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Freitag, 17. Februar 2012
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Verbrechen Mehrere Kannibalismus-Fälle? Staatsanwaltschaft ermittelt

16.01.2003 ·  Der kannibalische Mord im hessischen Rotenburg ist offenbar kein Einzelfall. Die Staatsanwaltschaft Trier geht konkreten weiteren Hinweisen nach.

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Nach Berichten von mutmaßlichen Satanismus-Opfern über kannibalistische Morde in Deutschland geht die Staatsanwaltschaft Trier neuen Hinweisen nach. Die Sendung „ZDF.reporter“ am Mittwochabend habe aber nur einige wenige neue Erkenntnisse für die Ermittlungen gebracht, sagte der Trierer Oberstaatsanwalt Georg Jüngling am Donnerstag.

Ermittelt wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft gegen mehrere Verdächtige in verschiedenen Orten Deutschlands wegen zahlreicher „sexueller Handlungen mit okkultem Hintergrund“. Eine 34 Jahre alte Frau hatte die Taten im Mai vorigen Jahres angezeigt.

„Schlimme, kaum vorstellbare Dinge“

Zum Stand und Umfang der Ermittlungen machte Jüngling keine Angaben. „Es sind schlimme, kaum vorstellbare Dinge, die dort dargestellt werden“, sagte Jüngling nach der Ausstrahlung. Es gebe konkrete Tatorte und Namen, die überprüft würden. Die Ermittler warteten noch auf die von dem ZDF-Autor Rainer Fromm in der Sendung angekündigte Bereitstellung von Aussagen einer Tatverdächtigen.

Zwei Frauen und ein Kind hatten in dem Film von grausamen Tötungen von Menschen bei schwarzen Messen berichtet. Teile der Opfer seien gegessen worden. Dabei soll es sich um viele Jahre zurückliegende Verbrechen, aber auch um Taten aus jüngerer Zeit handeln.

Zum Kannibalismus gezwungen

Eine Zeugin aus Trier habe ihm eine Fabrikhalle in der Nähe der belgischen Stadt Lüttich gezeigt, in der schwarze Messen mit Todesfolge abgehalten worden seien, berichtete der Autor des Beitrages, Rainer Fromm. Die junge Frau sei vergewaltigt und gefoltert und dabei auch fotografiert und gefilmt worden. Als Teilnehmerin an den schwarzen Messen sei sie zudem zum Verzehr der Opfer gezwungen worden. Angesichts der detaillierten Darstellungen der Zeugin geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass sie glaubwürdig ist.

Die „Monstrosität der Taten“ schützt nach Ansicht des ZDF-Filmautors häufig die Täter, da die Opfer bei Schilderung der unglaublichen Vorgänge fast zwangsläufig unglaubwürdig wirkten. Knapp 20 ihm bekannte Fälle in Deutschland habe er im Detail nachrecherchiert und dabei „frappierende Ähnlichkeiten bis hin zu identischen Angaben“ gefunden, berichtete Fromm. Der Verdacht liege deshalb nahe, dass es sich um „kriminelle Kleingruppen“ von 20 bis 30 Personen handle, bei denen es „hochfraglich“ sei, ob bei ihnen tatsächlich das Okkulte im Vordergrund stehe. Dies sei in vielen Fällen auch „eine sehr geschickte Tarnmaßnahme für Täter aus der Pornoszene“.

Mehrere Tätergruppen in Deutschland

Dem Satanismusexperten der evangelischen Kirche, Ingolf Christiansen, zufolge gibt es inzwischen „eine ganze Menge von Indizien, die dafür sprechen, dass es mehrere Tätergruppen in der Bundesrepublik gibt, die solche gemeingefährlichen und extremen Taten vollziehen.“ Christiansen war bis 1998 Sachverständiger der Bundestagsenquetekommission zu so genannten Sekten und Psychogruppen. Im Dezember hatte ein Kannibalismusfall im hessischen Rotenburg für Aufsehen gesorgt. Ein 41-Jähriger soll einen Mann aus Berlin verstümmelt, getötet und zum Teil gegessen haben.

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