpark hat dabei ein Testfeld des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI), dass die Projekt GmbH betreibt. Durch zahlreiche Messkampagnen wird hier das das nötige Know-How für die Windräder auf See geliefert.

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Quelle: @kate
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