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Whitney Houston Rekonstruktion der letzten Stunden

 ·  Nach dem Tod von Whitney Houston schwankt Hollywood zwischen Trauer und Neugier. Als Todesursache gilt eine Kombination aus Medikamenten und Alkohol.

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Neil Portnow hatte der 54. Grammy-Gala eine Warnung vorausgeschickt. „Sie ist eine Riesenshow, die kurz vor Beginn ähnlich schwer auf neuen Kurs zu bringen ist wie die Titanic“, gab der Chef der amerikanischen Musikakademie zu bedenken, als die Nachricht von Whitney Houstons Tod am Samstag die Vorbereitungen unterbrach. Nach hastigen Kursänderungen versuchte Portnow dennoch, die am Vortag leblos in einer Hotelbadewanne entdeckte Popdiva mit der Hollywood eigenen Form von Pietät zu ehren.

„Es führt kein Weg daran vorbei, aber wir haben einen Tod in unserer Familie zu beklagen“, begrüßte Gastgeber LL Cool J am Sonntag das zwischen Trauer und Neugier schwankende Publikum im Staples Center in Los Angeles. Als der Rapper ein unbeholfenes Gebet für „unsere gefallene Schwester Whitney Houston“ vom Zettel ablas, flossen im Saal die ersten Tränen. Den ergreifendsten Moment des aus Glamour und Besinnung bestritt einige Stunden später aber die Sängerin Jennifer Hudson, als sie Houstons Ballade „I Will Always Love You“ sang.

Eine „Fülle von Beruhigungsmitteln“ im Hotelzimmer

Während sich die amerikanische Musikindustrie im Staples Center feierte, gaben die Gerichtsmediziner des Bezirks Los Angeles einige hundert Meter von den roten Teppichen entfernt die ersten Ermittlungsergebnisse bekannt. Wie Ed Winter, der stellvertretende Leiter der Gerichtsmedizin, am Sonntag bestätigte, wurde Houstons lebloser Körper in der Badewanne ihrer Suite im Beverly Hilton Hotel in Beverly Hills entdeckt. Angeblich soll bei der Obduktion auch Wasser in der Lunge gefunden worden sein, es sei jedoch zu wenig, um auf Ertrinken als Todesursache zu schließen. Wahrscheinlicher sei eine Kombination aus verschreibungspflichtigen Medikamenten und Alkohol, wurde Houstons Familie mitgeteilt.

Das toxikologische Gutachten soll in sechs bis acht Wochen veröffentlicht werden. Wie ein Ermittler des Beverly Hills Police Department der Website radaronline berichtete, ist in Houstons Hotelsuite eine „Fülle von Beruhigungsmitteln“, darunter der Angstlöser Lorazepam, gefunden worden. Illegale Drogen wie Crack und Marihuana, die Houston jahrelang konsumierte, wurden aber nicht gefunden. Auch Houstons letzte Stunden sind weiter ungeklärt. Obwohl die Sängerin mit Familienmitgliedern, Freunden und Angestellten nach Los Angeles gekommen war, um bei einer Pre-Grammy-Gala aufzutreten, blieb vorerst ungeklärt, wie sie den Freitag und Samstag verbrachte. Hotelangestellte berichteten, Houston gelegentlich in verwirrtem Zustand angetroffen zu haben. Demnach streifte sie allein durch das Hotel, übte am Pool geistesabwesend Handstand und fiel durch zerzauste Haare und nachlässige Kleidung auf.

Mehrere Tequila im „Tru Hollywood“

Verschiedene amerikanische Medien berichteten, dass Houston am Donnerstag eine Arztpraxis in Beverly Hills aufgesucht habe, bevor sie nachmittags an den Proben für die Pre-Grammy-Gala teilnahm. Dort hat sie angeblich so unkontrolliert getanzt, dass ihre Entourage sie vor den Journalisten abzuschirmen versuchte. Wenige Stunden später besuchte sie dennoch den Nachtclub „Tru Hollywood“, den sie nach mehrere Gläsern Tequila, einer kurzen Gesangseinlage und dem Streit mit der Sängerin Stacy Francis im Blitzlichtgewitter der Paparazzi verließ. Gäste berichteten von unschönen Eifersuchtsszenen um Houstons Freund, den Schauspieler und R&B-Sänger Ray J.

Ihr früherer Ehemann, der Rapper Bobby Brown, sagte am Sonntag einen Auftritt seiner Band „New Edition“ in Nashville im Bundesstaat Tennessee ab und flog nach Los Angeles. Dort war Houstons und Browns gemeinsame Tochter, die 18 Jahre alte Bobbi Kristina, nach dem Tod ihrer Mutter zwei Mal in das Cedars Sinai Medical Center gebracht worden. Die Polizei teilte mit, die junge Frau sei schon in der Hotelsuite ihrer Mutter wegen Angstzuständen von einem Notarzt betreut worden. Houstons Bruder Michael teilte derweil mit, er werde sich vorerst nicht zum Tod seiner Schwester äußern. Die aus New Jersey stammende Familie der Sängerin hatte immer behauptet, Brown, von dem Houston sich 2007 scheiden ließ, sei schuld an ihrer Rauschgiftsucht.
 

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