23.08.2011 · Die Ostküste der Vereinigten Staaten ist am Dienstag von einem Erdbeben der Stärke 5,9 erschüttert worden. Regierungsgebäude in Washington wurden evakuiert.
Von Matthias Rüb, WashingtonEin Erdbeben der Stärke 5,9 hat am Dienstagnachmittag die Ostküste der Vereinigten Staaten erschüttert. Nach Angaben der amerikanischen Erdbebenwarte USGS befand sich das Epizentrum nahe der Ortschaft Mineral im Bundesstaat Virginia etwa 140 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Washington. Das Beben um 13.50 Uhr Ortszeit (19.50 MESZ) dauerte etwa 30 Sekunden und begann mit einem leichten Grollen, das sich zu einem spürbaren Rütteln verstärkte. Die Wellen des Bebens waren von Toronto in Kanada über New York und Washington bis nach Atlanta im amerikanischen Südstaat Georgia zu spüren.
In der Hauptstadt Washington wie auch in New York strömten Hunderte Menschen aus öffentlichen Gebäuden und mehrstöckigen Bürohäusern auf die Straße. Das Kapitol in Washington, in dem sich wegen der Kongressferien nur wenige Mitarbeiter von Senatoren und Abgeordneten befanden, sowie das Außenministerium und das Pentagon wurden evakuiert. Aus Sorge vor Nachbeben sperrten die Behörden der Hauptstadt die Washingtoner Metro für mehrere Stunden. Sämtliche Nationaldenkmäler an der Washingtoner Gedenkmeile „National Mall“ wurden geschlossen.
Schäden an Hochhäusern möglich
Nach Angaben von Fachleuten wird es mehrere Tagen dauern, bis mögliche strukturelle Schäden an Hochhäusern etwa im New Yorker Stadtteil Manhattan festgestellt werden können. Zwei Atomkraftwerke in Virginia wurden vorsorglich automatisch abgeschaltet, ohne dass Schäden an den Reaktoren festgestellt werden konnten. Nach Angaben des USGS bestand zu keinem Zeitpunkt Tsunami-Gefahr. Mehrere Flughäfen an der Ostküste, etwa der John-F.-Kennedy-Flughafen in New York, wurden vorübergehend für eingehende Flüge geschlossen. Die Flughäfen im Großraum Washington unterbrachen den Flugbetrieb dagegen nicht.
Zumal im Pentagon wurden wenige Tage vor dem zehnten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 bei den Erschütterungen des Gebäudes Erinnerungen an den Terrorakt vor fast zehn Jahren wach. Viele öffentliche Gebäude und Behörden blieben wegen der Sorge vor Nachbeben bis in die Abendstunden gesperrt. Berichte über nennenswerte Sachschäden oder Verletzungen gab es zunächst nicht.
Anders als an der Westküste sind spürbare Erdbeben an der amerikanischen Ostküste selten. Geologen äußerten die Sorge, dass es sich bei den Erschütterungen nur um ein Vorbeben gehandelt habe.
Angriff
Closed via SSO (mgueven)
- 24.08.2011, 10:35 Uhr
Matthias Rüb Jahrgang 1962, politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.
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