10.08.2001 · Der sechste Start ist vielversprechend und eine wichtige Etappe gemeistert. Ballonfahrer Fossett fliegt auf seiner Weltumrundung zuversichtlich Südamerika entgegen.
Der amerikanische Abenteurer Steve Fossett fliegt von Australien aus langsam der Küste Südamerikas entgegen. Alles läuft, pardon, fährt glatt und Fossett ist erleichtert, dass sein Versuch, die Erde allein in einem Ballon zu umrunden, diesmal unter einem guten Stern zu stehen scheint. „Bisher war es ein guter Flug", teilte der ehemalige Börsenmakler am Freitag der Kontrollstation im US-Bundesstaat Missouri per Satelliten-E-Mail mit. Fossett trieb am Freitagmorgen in einer Höhe von 8.700 Metern mit rund 95 Stundenkilometern über dem Pazifik, hieß es auf seiner Website. Bislang hat er rund 9.400 Kilometer zurückgelegt. Es ist sein sechster Versuch, die Erde im Ballon zu umfahren.
Glücklich über dem Südpazifik...
Mit seinem Ballon „Solo Spirit“ wolle Fossett Südamerika etwa auf der Höhe der chilenischen Hauptstadt Santiago überqueren, sagten die Organisatoren. Der Ballon solle die Südspitze Südamerikas, das oft stürmische Kap Hoorn, meiden. Den Organisatoren zufolge hat sich Fossett besonders beeindruckt von der Südsee gezeigt. Die Freude über seinen Luxusausblick musste Fosset denn auch gleich mit den am Boden gebliebenen Organisatoren teilen: Bei der Überquerung der Südpazifik-Insel Aitutaki, schwärmte der Ballonfahrer von der „hell-türkisfarbenen Lagune, die einer großen, blassfarbenen Auster vor dem leuchtend blauen Ozean gleicht“.
...zuversichtlich gen Südamerika
Der 57-Jährige war am Sonntag von der australischen Westküste aus gestartet und will in 14 bis 20 Tagen die Erde umrunden. Nach der Überquerung Südamerikas will er Kurs auf die südliche Spitze Südafrikas nehmen, um dann über den Indischen Ozean hinweg zu fliegen. Die erste Erdumrundung in einem Ballon im Team gelang 1999 dem Schweizer Bertrand Piccard und dem Briten Brian Jones. Allein ist die Ballonfahrt bisher niemandem geglückt.