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Walfang Japan geht wieder auf die Jagd

22.04.2009 ·  Angeblich zu „Forschungszwecken“ sind am Mittwoch fünf japanische Schiffe aufgebrochen, um 60 Minkwale zu fangen. Greenpeace ist sich sicher, dass das Fleich doch wieder im Restaurant landet.

Von Petra Kolonko, Tokio
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Trotz internationaler Kritik sind am Mittwoch wieder vier japanische Walfang-Schiffe und ein Forschungsschiff zu einer Waljagd vor der Nordostküste Japans aufgebrochen. Die Fischer wollen 60 Minkwale fangen. Erst vor einer Woche war eine japanische Walfangflotte aus der Antarktis zurückgekehrt, die dort 680 Wale erlegt hatte.

Nach offizieller japanischer Darstellung dient Japans Walfang Forschungszwecken. Umweltschützer kritisieren, dass das Walfleisch doch in japanischen Restaurants lande. Japan könnte die Walfische erforschen, ohne sie zu töten, sagt Greg McNevin von Greenpeace in Tokio. „Egal, ob es 60 oder 680 Wale sind, die getötet werden, es sind auf jeden Fall zu viele.“

Walfang „zu Forschungszwecken“

Japan hat sich dem internationalen Moratorium des kommerziellen Walfangs im Jahr 1987 angeschlossen, nutzt aber eine Klausel in der Vereinbarung , die den Walfang zu Forschungszwecken erlaubt. Nach Angaben der japanischen Fischerei-Behörde dient die japanische Walforschung dem Ziel, Daten für einen nachhaltigen kommerziellen Walfang in der Zukunft zu sammeln.

Die letzte Walfang-Expedition der Japaner in der Antarktis war von Tierschützern gestört worden. Nach Angaben der japanischen Fischerei-Behörde sind die japanische Schiffe an 16 von hundert Tagen von den Aktivisten der Umweltschutzorganisation „Sea Shepherd“ behindert worden und hätten deswegen statt der geplanten 935 Wale nur 680 Wale erlegt.

Zwei Mitarbeiter der Umweltorganisation Greenpeace, die im vergangenen Jahr aufgedeckt hatten, dass Walfleisch aus dem „Forschungsfang“ von Besetzungsmitgliedern der japanischen Schiffe illegal auf den Markt gebracht worden war, warten noch immer auf ihren Prozess. Sie werden des Diebstahls beschuldigt, weil sie Pakete mit Walfleisch abgefangen haben. Die beiden waren verhaftet worden und wurden nach 23 Tagen Haft gegen Kaution freigelassen.

Japan verteidigt das Töten von Walen als Teil seiner Kultur

Die japanische Regierung bestreitet, dass es einen illegalen Markt für Walfleisch in Japan gibt. Das Fleisch der „zu Forschungszwecken“ erlegten Wale werde den Bestimmungen gemäß von der Regierung unter genauer Kontrolle verkauft, um die Kosten der Expeditionen zu decken. Im Juni wird die Internationale Walfang-Kommission in Portugal zusammentreten. Dort soll auch über einen Kommpromis beraten werden, der Japan erlaubt, kommerziellen Walfang vor Japans Küste zu betreiben, wenn es im Gegenzug den Walfang in der Antarktis einstellt.

Japan verteidigt den Walfang als Teil seiner Kultur und hat angedroht, aus der Internationalen Walfang-Kommission auszutreten, wenn sie nicht ihren Widerstand gegen nachhaltigen kommerziellen Walfang aufgibt.

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Politische Korrespondentin für Ostasien.

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