Der zunehmende Ressourcenabbau einer wachsenden Weltbevölkerung stellt nach Einschätzung der Vereinten Nationen (UNO) eine ernste Gefahr für die Erde dar. „Mehr Menschen verbrauchen mehr Ressourcen als zu jedem anderen Zeitpunkt in der Menschheitsgeschichte", heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten UNO-Weltbevölkerungsbericht 2001.
Es müsse schnellstens gehandelt werden, um den Raubbau an der Natur zu stoppen und eine Katastrophe zu verhindern. Ein Hoffnungsschimmer sei, dass immer mehr Frauen über Familienplanung nachdächten, sagte Alex Marshall, Herausgeber des Berichts. „Fast 60 Prozent aller Frauen haben inzwischen Zugang zu irgendeiner Form der Familienplanung.“ Die Weltbevölkerung, die sich in den vergangenen 40 Jahren auf 6,1 Milliarden verdoppelt hat, werde in den kommenden 50 Jahren voraussichtlich auf 9,3 Milliarden ansteigen, hieß es in dem UNO-Bericht.
Knappe Ressourcen
Davon würden dann 4,2 Milliarden Menschen in Entwicklungsländern leben, wo die Ressourcen ohnehin äußerst knapp seien. Schon heute seien die Wasserreserven in diesen Ländern unzureichend und in hohem Maße verschmutzt: 1,1 Milliarden Menschen hätten keinen Zugang zu sauberem Wasser. In Entwicklungsländern würden 95 Prozent der Abwässer ungeklärt wieder in den Wasserkreislauf eingespeist.
Nach Einschätzung der UNO werden die Trinkwasservorräte in den nächsten Jahren erheblich zurückgehen. Derzeit würden jährlich 54 Prozent des verfügbaren Trinkwassers verbraucht - zwei Drittel davon für die Landwirtschaft. Bis 2025 werde die Zahl allein wegen des Bevölkerungswachstums auf 70 Prozent ansteigen.
Grundwasserspiegel dramatisch abgesunken
Wenn der Konsum in den Entwicklungsländern sich dem der Industrieländer annähere, müsse sogar mit einem Anstieg auf 90 Prozent gerechnet werden, teilte die UNO mit. Alarmierend sei auch, dass der Grundwasserspiegel in einigen chinesischen, südamerikanischen und südasiatischen Städten in der Vergangenheit mehr als einen Meter pro Jahr abgesunken sei. Um die gesamte Weltbevölkerung zu ernähren, müsse die Nahrungsmittelproduktion verdoppelt werden, hieß es weiter.