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Weltall : Ein Asteroid grüßt aus der Ferne

  • -Aktualisiert am

Bild: Nasa, bearbeitet

Auch wenn durch den fliegenden Gesteinsbrocken keine Gefahr besteht - seit knapp 100 Jahren kam kein Asteroid der Erde mehr so nahe wie „2012 DA 14“. Auch Satelliten sollen vor ihm sicher sein.

          Am kommenden Freitagabend, unmittelbar nach der Tagesschau, wird die Welt nicht untergehen. Das gilt allerdings nur, wenn sich Astronomen nicht verrechnet haben. Um genau 20.25 Uhr mitteleuropäischer Zeit - so die Kalkulation - wird nämlich ein Asteroid der Erde näher kommen als alle vergleichbaren Himmelsobjekte in den vergangenen hundert Jahren. Der etwa 50 Meter große Gesteinsbrocken mit dem wissenschaftlichen Namen „2012 DA 14“ soll in einer Entfernung von etwa 27.700 Kilometern an der Erdoberfläche vorbeifliegen. In unserer Alltagserfahrung erscheint das zwar unendlich weit, im astronomischen Sinne entgehen wir aber nur so eben haarscharf einem Zusammenstoß.

          Würde der kosmische Brocken mit dem geschätzten Gewicht eines modernen Kreuzfahrtschiffes von etwa 180.000 Tonnen tatsächlich die Erde treffen, wäre die Wirkung mit der Detonation einer schweren Wasserstoffbombe mit einer Sprengkraft von 2,4 Megatonnen vergleichbar. Den letzten vergleichbaren Zusammenstoß dieser Art gab es am 30. Juni 1908, als über dem zentralsibirischen Tunguska-Fluss ein Asteroid niederging und in der Atmosphäre explodierte. Die Sprengkraft war so groß, dass die Bäume des Taigawaldes auf einer Fläche von mehr als 2000 Quadratkilometern wie Streichhölzer umknickten. Weil das Gebiet damals weitgehend unbewohnt war, kam niemand zu Schaden.

          Außerhalb der Reichweite des Himmelskörpers

          “2012 DA 14“ wurde vor knapp einem Jahr von Astronomen mit den Fernrohren des Observatoriums von La Sagra in Spanien entdeckt und einige Tage lang verfolgt. Die Berechnungen der Bahn ergaben den Vorbeiflug am kommenden Freitagabend. Danach verschwand der Asteroid wieder in den Tiefen des Sonnensystems. Anfang dieses Jahres fanden Astronomen in Chile den Gesteinsbrocken wieder und bestätigten die ursprünglichen Berechnungen.

          Auch wenn keine Gefahr besteht, dass der Brocken die Erde trifft, kommt er unserem Planeten jedoch so nahe, dass er zweimal den Gürtel der geostationären Satelliten durchfliegt. Dort, in einer Höhe von knapp 36.000 Kilometern über der Erdoberfläche, befinden sich inzwischen etwa 300 Kunstmonde, von Wettersatelliten bis zu jenen Geräten, die uns Hunderte Fernsehprogramme ins Haus bringen. Nach den Berechnungen wird „2012 DA 14“ diesen Gürtel mit einer Geschwindigkeit von mehr als 45 000 Kilometern pro Stunde durchfliegen - ohne dabei allerdings einem der Satelliten zu nahe zu kommen. Und auch die Astronauten auf der Internationalen Raumstation können am Freitag in Ruhe ihrer Arbeit nachgehen. Sie umkreisen die Erde nämlich in knapp 300 Kilometern Höhe, also ebenfalls außer Reichweite des kosmischen Besuchers.

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