24.01.2008 · An der Creekside High School in Georgia will man in Sachen Nachhilfe neue Wege beschreiten: Schlechte Noten will man künftig mit Dollar-Anreizen bekämpfen. Dabei genügt schon die Anwesenheit im Nachhilfeunterricht, um Geld zu verdienen.
Im amerikanischen Bundesstaat Georgia erhalten schlechte Schüler erstmals einen Stundenlohn dafür, dass sie ihre Schwächen im Nachhilfeunterricht ausmerzen. Das Angebot richtet sich an jeweils 20 Schüler der Creekside-High-Schule in Fairburn bei Atlanta und der nahe gelegenen Bear-Creek-Schule, die im Mathematik-Unterricht und in den Naturwissenschaften schlechte Noten haben. Sie können zwei Mal wöchentlich eine Doppelstunde Nachhilfe nehmen und so pro Woche 32 Dollar (rund 22 Euro) verdienen, wenn sie regelmäßig erscheinen.
Das Nachhilfeprogramm wird von einer privaten Stiftung finanziert. Heutzutage müsse man „wirklich einfallsreich sein, um bei bestimmten Schülern Interesse zu wecken“, sagte Schulleiter Mike Robinson. Vorerst sei das Programm auf 15 Wochen angelegt. Wenn die Schüler einen deutlichen Notensprung nach oben schafften, winke ihnen zusätzlich eine Prämie von 125 Dollar. Insgesamt können die Schüler demnach 605 Dollar verdienen, wenn sie das Programm erfolgreich durchlaufen.
Falsches Signal?
Die Schulleitung ist sich bewusst, dass das Programm „das falsche Signal“ setzen könne, nämlich dass die vorangegangene schlechte Leistung auch noch honoriert werde. Das Programm wende sich aber eher an Schüler, die nachmittags arbeiten müssten, um zum Familieneinkommen beizutragen.
Die Idee der Lernanreize ist in der Vereinigten Staaten nicht neu: Einige Schulen belohnen gute Noten und regelmäßigen Unterrichtsbesuch mit Preisen und Geldgeschenken, andere wollen ihre Schüler mit Fahrrädern, Essensgutscheinen und Eintrittskarten für Vergnügungsparks zu größeren Lernerfolgen anstacheln.