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Weltjugendtag Papst warnt Jugendliche vor Totalitarismus

20.08.2005 ·  In seiner mehrsprachigen Rede beim Abendgebet auf dem Marienfeld warnte Benedikt XVI. die Weltjugendtags-Pilger davor, daß im Namen Gottes auch Haß gepredigt werde. Deswegen komme es darauf an, das wahre Antlitz Gottes zu finden.

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Papst Benedikt XVI. hat die Jugendlichen der Welt vor totalitären Strukturen gewarnt und sich zu Fehlern der Kirche in Vergangenheit und Gegenwart bekannt.

In seiner Rede zum Abendgebet mit etwa 700.000 Jugendlichen auf dem Marienfeld bei Köln sagte der Papst am Samstag: „Das Absolutsetzen dessen, was nicht absolut ist, sondern relativ ist, heißt Totalitarismus.“ Dies mache den Menschen nicht frei, sondern entehre und versklave ihn. Nicht die Ideologien retteten die Welt, sondern allein die Hinwendung zu Gott.

„An der Kirche kann man sehr viel Kritik üben“

„Wir haben im abgelaufenen Jahrhundert die Revolutionen erlebt, deren gemeinsames Programm es war, nicht mehr auf Gott zu warten, sondern die Sache der Verfassung der Welt ganz selbst in die Hände zu nehmen“, sagte der Papst in seiner abwechselnd in mehreren Sprachen gehaltenen Predigt.

Weltjugendtag: Papst warnt vor Totalitarismus

Zugleich erinnerte Benedikt XVI. an das Schuldeingeständnis seines Vorgängers Johannes Paul II. im Jahr 2000. Er habe um Verzeihung gebeten für das, „was durch Handeln und Reden von Menschen der Kirche an Bösem in der Geschichte geschehen ist“. Benedikt fügte hinzu: „An der Kirche kann man sehr viel Kritik üben. Wir wissen es, und der Herr hat es uns gesagt: Sie ist ein Netz mit guten und schlechten Fischen, ein Acker mit Weizen und Unkraut.“ Allerdings dürften die Kirchen hoffen, trotz all ihrer Fehler doch noch in der Nachfolge Jesu zu stehen, der ja gerade die Sünder berufen habe.

Heilige Vorbilder

Die jungen Pilger rief Benedikt auf, sich das Leben von Heiligen als Vorbild zu nehmen. „Die Heiligen sind die wahren Reformer.“

Den ganzen Tag über waren Pilger mit Sonderbussen aus dem gesamten Rheinland auf das Marienfeld nach Kerpen gekommen. Zu größeren Zwischenfällen kam es nach Angaben der Polizei bislang nicht. Allerdings hat die Polizei am Rande der Veranstaltung bei Königswinter einen Heißluft-Ballon zur Landung gezwungen, der in die Flugverbotszone eingedrungen war.

Der Ballon sei in den gesperrten Luftraum eingefahren und von einem Hubschrauber per Funk zur Landung aufgefordert worden, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei. Es werde noch geprüft, weshalb der Ballon in die verbotene Zone geraten sei. „Es kann einfach ein Fahrversehen sein“, sagte der Sprecher. Anzeichen für eine böse Absicht der Ballon-Fahrer gebe es bisher nicht.

Nächster Weltjugendtag 2008 in Sydney

Der Papst hatte zuvor Delegationen islamischer Organisationen in Deutschland getroffen. Dabei rief er Muslime und Christen zum gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus auf. „Der Terrorismus, welcher Herkunft er auch sei, ist eine perverse und grausame Entscheidung, die das unantastbare Recht auf Leben mit Füßen tritt und die Fundamente jedes geordneten Zusammenlebens untergräbt“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche. (Siehe auch: Papst ruft zum gemeinsamen Kampf gegen Terror auf) Am Samstag vormittag empfing Benedikt XVI. führende Politiker von Union und SPD zu Audienzen. (Siehe: Papst trifft Politiker zu Privataudienzen)

Radio Vatikan hatte am Samstag berichtet, der nächste Weltjugendtag der katholischen Kirche werde 2008 im australischen Sydney abgehalten. Es wird erwartet, daß der Papst an diesem Sonntag dazu einlädt. Zum Abschlußgottesdienst werden am Sonntag vormittag etwa 800.000 Menschen erwartet. Die Papst-Messe auf dem früheren Tagebaugelände Marienfeld ist zugleich der Höhepunkt der sechstägigen katholischen Großveranstaltung mit mehr als 400.000 Pilgern aus aller Welt.

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