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Vorsorge Aufruf zur Grippe-Impfung

10.12.2003 ·  In Frankreich haben sich bereits zwei Millionen Menschen mit dem Fujian-Grippevirus infiziert. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung rät, sich hierzulande rasch dagegen impfen zu lassen.

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Alte und gesundheitlich angegriffene Menschen sollten sich gegen die Virusgrippe impfen lassen. Dazu hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) aufgerufen. Die Influenza-Impfung sei weitgehend risikolos und könne schwere Erkrankungen verhindern, sagte der stellvertretende KBV-Vorsitzende Leonhard Hansen am Dienstag. Wegen der Grippewelle im vergangenen Winter seien in Deutschland etwa 16.000 Menschen gestorben. In den Jahren davor habe man zwischen 5000 und 8000 Opfer gezählt. Die Zahl der im vergangenen Winter Erkrankten bezifferte Hansen auf 4,5 bis 5 Millionen. Bis zu 30.000 hätten deshalb in Krankenhäusern behandelt werden müssen.

Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut empfiehlt die Grippe-Impfung für Menschen über 60 Jahre und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. Ausdrücklich angeraten werde sie auch Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit einer erhöhten Gefährdung wegen eines Grundleidens wie beispielsweise chronischer Lungen-, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und anderer Stoffwechselkrankheiten oder einer HIV-Infektion. Impfen lassen sollten sich auch Menschen, die durch ihre Arbeit beispielsweise in Kliniken, Pflegeeinrichtungen oder Ämtern leicht auf viele ungeimpfte Risikopersonen träfen. Bei diesen Risikogruppen trage die gesetzliche Krankenkasse die Kosten, oft auch in anderen Fällen. Ansonsten müsse der Patient die Kosten privat nach der Gebührenordnung für Ärzte erstatten. Das sind 10,73 Euro zuzüglich der Kosten für den Impfstoff. Gelegentlich übernehmen auch der Arbeitgeber die Impfkosten.

„Impf-Trefferquote“ bei Gesunden nicht vorhersehbar

In der Ärzteschaft ist umstritten, ob auch Gesunde sich vorbeugend impfen lassen sollten. Da das Virus sich schnell wandle und es eine Vielzahl verschiedener Erreger gebe, sei die „Trefferquote“ bei einer Impfung nicht genau vorherzusagen. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt Impfungen grundsätzlich nur für Risikogruppen. Sorge vor schweren Nebenwirkungen als Folge der Impfung müsse niemand haben, sagte Hansen. Auch könnten die Influenza-Impfstoffe niemals selbst eine Virusgrippe verursachen, weil es sich um inaktivierte Erregerbestandteile handele. Allerdings biete die Impfung keinen Schutz gegen grippale Infekte mit Halsschmerzen, Husten und Schnupfen.

Grippewelle schwappt nach Deutschland

In Frankreich haben sich rund zwei Millionen Menschen mit dem Fujian-Virus angesteckt. Nun schwappt die Grippewelle auch nach Rheinland-Pfalz und ins Saarland über. Während einer schweren Grippewelle in den Vereinigten Staaten, die nach Angaben des "Center for Disease Control and Prevention" (CDC) zu alarmierenden Komplikationen bei Kindern geführt hat, droht bereits der Impfstoff auszugehen. Die Vereinigung der Kinderärzte berichtete von Rationalisierungen des Impfstoffs, damit wenigstens noch Kinder, alte und schwache Menschen geimpft werden könnten, die besonders durch das neue, aggressive Grippevirus gefährdet seien, das zu zahlreichen schweren Krankheitsfällen geführt habe.

Die Grippewelle breitet sich von Westen in den Vereinigten Staaten aus. Besonders betroffen sind Texas und Colorado, wo mindestens sechs Kinder an der Grippe starben. In mehreren Bundesstaaten müssen zahlreiche grippekranke Kinder in Krankenhäusern behandelt werden. Die Vereinigung kommunaler Gesundheitsbehörden berichtete, daß ein Drittel ihrer Mitglieder Engpässe beim Grippeimpfstoff habe. In einigen Krankenhäusern sei bereits kein Impfstoff mehr verfügbar. Die beiden Pharmaunternehmen, die den Impfstoff produzieren, haben bereits ihre gesamten Vorräte - 83 Millionen Dosen - geliefert; die Herstellung weiterer Dosen sei für diesen Winter nicht mehr möglich. Bislang sind die Vereinigten Staaten stets mit 80 Millionen Dosen ausgekommen.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2003, Nr. 287 / Seite 9
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