http://www.faz.net/-gum-950aa

Lüneburg : Schulleiter dementiert Berichte über verlegte Weihnachtsfeier

  • Aktualisiert am

Der Lüneburger Weihnachtsmarkt an der St. Johanniskirche Bild: dpa

Der Ausfall einer Weihnachtsfeier an seinem Gymnasium habe nichts mit einer muslimischen Schülerin zu tun, sagt der Direktor. Sie habe sich zwar beschwert, allerdings in einem anderen Zusammenhang.

          Ein Lüneburger Schulleiter hat Berichte zurückgewiesen, eine Weihnachtsfeier sei aufgrund der Kritik einer muslimischen Schülerin verlegt worden. Meldungen über die Streichung einer verpflichtenden Weihnachtsfeier an dem Gymnasium Johanneum hatten für Wirbel gesorgt. Dem NDR zufolge hatte sich im vergangenen Jahr eine muslimische Schülerin darüber beschwert, dass die dort gesungenen christlichen Lieder nicht mit ihrem Glauben vereinbar seien. Deshalb sei die Feier in diesem Jahr auf den Nachmittag verlegt worden, und die Teilnahme sei freiwillig, hieß es.

          Am Dienstagabend dementierte Schulleiter Friedrich Suhr diese Angaben. Suhr zufolge hat sich die Schülerin im verpflichtenden Fachunterricht beschwert, „als eine Lehrkraft das Singen von Weihnachtsliedern ansetzen wollte“. Daraufhin habe er „um eine sensible Handhabung im Pflichtunterricht“ gebeten, erklärte der Schulleiter. Eine Feier für die Mittelstufe falle in diesem Jahr aufgrund eines Personalwechsels im Kollegium aus. „Hier liegt keine grundsätzliche Entscheidung über eine Abschaffung vor“, so Suhr.

          Schulfeier ist kein Gottesdienst

          Laut Landesschulbehörde können Schulen frei entscheiden, ob und in welchem Umfang sie eine Weihnachtsfeier während der Unterrichtszeit anbieten. Grundsätzlich gebe es kaum Berichte über daraus resultierende Glaubenskonflikte, sagte Sprecherin Bianca Schöneich am Dienstag in Lüneburg dem epd. „Wir raten den Schulen allerdings dazu, dass mit glaubensbezogenen Inhalten maßvoll umgegangen werden soll“, betonte sie. „Eine Weihnachtsfeier sollte nicht den Charakter eines Gottesdienstes haben.“

          Die evangelische Bildungsexpertin der hannoverschen Landeskirche, Kerstin Gäfgen-Track, betonte, in Schulen müsse es eine religionssensible Vermittlung der adventlichen und weihnachtlichen Inhalte geben. Diese gehörten „zu den grundlegenden kulturellen Pfeilern unserer Gesellschaft.“ Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schulen basiere laut niedersächsischem Schulgesetz auch auf der Grundlage des Christentums. „Von daher sind die christlichen Grundüberzeugungen in den Schulen zur Sprache zu bringen.“

          Dennoch müssten die Überlegungen von Schulen ernst genommen werden, beispielsweise Weihnachtsfeiern angesichts ihrer nicht-christlichen Lehrer und Schüler eher „besinnliches Zusammensein“ zu nennen. „Es zeigt, dass aller Advents- und Weihnachtstraditionen zum Trotz der christliche Glaube nicht mehr unhinterfragt ist.“ Allerdings dürfe die Antwort nicht der Verzicht auf Weihnachtsfeiern oder traditionelles Liedgut sein.

          Eine ältere Version dieses Textes trug die Überschrift „Schule verlegt Weihnachtsfeier nach Kritik von Muslimin in Freizeit“. Mittlerweile hat die Agentur epd ihre ursprüngliche Meldung überarbeitet.

          Quelle: bard./epd

          Weitere Themen

          Bier und Brot für 14 Tage Video-Seite öffnen

          Eingeschneit in den Alpen : Bier und Brot für 14 Tage

          In vielen Regionen in den Alpen herrscht nach starkem Schneefall Ausnahmezustand. Wegen großer Lawinengefahr sind Straßen gesperrt, mehrere Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Oft hilft nur noch der Helikopter – oder eine gesunde Gelassenheit.

          „Die Küche muss glänzen!“

          Zum Tod von Paul Bocuse : „Die Küche muss glänzen!“

          Spitzenkoch Eckart Witzigmann erinnert sich an seinen Lehrmeister Paul Bocuse - an die harschen Ansprachen, das ungebremste Temperament, die Gastfreundschaft und das große Herz des französischen Kochs.

          Vulkan Mount Mayon bricht aus Video-Seite öffnen

          Philippinen : Vulkan Mount Mayon bricht aus

          Mount Mayon ist der aktivste Vulkan auf den Philippinen. Die Behörden in der Provinz Albay haben den Katastrophenzustand ausgerufen, bisher sind etwa 22.000 Anwohner in Sicherheit gebracht worden.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Martin Schulz vor seinem Gesprächstermin mit Seehofer und Merkel

          Spitzentreffen : Verhandlungsbeginn schon in dieser Woche?

          Am Montagabend trafen sich Martin Schulz, Angela Merkel und Horst Seehofer, um das weitere Vorgehen auf dem Weg zur Groko zu besprechen. Martin Schulz sagt, die SPD-Spitze muss sich erst noch sortieren.
          Lehrer und Schüler: Paul Bocuse (l) mit Eckart Witzigmann Anfang der Achtziger

          Zum Tod von Paul Bocuse : „Die Küche muss glänzen!“

          Spitzenkoch Eckart Witzigmann erinnert sich an seinen Lehrmeister Paul Bocuse - an die harschen Ansprachen, das ungebremste Temperament, die Gastfreundschaft und das große Herz des französischen Kochs.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.