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Wertvorstellungen Die Brustwarzen des Präsidenten

04.01.2009 ·  Die sexuelle Anziehungskraft amerikanischer Präsidenten oszilliert zwischen „Supermagnet“ und „Totalausfall“. Mit Barack Obama strebt der Whitehouse-Erotik-Index wieder steil nach oben. Ihm gelingt auch der Wandel der Moral, indem er Brustwarze zeigt und damit kein Nipplegate provoziert.

Von Sascha Zoske
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Die sexuelle Anziehungskraft amerikanischer Präsidenten oszilliert zuverlässig zwischen den Polen „Supermagnet“ und „Totalausfall“. Ronald Reagan, den Hollywood-Galan, löste der biedere Bush senior ab; auf Clinton, dessen Manneskraft in aller Munde war, folgte George W. mit seinem ledrigen Texas-Charme, der allenfalls auf Schuhfetischisten stimulierend wirkt.

Jetzt strebt der Whitehouse-Erotik-Index abermals steil nach oben und schickt sich sogar an, das legendäre Kennedy-Maximum zu erreichen: Erstmals seit 46 Jahren wird der mächtigste Mann der Welt auch wieder der verführerischste sein.

Sarah Palin als übernächste Präsidentin

Faszinierend ist, wie schnell der von Barack Obama versprochene Wandel auch die moralischen Wertvorstellungen der Nation erfasst. Noch vor wenigen Monaten musste jeder Prominente, der in der amerikanischen Öffentlichkeit erkennen ließ, dass er Brustwarzen besitzt, mit dem sofortigen Rauswurf aus der Koalition der Anständigen rechnen. Jetzt bietet das designierte Staatsoberhaupt nach dem Besuch eines Fitnessstudios seine Körperkonturen dem Kameraauge dar - und provoziert damit kein zweites Nipplegate, sondern lässt die Knospenpflege als Pflicht eines jeden Amerikaners erscheinen.

Hiervon sollte außer dem Hormonhaushalt der Nation auch die Weltkonjunktur profitieren. Begünstigt wird zum einen die Branche der Schönheitschirurgen, da Millionen von Männern den Wunsch verspüren werden, ihre Drüsenrudimente auf präsidiales Niveau zu liften. Weniger Vermögende werden sich mit fadenscheinigen T-Shirts behelfen, was der fernöstlichen Textilindustrie einen Absatzboom beschert.

Größter Verkaufsschlager dürfte jedoch das Video „Nipplebuilding“ werden, in dem Obama und seine Gattin die besten Techniken zur Warzen-Ertüchtigung präsentieren. Der Erlös sollte reichen, die Zahlungsfähigkeit des Landes zu sichern, bis Sarah Palin als übernächste Präsidentin ihr Amt antritt.

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Jahrgang 1969, Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

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