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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Vereinigte Staaten Lebenslang für „Sniper“ Malvo

 ·  Der 18 Jahre alte Heckenschütze von Washington, Lee Boyd Malvo, ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Sein älterer Komplize hatte dagegen zuvor die Todesstrafe erhalten.

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Der 18 Jahre alte Heckenschütze von Washington, Lee Boyd Malvo, ist am Dienstag von einer Geschworenen-Jury in Chesapeake im Bundesstaat Virginia zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit einer Begnadigung verurteilt worden.

Sein älterer Komplize John Allen Muhammad hatte dagegen zuvor in einem getrennten Prozeß die Todesstrafe erhalten. Die Entscheidung vom Dienstag bedeutet aber nicht zwangsläufig, daß Malvo die Hinrichtung erspart bleibt. Dem jungen Afroamerikaner, der zur Tatzeit noch minderjährig war, drohen noch Mordprozesse in anderen Bundesstaaten.

Zehn tödliche Anschläge

Malvo und Muhammad werden zehn tödliche Anschläge aus dem Hinterhalt im Oktober vergangenen Jahres im Raum Washington angelastet. Außerdem sollen sie in Alabama und Louisiana Morde begangen haben. Beide „Sniper“ standen in Virginia jeweils nur wegen eines der Heckenschützen-Attentate vor Gericht und waren gleichermaßen schuldig gesprochen worden.

Im Fall des jüngeren „Sniper“ berücksichtigten die Geschworenen aber offensichtlich sein jugendliches Alter und die Argumentation der Verteidigung, daß Malvo unter dem Einfluß Muhammads handelte, den er als Vaterersatz betrachtete. Entsprechend hatte sich Malvo zum Prozeßauftakt auch „unschuldig wegen Unzurechnungsfähigkeit zur Tatzeit“ bekannt.

Angehörige der Opfer enttäuscht

Angehörige der Mordopfer zeigten sich in ersten Reaktionen enttäuscht über den Beschluß der Geschworenen. Beide „Sniper“ seien gleichermaßen schuldig und hätten daher auch gleichermaßen den Tod verdient, sagten mehrere Hinterbliebene. Die zuständige Richterin in Chesapeake will das Strafmaß für Malvo offiziell am 10. März festsetzen. Erst danach dürfte darüber entschieden werden, in welchem Staat der nächste Prozeß gegen einen oder auch beide Täter stattfinden wird.

Allerdings gehört gerade Virginia, der Schauplatz der bisherigen zwei „Sniper“-Verfahren, zu jenen Bundesstaaten, in denen die Todesstrafe besonders häufig verhängt wird. Dies war auch einer der Gründe für die Entscheidung der Staatsanwaltschaft, Malvo zunächst wegen des Heckenschützen- Anschlags auf eine Beamtin des Bundeskriminalamts anzuklagen. Sie war vor einem Baumarkt in Virginia erschossen worden.

In der vergangenen Woche hatten die Geschworenen Malvo wegen Mordes unter besonders schweren Umständen sowie wegen Mordes im Zuge von Terrorismus schuldig gesprochen. Im letzteren Punkt bezogen sie sich darauf, daß Malvo und Muhammad versucht hatten, vom Staat im Gegenzug zu einer Einstellung der Mordserie 10 Millionen Dollar zu erpressen. In beiden Punkten erhielt Malvo nun lebenslange Haft. Außerdem wurde ihm je eine Strafe von 100.000 Dollar auferlegt.

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