29.08.2007 · Während die meisten Feuer in Griechenland dank günstiger Witterung inzwischen unter Kontrolle gebracht werden konnten, versammelten sich Tausende in Athen zu einer Demonstration gegen die Regierung. Der Vorwurf: „Sie haben Griechenland brennen lassen.“
Nach tagelangem Kampf gegen das Flammeninferno auf der Peloponnes und der Insel Euböa hat die griechische Feuerwehr erste Erfolge gemeldet. „Keine bewohnte Ortschaft wird im Moment bedroht“, sagte Nikos Diamantís, Sprecher der Feuerwehr, am Mittwoch. Man könne von einer leichten Entspannung, aber noch nicht von einer Entwarnung sprechen. Brände gab es noch in 29 Regionen, am Dienstag waren noch 36 Bezirke betroffen. Die Europäische Union befürchtet, dass nach den Waldbränden eine weitere Katastrophe drohe: Regenfälle könnten zu Überflutungen führen, weil das Wasser vom verbrannten Boden nicht aufgenommen werden könne.
In Athen kamen am Mittwochabend Tausende Menschen zu einer Großdemonstration zusammen, um ihrem Unmut über den mangelnden Einsatz der Regierung gegen die Waldbrände Luft zu machen. Vor allem junge Demonstranten versammelten sich auf dem zentralen Platz Syntagma. Viele trugen schwarze Kleidung, wie es die Organisatoren vorgeschlagen hatten. Zu der Demonstration hatten unter anderem junge Griechen aufgerufen, die sich als unparteiliche „Bürger“ bezeichneten. Ihren Aufruf hatten sie vor allem über SMS-Nachrichten und E-Mails mit dem Text „Sie haben Griechenland brennen lassen“ verbreitet. Linke Parteien und Umweltschutzgruppierungen hatten zur gleichen Veranstaltung unter dem Motto „Stummer Zorn - ohrenbetäubendes Schweigen“ aufgerufen.
Run auf die Hilfsgelder
Auf der Halbinsel Peloponnes schwächte sich der Wind ab, so dass die Feuerwehr die Brände leichter unter Kontrolle bringen kann. Diese Wetterlage soll bis mindestens Freitag vorherrschen, teilten Meteorologen mit. Starker Wind hatte die Flammen immer wieder angefacht. Auch auf Euböa ließ der Wind inzwischen nach. Löschflugzeuge und Hubschrauber waren erneut im Einsatz. Darunter auch drei Helikopter aus Deutschland sowie sieben aus der Schweiz und Österreich.
In der von den Bränden am schwersten getroffenen Region der Stadt Zacháro auf der Westseite der Peloponnes strömten Hunderte Geschädigte in die Banken, um die versprochene Soforthilfe abzuholen. Unter anderem soll jeder Obdachlose 3000 Euro erhalten. Das Geld soll auf Anweisung der Regierung ohne bürokratische Hindernisse gegen Vorlage einer Quittung ausgezahlt werden. Wie viele Menschen ihr Haus, ihre Felder und Tiere verloren haben, ist noch ungewiss. 110 Dörfern sollen nach ersten Schätzungen landesweit vollständig oder teilweise zerstört worden sein. Die meisten Obdachlosen sind bei Verwandten und Freunden untergekommen. Viele Notzelte bleiben ungenutzt. Dringend benötigt wird in den von den Flammen heimgesuchten Gebieten Futter für die Tiere der Bauern. Die Feuer vernichteten fast alle Vorräte. 64 Menschen kamen bisher in den Flammen um.
Schäden gehen in die Milliarden
Wie das griechische Wirtschaftsblatt „Imerisía“ am Mittwoch berichtete, verursachten die Brände möglicherweise einen Schaden von bis zu fünf Milliarden Euro. „Die Experten im Ministerium schätzen die Schäden auf drei bis fünf Milliarden Euro“, schrieb das Blatt. Zudem sollen die Flammen 4,5 Millionen Olivenbäume zerstört haben. 60.000 Schafe und Ziegen verendeten. Die Regierung veröffentlichte bislang noch keine offiziellen Zahlen.
Die Europäische Union befürchtet unterdessen als Folge der Waldbrände in Griechenland und Italien schwere Folgeschäden durch Überschwemmungen. „Nach Ende der Waldbrände droht den betroffenen Ländern eine neue Katastrophe: Es könnte bei Regenfällen zu Überschwemmungen kommen, weil der verbrannte Boden so trocken ist, dass das Regenwasser nicht versickern kann“, sagte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas. „Alle Seiten sollten auf diesen Fall vorbereitet sein.“ Außerdem seien Waldbrände eine schwere Belastung für das Klima.“ Neben dem Verlust riesiger Waldgebiete werden große Mengen an schädlichem CO2 ausgestoßen.“
Papst verurteilt Brandstifter
Für Brandstifter, die auch in Griechenland und Italien für einen Großteil der Feuer verantwortlich gemacht werden, forderte Dimas generell harte Strafen: „Brandstifter sind hinterhältige Verbrecher, die mit aller Härte bestraft werden müssen.“
Auch Papst Benedikt XVI. hat am Mittwoch die Brandstifter scharf verurteilt. Mit ihrem „unverantwortlichen Verhalten“ bedrohten sie „nicht nur das Leben der Menschen, sondern sie zerstören auch die Umwelt, ein wertvolles Gut der ganzen Menschheit“, sagte er am Ende der Generalaudienz auf dem Petersplatz. Brandstiftung sei eine „kriminelle Tat“, fügte er hinzu. Der Papst forderte die Gläubigen auf, für die Opfer der Flutkatastrophe in Asien und der Brände in Griechenland, Italien und anderen europäischen Nationen“ zu beten.
CO2
Axel Kohns (Pharos)
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A. Gavras (Panoplion)
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Franz Wildner (Feluske)
- 29.08.2007, 14:13 Uhr
Re: Co2
Felix Haller (felixhaller)
- 29.08.2007, 17:05 Uhr